18.Juli 2017 (Die Hammerworte Jesu zum Thema Selbstliebe)

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    • 18.Juli 2017 (Die Hammerworte Jesu zum Thema Selbstliebe)

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      Die Hammerworte Jesu zum Thema Selbstliebe



      Es zog aber eine große Volksmenge mit ihm; und er wandte sich um und sprach zu ihnen: Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater und seine Mutter, seine Frau und Kinder, Brüder und Schwestern, dazu aber auch sein eigenes Leben, so kann er nicht mein Jünger sein. Und wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachkommt, der kann nicht mein Jünger sein. Denn wer von euch, der einen Turm bauen will, setzt sich nicht zuvor hin und berechnet die Kosten, ob er die Mittel hat zur gänzlichen Ausführung, damit nicht etwa, wenn er den Grund gelegt hat und es nicht vollenden kann, alle, die es sehen, über ihn zu spotten beginnen und sagen: Dieser Mensch fing an zu bauen und konnte es nicht vollenden! (Lukas 14:25-30)

      Diese Aussage ist äußerst provokativ und wenn man das wörtlich nimmt, dann widerspricht sie dem Gebot Jesu unseren Nächsten zu lieben, wie auch dem alten Testament, wo es ein klares Gebot Gottes ist, Vater und Mutter zu ehren. Warum macht Jesus das an dieser Stelle und wie meint er dies?

      Fangen wir wieder mit dem Kontext (Vers 25) an. Jesus ging mit seinen Jüngern von einer Stadt zur nächsten und eine nicht unbeträchtliche Volksmenge lief ihnen nach. Merkt ihr hier bereits den Unterschied? Die Jünger gingen mit Jesus, die andern gingen ihm nach. Die Jünger waren in enger Beziehung zu Jesus, die anderen hatten keine, waren Bewunderer oder wie wir heute sagen würden Fans. Wären sie mit ihm gegangen und nicht hinter ihm her, hätte Jesus sich nicht umzudrehen brauchen. Dann stellt er diese Menschen vor die Wahl: Entweder Jünger oder Fan, dazwischen gibt es nichts. Sein Wort „hassen“ heißt im griechischen „miseo“ und bedeutet das Gegenteil von „phileo“ also der nicht sexuell motivierten oder akzentuierten menschlichen Freundesliebe. Ob da „hassen“ das richtige Wort ist, wage ich zu bezweifeln, denn ich halte eher den Begriff „gleichgültig sein“ als Gegenteil von „lieben“ für angebracht. Aber Jesus geht es hier um den Stellenwert, also um die Prioritäten, die man sich setzt, nicht um Wortklauberei. Er fordert die Fans auf, die Kosten zu überschlagen. Den Willen Jesu, also den Willen Gottes zu tun, muss mir wichtiger sein, als alles andere. Das unterscheidet einen Jünger vom Fan. Wir können seinen Willen nur tun, wenn wir uns selbst verleugnen oder hassen bzw. wenn wir ihm erste Priorität einräumen.

      Diese Forderung Jesu ist im Bund begründet, den er jedem anbietet:

      „Und er nahm das Brot, dankte, brach es, gab es ihnen und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis! Desgleichen [nahm er] auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird.“ (Lukas 22:19-20)

      Ich lernte durch die Botschaften von Derek Prince später auch von Ana Mendez - Ferell, dass ein „Bund“ die Art ist, wie Gott denkt, Beziehung knüpft und handelt. Aber es verwunderte mich dennoch, weshalb diese Botschaft fast nie korrekt gelehrt wird. Heute, über 20 Jahre später, weiß ich, warum der Blutsbund (in seiner ursprünglichen, biblischen Bedeutung) nie gelehrt wird – und ich bin weiterhin alarmiert über das, was ich feststelle. Dieser „Blutsbund“ Jesu Christi setzt uns frei von religiöser Gebundenheit. Der „neue Bund in Christi Blut“ vernichtet die Fehlinformationen und falschen Vorstellungen über Gott, die man in vielen religiösen Organisationen und Lehren findet. Dazu gehört auch die Lehre von der Selbstliebe. Im Bund mit Gott durch das Blut Jesu zu sein bedeutet, dass ich mein Leben für Gott lebe, wie auch Gott durch Jesus sein Leben für mich gelebt hat und weiterhin lebt. Wenn wir das wirklich begriffen haben, können wir nicht mehr weiter unsere Wünsche und Begierden leben, sondern suchen bei allem, was wir tun, unseren Bündnispartner Jesus in unserem Leben zu verherrlichen. Das ist Freiheit, nämlich Freiheit von uns selbst und das steht im krassen Gegensatz zur Selbstliebe. Fred Handschuhmacher schreibt in seinem Essay „der Blutsbund“:

