6.Juni 2017 (Gläubige unter dem Zorn Gottes)

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    • 6.Juni 2017 (Gläubige unter dem Zorn Gottes)

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      Gläubige unter dem Zorn Gottes


      Ich hör immer wieder, dass der Gott des Alten Testaments ein zorniger Gott gewesen sei, der Gott des Neuen Testaments aber ein liebender Vater ist. Fest steht, dass es derselbe Gott im Alten wie im Neuen Testament ist, ein Gott, der immer derselbe war und bleibt und das zeigt, wie wenig doch die Liebe Gottes wirklich verstanden wird. Die gute Nachricht ist also, dass ein wiedergeborener Mensch nicht mehr prinzipiell unter dem Zorn Gottes steht, die schlechte, dass auch ein Wiedergeborener erneut unter den Zorn Gottes kommen kann und dabei sprech ich vom Neuen Testament, denn im Alten gab es ja noch gar keine Wiedergeburt. Es sind aber nicht unsere Sünden an sich, durch die wir uns den Zorn Gottes zuziehen können, sondern es sind die verborgenen Herzenshaltungen, die dahinter stecken.

      Dazu eine Begebenheit in der Urgemeinde, die zu lesen mir immer recht schwer fiel, bis ich eines Tages verstanden hab, worum es da eigentlich geht:

      „Ein Mann aber mit Namen Ananias verkaufte ein Grundstück zusammen mit seiner Frau Saphira, und schaffte etwas von dem Erlös für sich beiseite mit Wissen seiner Frau; und er brachte einen Teil davon und legte ihn den Aposteln zu Füßen. Petrus aber sprach: Ananias, warum hat der Satan dein Herz erfüllt, sodass du den Heiligen Geist belogen hast und von dem Erlös des Gutes etwas für dich auf die Seite geschafft hast? Hättest du es nicht als dein Eigentum behalten können? Und als du es verkauft hattest, war es nicht in deiner Gewalt? Warum hast du denn in deinem Herzen diese Tat beschlossen? Du hast nicht Menschen belogen, sondern Gott! Als aber Ananias diese Worte hörte, fiel er nieder und verschied. Und es kam große Furcht über alle, die dies hörten. Und die jungen Männer standen auf, hüllten ihn ein, trugen ihn hinaus und begruben ihn. Und es geschah, dass nach ungefähr drei Stunden auch seine Frau hereinkam, ohne zu wissen, was sich ereignet hatte. Da richtete Petrus das Wort an sie: Sage mir, habt ihr das Gut um so und so viel verkauft? Sie sprach: Ja, um so viel! Petrus aber sprach zu ihr: Warum seid ihr übereingekommen, den Geist des Herrn zu versuchen? Siehe, die Füße derer, die deinen Mann begraben haben, sind vor der Tür, und sie werden auch dich hinaustragen! Da fiel sie sogleich zu seinen Füßen nieder und verschied; und als die jungen Männer hereinkamen, fanden sie sie tot und trugen sie hinaus und begruben sie bei ihrem Mann. Und es kam große Furcht über die ganze Gemeinde und über alle, die dies hörten.“ (Apostelgeschichte 5:1-11)

      Hananias und seine Frau Saphira kamen unter den Zorn Gottes und der Tod raffte sie beide als Folge dessen hinweg, weil sie Petrus angelogen hatten, so liest sich das, aber ich möchte euch aufzeigen, dass ihr Herz durch und durch schlecht war, obwohl sie dieser ersten Gemeinde angehörten. Wie ihr wisst, les ich deshalb gern auch das „vorher“ und „nachher“, weil ich dann besser nachempfinden kann, warum was wann und wie passierte:

      „Es litt auch niemand unter ihnen Mangel; denn die, welche Besitzer von Äckern oder Häusern waren, verkauften sie und brachten den Erlös des Verkauften und legten ihn den Aposteln zu Füßen; und man teilte jedem aus, so wie jemand bedürftig war. Joses aber, der von den Aposteln den Beinamen Barnabas erhalten hatte (das heißt übersetzt: »Sohn des Trostes«), ein Levit, aus Zypern gebürtig, besaß einen Acker und verkaufte ihn, brachte das Geld und legte es den Aposteln zu Füßen.“ (Apostelgeschichte 4:34-37)

      Und? - denkt man. Die Haus- und Grundbesitzer machten ihre Objekte zu Geld und das wurde dann unter denen, die Geldmangel hatten, verteilt. Dieser Joses machte es genauso – warum wird er namentlich speziell erwähnt? Die Antwort ist, weil Joses von den Aposteln umbenannt wurde, unter diesem zweiten Namen ist er uns eher bekannt: Barnabas. Von ihm lesen wir in der ganzen Apostelgeschichte und die Apostel sind wohl durch seine Verkaufstat und Spende auf ihn speziell aufmerksam geworden als einen Mann, der in besonderer Weise heilig, also für Gott ausgesondert war. Das dürfte auch der Grund für seine Namensänderung gewesen sein. Er war also etwas Besonderes in der etwa 5000 Mann großen Jerusalemer Gemeinde.

