7.Juni 2017 (Zorn Gottes und Buße)

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    • 7.Juni 2017 (Zorn Gottes und Buße)

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      Zorn Gottes und Buße

      „Als aber Simon sah, dass durch die Handauflegung der Apostel der Heilige Geist gegeben wurde, brachte er ihnen Geld und sprach: Gebt auch mir diese Vollmacht, damit jeder, dem ich die Hände auflege, den Heiligen Geist empfängt! Petrus aber sprach zu ihm: Dein Geld fahre mit dir ins Verderben, weil du meinst, die Gabe Gottes mit Geld erwerben zu können! Du hast weder Anteil noch Erbe an diesem Wort; denn dein Herz ist nicht aufrichtig vor Gott! So tue nun Buße über diese deine Bosheit und bitte Gott, ob dir die Tücke deines Herzens vielleicht vergeben werden mag; denn ich sehe, dass du in bitterer Galle steckst und in Fesseln der Ungerechtigkeit! Da antwortete Simon und sprach: Betet ihr für mich zum Herrn, dass nichts von dem, was ihr gesagt habt, über mich komme!“ (Apostelgeschichte 18:18-24)

      Auch dieser Simon war gläubig und getauft und begleitete Petrus und Philippus auf ihrer Missonsreise durch Samaria, das lesen wir vorher:

      „Aber ein Mann namens Simon hatte zuvor in der Stadt Zauberei getrieben und das Volk von Samaria in seinen Bann gezogen, indem er sich für etwas Großes ausgab. Ihm hingen alle an, Klein und Groß, indem sie sprachen: Dieser ist die große Kraft Gottes. Sie hingen ihm aber an, weil er sie so lange Zeit durch seine Zaubereien in seinen Bann gezogen hatte. Als sie aber dem Philippus glaubten, der das Evangelium vom Reich Gottes und vom Namen Jesu Christi verkündigte, ließen sich Männer und Frauen taufen. Simon aber glaubte auch und hielt sich, nachdem er getauft war, beständig zu Philippus; und als er sah, dass Zeichen und große Wunder geschahen, geriet er außer sich.“ (Apostelgeschichte 8:9-13)

      Auf den ersten Blick findet man hier keine Parallelen zu der „Hananias/Saphira-Story“. Simon hatte einen ganz anderen Background als Hananias. Er war ein sehr mächtiger Mann gewesen, einer, der die Menschen in seinen Bann ziehen konnte und er hatte einen gottähnlichen Status bei den Menschen, der ihm auch zu großem Reichtum verholfen hatte. Dieser hatte nun das Evangelium gehört und sich tatsächlich bekehrt und bezeugte dies in der Taufe, wie es im Vers 13 steht, und wir haben keinen Grund, die Echtheit dieser Bekehrung anzuzweifeln, denn wäre dem so gewesen, wäre es durch den Heiligen Geist in der Apostelgeschichte vermerkt gewesen und Philippus hätte ihn nicht mit auf seine Missionsreise genommen. Er war „außer sich“ oder „in Verzückung“, als er die Wunder sah, mit denen Gott die Verkündigung seines Wortes begleitete und bestätigte und als dann Petrus hinzugestoßen war und den Gläubigen zum Empfangen des Heiligen Geistes die Hände aufgelegt hatte, war es um den Simon geschehen: so eine Autorität wollte er auch haben, koste es, was es wolle. Als er dann den Aposteln eine entsprechende Summe anbot, wurde offenbar: Sein Mund bekannte Jesus, aber sein Herz diente nach wie vor Mammon. So kam es, dass Petrus im Auftrag des Heiligen Geistes einen Fluch auf ihn legen musste, Ausdruck des Zorns Gottes über Simon. Hier können wir auch die Parallele zu Hananias/Saphira erkennen. Es wurde Geld eingesetzt, um sich Macht, Ansehen und Autorität zu erkaufen aber das war nur die augenscheinliche Verfehlung. Was dahinter stand, brachte Petrus sofort auf den Punkt:

      „ denn ich sehe, dass du in bitterer Galle steckst und in Fesseln der Ungerechtigkeit“ (Vers 23).