      „Erlösung auf der Basis des Neuen Testaments macht dich nicht frei “um dein Leben so zu führen, wie du es willst!" In 2.Korinther 11:2-3 macht Paulus deutlich, dass Erlösung beinhaltet, dass der Gläubige mit Christus in einer ehelichen Beziehung vermählt wird. Die Bibel bezeichnet Gläubige unter dem Neuen Testament als „die Braut Christi“. In einer solchen Beziehung stirbt das alte Leben völlig und man nimmt das Leben des neuen „Ehemannes“ – Jesu – an. Erlösung ist das Verlassen unserer Position in Satans “Familie”, so dass wir in Gottes Familie neu hinein geboren (wiedergeboren) werden können. Unser himmlischer Vater beginnt, uns in seinen Wegen zu unterweisen. Das Ziel ist, uns in das Ebenbild Christi umzugestalten (Römer 8:29). Wie auch immer man es dreht und wendet – Erlösung ist alles andere als die Freiheit, “dein eigenes Ding” zu machen. Wenn die Bibel lehrt, dass Jesus Christus uns frei macht, dann spricht sie von der Freiheit vom Tod und der geistlichen Tyrannei unseres früheren Vaters, Satan. Als Christ bist du nun ein Mitglied der Familie Gottes – und ewiges Leben ist einer der Vorzüge, den jedes Mitglied seiner Familie genießt. Ewiger Tod war deine Bestimmung im Reich des Teufels. Jesus befreit dich vom ewigen Tod und schenkt dir sein Leben. Gott hat einzigartige "Pläne" erstellt, die “maßgeschneidert” für jedes seiner Kinder sind. Der Plan des Vaters für dich mag nicht unbedingt auf mich zutreffen. Wir sind alle unterschiedlich. Da unser Vater uns ursprünglich geschaffen hat, weiß er auch auf einzigartige Weise darüber Bescheid, was uns glücklich machen und erfüllen wird. „Unser eigenes Ding“ zu machen ist eine falsche Form von Freiheit, die den Plan des Vaters für uns durchkreuzt. Und doch ist es das Leitmotiv dieser gegenwärtigen Generation. Wenn wir Erlösung unter dem Evangelium des Neuen Testaments annehmen, verstehen wir diese Erwartungen gleich von Anfang an. Wenn wir die liebende Natur unseres Vaters und seiner Absichten für uns verstehen, dann ist die Zugehörigkeit zu seiner Familie wahre Freiheit.“

      Gott ist nicht unser Kumpel, er ist unser Familienoberhaupt, dessen liebende Autorität über die gesamte Familie unantastbar ist. Jesus sagt: „Überschlagt die Kosten für die Freiheit, zu seiner Familie zu gehören“ (Vers 28). Diese Kosten sind mein Ego, meine vermeintlichen Sicherheiten, die eigene Kontrolle und auch der Wille, mein Kreuz zu tragen. Dieses Kreuz, das wir in der Nachfolge des Herrn auf uns nehmen müssen, ist die praktische Verwirklichung unseres Mitgestorbenseins mit Christus am Kreuz nach Römer 6 und des Mitgekreuzigtseins unseres alten Menschen samt seinen Leidenschaften und Lüsten, was wir in der Taufe theoretisch bezeugt haben. Ferner ist im "Kreuz aufnehmen" auch das eingeschlossen, was wir irgend an Ungemach in dieser Welt um Jesu willen zu tragen haben und das wir willig und nicht widerstrebend leiden sollten. Es ist das völlige in des Herrn Fußstapfen treten auf Seinem Wege der Verwerfung, des Widerspruchs und der Schmach von Seiten dieser Welt. Insofern ist unser Kreuz auch das Kreuz des Christus, denn wir tragen es ja um Seines Namens willen, indem wir gewürdigt sind, nicht allein an Ihn zu glauben, sondern auch für ihn zu leiden (Philipper 1:29).