      Das waren nun Ananias und Saphira nicht. Wir würden Ananias heute zum Gemeindefußvolk zählen und anscheinend war dies der Grund für eine Diskussion mit seiner Frau, die ebenfalls darunter litt, dass sie mit einem Gemeindenobody und nicht mit einem angesehenen Leiter verheiratet war. Sie dachten: „Wenn wir es genauso machen wie Barnabas, werden die Apostel auch uns erhöhen, so wie sie Barnabas erhöht hatten, die Menschen sehen zu uns hoch, jeder kennt uns, jeder spricht mit uns, jeder hat Respekt vor uns.“ Der Grund ihres Ackerverkaufs war also nicht die Einsicht in Gottes Ordnungen sondern die Sucht nach Macht und Anerkennung innerhalb der Gemeinde, die dann zur Vertuschung und Verschleierung, also Lüge über den Erlös führen würde, das war ihnen bereits in der Planung bekannt. Das Problem war nicht, dass sie nur einen Prozentsatz des Erlöses zu den Füßen des Petrus gelegt hatten, um den Rest für sich zu behalten. Das Problem war, dass sie etwas zu erlangen suchten, wofür sie auf Grund ihrer Herzenshaltung gar keine Voraussetzungen hatten, nämlich zur Leiterschaft zu gehören, was ihnen laut eigener Einschätzung wohl zustand, laut Gottes Einschätzung aber nicht. Deshalb sagte auch Petrus, sie hätten Gott belogen (Vers 4) bzw. den Heiligen Geist versucht (Vers 9). Sie waren, obwohl gläubige Gemeindemitglieder, spätestens ab der Planung ihrer Tat unter satanischem Einfluss (Vers 3) und weil der Teufel ihr Herz erfüllt hatte, wurden sie zu Heuchlern und Scheinheiligen, die Gott in dieser Gemeinde nicht dulden wollte und die deshalb dem Zorn Gottes anheim fielen. Gott zeigte dadurch, wie sehr er eine derartige Herzenshaltung verabscheut, die von Jesus „Sauerteig der Pharisäer“ genannt wird, wovor er seine Jünger explizid mehrfach gewarnt hatte:

      „Jesus aber sprach zu ihnen: Habt acht und hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer!“ (Matthäus 16:6)

      „Warum versteht ihr denn nicht, dass ich euch nicht wegen des Brotes gesagt habe, dass ihr euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer hüten solltet? Da sahen sie ein, dass er nicht gesagt hatte, sie sollten sich hüten vor dem Sauerteig des Brotes, sondern vor der Lehre der Pharisäer und Sadduzäer.“(Matthäus 16:11+12)

      Da gebot er ihnen und sprach: Seht euch vor, hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und vor dem Sauerteig des Herodes!“ (Markus 8:15)

      „Als sich inzwischen das Volk zu Tausenden gesammelt hatte, sodass sie aufeinander traten, begann er zuerst zu seinen Jüngern zu sprechen: Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, welcher die Heuchelei ist!“ (Lukas 12:1)

      Dieser Sauerteig der Scheinheiligkeit und Heuchelei ist innerhalb einer Kirche oder Gemeinde eine Art Virus, dem über kurz oder lang im Laufe der Kirchengeschichte nahezu alle vom Heiligen Geist gewirkten Erweckungen und Bewegungen zum Opfer gefallen sind und heute noch fallen. Es ist Satans beliebteste Waffe um zu verhindern, dass das Reich Gottes hier auf Erden wirklich entstehen kann und dass Erweckungen geschehen oder so dafür zu sorgen, dass diese bereits im Keim erstickt werden. Deshalb brauchen wir uns nicht wundern, dass solch eine Herzenshaltung bei Gläubigen den Zorn Gottes nach sich zieht. Die dies praktizierenden Christen fallen zwar nicht mehr tot um, aber sie kommen unter dämonische Belastung, was allerdings auch zum Tod führen kann, zum physischen und auch geistlichen. Petrus sagte im Vers 3: „ Ananias, warum hat der Satan dein Herz erfüllt...“ Wenn der Teufel wirklich das Herz eines Menschen erfüllt, kann Jesus nicht mehr in ihm wohnen und dann geh ich verloren, auch wenn ich nicht sofort tot umfalle. Das ist ein sehr ernstes Thema, das nur gläubige Christen betrifft, denn die Ungläubigen gehen ja sowieso verloren, wenn sie auf ihrem eigenen Weg weitergehen. Aber die gute Botschaft ist, dass es ein Prozess ist, von der satanischen Infiltrierung eines gläubigen Herzens bis dahin, dass der Teufel es ganz besitzt, in dem Gott das Leiden, das durch diese dämonischen Mächte den Betroffenen zugefügt wird, dazu benutzt, um sie in Buße zu führen um sie dadurch wieder zurechtzubringen.

      „Denn ich habe kein Gefallen am Tod dessen, der sterben müsste, spricht Gott der HERR. Darum bekehrt euch, so werdet ihr leben.“ (Hesekiel 18:32)

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