8.Juni 2017 (Böse „von Jugend an“)

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    • 8.Juni 2017 (Böse „von Jugend an“)

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      Böse „von Jugend an“

      Wasche mich völlig [rein] von meiner Schuld und reinige mich von meiner Sünde; denn ich erkenne meine Übertretungen, und meine Sünde ist allezeit vor mir. An dir allein habe ich gesündigt und getan, was böse ist in deinen Augen, damit du recht behältst, wenn du redest, und rein dastehst, wenn du richtest. Siehe, in Schuld bin ich geboren, und in Sünde hat mich meine Mutter empfangen. Siehe, du verlangst nach Wahrheit im Innersten: so lass mich im Verborgenen Weisheit erkennen! (Psalm 51:4-8)


      Ich denke, dass in den beiden vorigen Begebenheiten nicht die Gier nach Geld im Vordergrund stand, sondern die Gier nach Anerkennung, Macht und Ansehen, letztendlich ging es wohl darum, von anderen angehimmelt bzw. angebetet zu werden. Damit macht man sich selbst zum Gott und um das zu vertuschen, gibt man sich besonders heilig und hingegeben. Das ist ein typisch narzisstisches Persönlichkeitsmerkmal und Menschen, die diesen Lebensstil führen, kommen grundsätzlich unter dämonische Belastung, ob das jetzt ein einfaches Schäflein einer Gemeinde ist, oder jemand in der Leiterschaft. Kontrollzwänge, Manipulation, Scheinheiligkeit und Missbrauch sind nur dämonische Folgen dieser Herzenshaltung, die die Bibel böse oder bösartig nennt. Aus dieser satanischen Narzissmuswurzel kommt auch das Messen mit zweierlei Maß, das Jesus den Pharisäern vorwarf (Matthäus 23:24+25). Narzissmus bei gläubigen Christen ist keine Krankheit, sondern ein sich Öffnen für dämonische Mächte, eine Form von Hexerei und Zauberei und damit zieht sich auch ein wiedergeborener Mensch Gottes Zorn zu. Jesus gab dazu ein Gleichnis zum Besten, wir wollen es in drei Teilen lesen:

      „Darum gleicht das Reich der Himmel einem König, der mit seinen Knechten abrechnen wollte. Und als er anfing abzurechnen, wurde einer vor ihn gebracht, der war 10 000 Talente schuldig. Weil er aber nicht bezahlen konnte, befahl sein Herr, ihn und seine Frau und seine Kinder und alles, was er hatte, zu verkaufen und so zu bezahlen. Da warf sich der Knecht nieder, huldigte ihm und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, so will ich dir alles bezahlen! Da erbarmte sich der Herr über diesen Knecht, gab ihn frei und erließ ihm die Schuld.“ (Matthäus 18:23-27)

      Jesus spricht hier nicht von einem x-beliebigen Erdenbürger, sondern von einem gläubigen Menschen, denn diesem Menschen war seine Schuld vom König (Gott) komplett erlassen worden. Deshalb können wir an dieser Stelle uns selbst einsetzen, denn auch uns ist durch das Opfer Jesu und unseren Eintritt in den Neuen Bund alle Schuld erlassen, so als wäre sie niemals geschehen.

      Jesus erzählt von einem Knecht des Königs. Nach dem Neuen Testament ist ein Knecht ein Diener. Entweder dienen wir der Sünde – wie es in Johannes 8:34 steht: „Wer Sünde tut, der ist der Sünde Knecht“ oder aber wir dienen Gott und dem Herrn Jesus. So bezeichnete sich auch Paulus in Römer 1:1 als „ein Knecht Jesu Christi“. In Offenbarung 22:3 lesen wir:

      „Und der Thron Gottes und des Lammes wird in der Stadt sein, und seine Knechte werden ihm dienen.“

      Wir können also festhalten, dass der genannte Knecht im Gleichnis kein Gottloser, sondern ein Christ ist.