      „Und wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachkommt, der kann nicht mein Jünger sein.“ (Vers 27)

      Wie kann man angesichts dieser harten und eindeutigen Worte Jesu von einem Befehl zur Selbstliebe sprechen? Das geht nur, wenn man die biblischen Aussagen hierzu auf den Kopf stellt. Und genau das tun die Selbstliebe-Ideologen im frommen Mäntelchen. Das sind alles Menschen, die die Kosten nicht überschlagen haben, Christen, die wie Jesus sagt „zu bauen angefangen haben und nicht vollenden können“ (Vers 30)

      Als Jesus – Fan gehöre ich nicht zur Familie Gottes, auch wenn mir das mein Pastor oder die vielen selbsternannten Propheten einreden, ich bin dann nicht Nachfolger, sondern Nachläufer und ich bin weiterhin ein Kind Satans, auch wenn ich Jesus meinen Herrn nenne. Das sage nicht ich, sondern das formulierte eben dieser „liebe“ Jesus, knallhart:

      „Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Reich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut.“ (Matthäus 7:21)

      Ich weiß, dass diese Botschaft nicht gern gehört wird, da geht’s ja ans Eingemachte , an die Substanz. Ja natürlich. Ohne meinen alten Menschen zu kreuzigen, täglich zu kreuzigen, werde ich niemals in diesem Neuen Bund ankommen, der mich zu einem Familienmitglied Gottes macht. Der alte Adam in mir, also mein gefallenes „ich selbst“ muss mit Jesus am Kreuz hängen, täglich. Das muss wieder gepredigt werden, auch wenn es den „modernen“ Christen nicht passt. Jesus braucht keine Fans, er möchte Jünger. Die Fans sangen fromm „Hosianna, dem Sohn Davids“ als Jesus in Jerusalem einzog, aber einen Tag später schrien sie: „Kreuzige ihn“. Sie waren so leicht von den Pharisäern beeinflussbar, weil sie eben nur Fans waren und ihre Identität nicht in Jesus hatten, in keiner persönliche Beziehung zu ihm standen, keine Familienmitglieder Gottes waren.

      Bin ich Fan oder Jünger, Nachläufer oder Nachfolger? Dieser Frage sollten wir uns täglich stellen. Wie wichtig diese Frage ist, erkennen wir auch am sogenannten Missionsauftrag Jesu:

      „Mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden. So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Weltzeit! Amen.“ (Matthäus 28:18-20)

      Wir müssen auch hier das geistliche Prinzip dahinter sehen, dass alles nach seiner Art produziert: Jünger produzieren Jünger und Fans produzieren Fans. Der auferstandene Jesus gab diesen Auftrag nicht seiner Fangemeinde, sondern nur denen, die auch wirklich in einer lebendigen Beziehung zu ihm standen und das waren laut Vers 16 nur elf Menschen, denn Judas Ischariot hatte sich inzwischen selbst erledigt, weil er zwar als Jünger auftrat und als Jünger mit herumzog, aber kein Jünger war, denn sein Herz liebte ausschließlich sich selbst und seine eigenen Träume und Vorstellungen und war nicht bereit, diese als Preis für seine Familienzugehörigkeit den Zielen Gottes unterzuordnen. Als diese Träume dann platzten, war es nur konsequent für den, der nur sich selbst liebte, dieses dadurch sinnlos gewordene Leben zu beenden. Es endete in schwerster Depression im Suicid. Habt ihr euch, wie ich, auch schon gefragt, warum unsere Gemeinden eher einem Lazarett aus Depressiven als einer siegreichen Armee gleichen, obwohl uns doch der Sieg und nicht die Niederlage (Depression) verheißen ist?

      „Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.“ (1.Johannes 5:4)

      „Aus Gott geboren“ bedeutet „wiedergeboren“. Wenn wir also den Leib Christi, die Gemeinden betrachten müssen wir erkennen, dass sich dort viele Bekehrte, aber wenig Wiedergeborene tummeln. Es geht schon um Jesus, aber in erster Linie geht es diesen Vielen um sich selbst. Ein erfülltes Leben zu haben, bedeutet nicht, dass sich alle meine Vorstellungen, Träume und Begierden zu erfüllen haben und dass Gott dafür zuständig ist, das gefälligst auch zu tun. Ein erfülltes Leben ist ein Leben der Selbstverleugnung, wie es die Bibel nennt. Unter Selbstverleugnung versteht das Neue Testament nicht Selbstquälerei. Die Forderung Jesu an seine Jünger, sie sollten sich selbst verleugnen (Matthäus 16:24; Markus 8:34; Lukas 9:23), hat es nicht darauf abgesehen, dass die Jünger sich allerlei Leiden selbst auferlegen oder suchen. Gemeint ist damit vielmehr: Die Jünger sollen ihr eigenes Ich (oder ihre eigene Seele / Leben) nicht mehr als massgebend anerkennen. Sie sollen darauf verzichten, den Antrieben ihrer eigenen Person zu folgen, zu versuchen, alles selbst im Griff zu haben und sich stattdessen der weisen und liebevollen Führung Gottes unterstellen. Das ist die biblische Voraussetzung, um im Neuen Bund zu leben und zur Familie Gottes zu gehören.

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