      Petrus sagte hier nichts anderes als „Simon, du bist zwar getauft, aber du lebst immer noch als Sklave Satans unter dämonischer Belastung“. Das ist die Parallele. Dämonische Belastung. Sie ist die Folge einer bösen, scheinheiligen und heuchlerischen Herzenshaltung. Und genau das ist der Ausdruck des Zornes Gottes über einem Gläubigen: Er kommt automatisch in die Gefangenschaft dessen, dem er in Wahrheit dient. Simon fiel nicht wie Hananias und Saphira gleich tot um, aber der Fluch stand ab diesem Moment über seinem Leben:

      „Dein Geld fahre mit dir ins Verderben, weil du meinst, die Gabe Gottes mit Geld erwerben zu können! Du hast weder Anteil noch Erbe an diesem Wort; denn dein Herz ist nicht aufrichtig vor Gott!“ (Vers 20+21)

      Als ehemaliger Zauberer wusste Simon über die Macht der Flüche und bekam es plötzlich mit der Angst zu tun. Er wollte nicht mit seinem Geld „ins Verderben fahren“. Gott benutzte diese Situation, damit Simon erkennen kann, wie abgrundtief schlecht sein Herz doch war, damit er in Buße findet und dadurch auf den richtigen Weg kommt, wie es ihm auch Petrus sagte:

      „So tue nun Buße über diese deine Bosheit und bitte Gott, ob dir die Tücke deines Herzens vielleicht vergeben werden mag“ (Vers 22)

      Das tat Simon nicht, sondern er sagte interessanterweise:

      „Betet ihr für mich zum Herrn, dass nichts von dem, was ihr gesagt habt, über mich komme!“ (Vers 24)

      Das ist keine Buße, es zeigt uns lediglich, dass Simon überhaupt keinen Draht mehr zu Gott hatte und genau dies ist in der Seelsorge ein Hauptmerkmal für dämonische Belastung aufgrund des Zornes Gottes. Damit klärt sich auch die Frage, ob ein gläubiger Christ wieder unter dämonischen Einfluß geraten könne. Ja natürlich. Diese Dämonisierung blockiert schleichend jegliche Kommunikation mit Gott. Das weiß allerdings die betroffene Person meist sehr gut zu überspielen, indem sie ihren Mitchristen vorspielt, welch enge Beziehung sie mit dem Herrn hätte, für jeden „ein Wort vom Herrn“ hat und sich im Gottesdienst besonders (übertrieben) geistlich gibt. Das betrifft nicht nur das Fußvolk, sondern genauso die Leiter. Mit zunehmender Belastung werden dann auch zwischenmenschliche Beziehungen auf Eis gelegt oder zerstört, das fängt meist innerhalb der Familie an und breitet sich dann auch auf Freunde Bekannte und Glaubensgeschwister aus. Dazu kommen meist gesundheitliche Beeinträchtigungen, Unfälle und Krankheiten. Das kann sehr lange Zeit so gehen, aber irgendwann einmal landen sie an dem Punkt, an dem Simon war, wo sie zugeben müssen, dass sie Heuchler sind und keine Beziehung (mehr) zu Gott haben und dass sie die Gebete und seelsorgerliche Begleitung ihrer Geschwister brauchen, um in wirkliche Buße zu finden, ohne die keine Befreiung möglich ist.

      Auch hier können wir erkennen, dass es der Zorn Gottes ist, der solch einen gläubigen Menschen aufgrund seiner bösen Herzenshaltung unter dämonische Belastung gibt, dass es aber gleichzeitig die Liebe Gottes ist, die ihn dadurch zurecht bringen will, bevor er für ewig verloren geht.

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