      Jesus erzählte dieses Gleichnis seinen Jüngern um Petrus herum, das waren allesamt rechtschaffene Menschen, die noch nie jemanden umgebracht hatten, nichts gestohlen hatten (außer Judas) und sicherlich auf Grund ihrer religiösen Erziehung um die Wahrheit bemüht waren und er macht sie hier – wie auch uns jetzt - darauf aufmerksam, wie groß trotzdem ihre Schuld vor Gott war, die sie angehäuft hatten. Im Gleichnis wird der Schuldbetrag genannt, 10.000 Talente, damit können wir heute nicht allzuviel anfangen. Wir können aber einen Wertevergleich vornehmen. Zur Zeit Jesu betrug der Tageslohn eines Tagelöhners und auch der Sold eines römischen Soldaten ein Denar. Wenn wir das nun in das Gleichnis einbringen und einen Stundenlohn von 12 Euro zu Grunde legen, erhalten wir die Summe, so wie sie sich uns heute darstellen würden. Demnach schuldete der Knecht seinem Herrn 130 Millionen Tageslöhne bzw. 400 000 Jahreslöhne. So krass sieht Gott die Schuld, die wir ihm gegenüber hatten, bevor er uns alles vergeben hatte.

      Wir können es auch anders betrachten. Die als sehr groß geltende Flotte der Spanier, die Armada, verfügte über 133 Segelschiffe. Der spanische König Philipp II. zog 1588 mit der Armada gegen England, aber seine Seeschlacht ging verloren. Solch ein Segelschiff kostete zu Jesu Zeiten etwa 1 Talent oder 34 kg Gold. Die Schuld des Knechts dem König gegenüber stellte also einen Wert von 10.000 solcher Segelkriegsschiffen dar, das wiederum entspricht einer Flotte, die 75 mal größer ist als die berühmte spanische Armada.

      Wie kommt es, dass Jesus die Schuld des Knechtes vor Gott so außergewöhnlich hoch ansetzt? Die Antwort finden wir in der Bergpredigt. Dort sagt Jesus in Matthäus 5:22:

      „Wer mit seinem Bruder zürnt … und sagt: Du Narr [Dummkopf, Blödmann, aber auch Gottloser], der ist des höllischen Feuers schuldig.“

      Das ist für uns schwer nachvollziehbar. Aber Jesus führt uns damit vor Augen: In unserm Leben steigt die Schuldenlast vor Gott so unermesslich hoch an, dass niemand in der Lage ist, sie zu begleichen. Die Sünde wiegt vor Gott so schwer, dass sie uns unweigerlich in die Hölle reißt – und das vermag schon eine einzige Sünde. Wir wissen das auch theoretisch, aber würden wir es wirklich mit dem Herzen wissen, dann würden wir absolut keinen auch noch so kleinen Kompromiss mit der Sünde mehr eingehen.

      Der König muss um das böse Herz dieses Knechtes gewusst haben, denn wir lesen im Vers 29, dass der Knecht beteuerte, er werde alles zurückzahlen. Das war offensichtlich eine glatte Lüge, denn selbst dem dümmsten unter der Sonne war klar, dass man als Knecht 400 000 Jahresgehälter nicht zurückzahlen kann. Trotzdem erließ ihm der König die gesamte Schuld – für uns unvorstellbar. Aber in dieser Gnade, die Gott ihm erwies, lag die Chance, dass sein Herz dadurch verändert werden könnte und genau darauf kommt es Gott, dem König ja an.

      Es ist eine typisch narzisstische Verhaltensweise, wenn wir unsere Schuld, solange es geht, auf andere schieben (1.Mose 3:12+13), und wenn wirklich nichts mehr geht, Wiedergutmachung geloben, auch wenn wir wissen, dass wir das niemals tun können und werden. Hier geht’s also nicht um Buße, sondern einzig und allein darum, seine Haut zu retten, deshalb geht man auf die Knie und zeigt dadurch eine Kapitulation vor Gott, die allerdings im Herzen nicht stattgefunden hat. Das Gelöbnis, alles zurückzubezahlen, bzw. wiedergutzumachen kommt eindeutig aus einem bösen, narzisstischen Herzen dessen maßlose Arroganz und Selbstüberschätzung den Blick für die Tatsachen verschließt.

      Wir sollten uns heute vielleicht fragen, ob wir unsere Schuld vor Gott, auch wenn sie bereits vergeben ist, wirklich erfasst haben. Steht sie uns ständig vor Augen, wie David im Eingangsvers singt, vor allem, wenn andere an uns schuldig werden? Nichts verändert unser Herz so sehr, wie die tiefe Erkenntnis unserer Schuld vor Gott und sie ist der Schlüssel dafür, ein Leben in Gnade und aus Gnade heraus zu führen. Solange wir unsere Sünden und Fehler verharmlosen, dem Zeitgeist oder anderen zuschreiben oder nach Ausreden suchen, haben wir noch nicht begriffen, um was es eigentlich geht. Unser Kampf ist gegen diese narzisstischen Stützpunkte Satans in unserem Herzen und dieser wird meist gar nicht oder halbherzig geführt, deshalb sind viele Christen derartige Mimosen oder depressiv, nicht nur die 08/15-Schäflein, sondern auch die Leiter, die ihre Depressionen hinter Aktivität bis hin zum Burnout zu verstecken wissen. Das sind keine typisch christlichen Krankheiten, es sind dämonische Belastungen. Wenn wir das Gleichnis weiterlesen, werden wir das verstehen.

      Ein solcher Narzisst, der sich selbst als der Superchrist schlechthin empfindet, schrieb heute einer wiedergeborenen Leiterin messianischer Juden in Facebook zum Geburtstag an die Pinwand: „Ich wünsche Dir alles Gute zum Geburtstag, viel Gesundheit und daß Du den richtigen Weg zum ewigen Leben finden mögest.“ und weiter, Nachfolge bedeute „Tägliches Leben ohne jegliche Sünde, auch gedanklich, durch Jesus Christus“. Ich erzürnte, als ich das las und konfrontierte diesen Geist, indem ich schrieb: „Oh mein Gott - was für eine maßlose Arroganz.“ - Prompt kam die Antwort zurück: „Klaus Stimmler - Dein Gott ist Satan, der Vater der Lüge.“ So schrieb ich nur noch: „Gott möge Ihnen gnädig sein“, woraufhin sofort zurückkam: „Von eurem „Gott“ Satan kommt keinerlei Gnade!“ und es folgte ein langer Artikel über „Satans blinde Kinder“, den ich allerdings bereits nicht mehr gelesen habe.
      Wir sündigen täglich, auch als wiedergeborene Christen, das schreibt auch Johannes:

      „Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, so verführen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns.“ (1.Johannes 1:8)


      Wenn wir das nicht (mehr) erkennen können, dann sind wir keine besonders Heiligen, sondern dann sind wir unter dämonischer Belastung, denn die Erkenntnis, dass wir sündlos seien, kommt nicht vom Heiligen Geist, sondern direkt aus der Hölle, denn sie widerspricht dem Wort Gottes. Interessant auch die Reaktion dieser Mächte, die sofort verurteilen, um sich selbst zu vertuschen: ...dein Gott ist Satan der Vater der Lügen. - Unser Fleisch ist und bleibt böse, bis zu unserem letzten Atemzug. Es wird niemals fromm, never ever. Aber unser Herz kann und muss verändert werden, das ist die Botschaft des Alten wie auch Neuen Testaments. Deshalb bin ich diesem Menschen auch nicht böse wegen der gnadenlosen Verurteilung meiner Person, obwohl er mich gar nicht kennt. Und wenn ich schrieb: „der Herr sei Ihnen gnädig“, weil ich weiß, dass wir mit dem Maß gemessen werden, mit dem wir andere messen, dann meinte ich das sehr ernst.

      „Und der HERR roch den lieblichen Geruch, und der HERR sprach in seinem Herzen: Ich will künftig den Erdboden nicht mehr verfluchen um des Menschen willen, obwohl das Trachten des menschlichen Herzens böse ist von seiner Jugend an; auch will ich künftig nicht mehr alles Lebendige schlagen, wie ich es getan habe.“ (1.Mose 8:21)


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