29.Mai 2017 (Kann Gott auch auf seine Kinder zornig sein?)

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • 29.Mai 2017 (Kann Gott auch auf seine Kinder zornig sein?)

      .


      Kann Gott auch auf seine Kinder zornig sein?


      „Denn es wird geoffenbart Gottes Zorn vom Himmel her über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, welche die Wahrheit durch Ungerechtigkeit aufhalten. (Römer 1:18)


      Einer der großen amerikanischen Theologen, Albert Barnes schrieb Mitte des 19. Jahrhunderts:

      „Gottes Zorn ist der Widerstand des göttlichen Charakters gegenüber der Sünde und die Entschlossenheit des göttlichen Verstandes, diesen Widerstand in angemessener Weise zum Ausdruck zu bringen durch den Ausschluss des Übeltäters von den Vergünstigungen, die Er den Gerechten gewährt. Wir bewundern den Charakter eines Vaters, der sich der Unordnung, dem Laster und dem Ungehorsam in seiner Familie widersetzt und der seinen Widerstand in angemessener Weise zum Ausdruck bringt. Wir bewundern den Charakter eines Regenten, der sich allem Verbrechen im Gemeinwesen widersetzt und sein Empfinden im Gesetz ausdrückt. Warum sollten wir nicht gleichermaßen Gefallen haben an Gott, der sich allem Verbrechen in allen Teilen des Universums widersetzt und der sich entschließt, Seinen Widerstand in der angemessenen Weise auszudrücken um der Erhaltung der Ordnung und der Förderung des Friedens willen?“

      Durch die Schuld der Ureltern, Adam und Eva, wurde jeder Mensch auf Erden (mit Ausnahme Jesu) mit dem Samen der Rebellion gegen Gott geboren, ja sogar bereits empfangen:

      „Siehe, in Schuld bin ich geboren, und in Sünde hat mich meine Mutter empfangen.“ (Psalm 51:7)

      „Wie nun? Haben wir etwas voraus? Ganz und gar nicht! Denn wir haben ja vorhin sowohl Juden als Griechen beschuldigt, dass sie alle unter der Sünde sind, wie geschrieben steht: »Es ist keiner gerecht, auch nicht einer; es ist keiner, der verständig ist, der nach Gott fragt. Sie sind alle abgewichen, sie taugen alle zusammen nichts; da ist keiner, der Gutes tut, da ist auch nicht einer!“ (Römer 3:9-12)

      Der natürliche Mensch wird also als Rebell gegen Gott bereits empfangen und geboren und wird deshalb in den Zorn Gottes hineingeboren, daran können wir nichts ändern. Aber was wir ändern können ist, ob wir weiterhin unter dem Zorn Gottes leben, oder nicht. Das meint Johannes der Täufer, wenn er schreibt:

      „Wer an den Sohn glaubt, der hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht glaubt [oder sich weigert, ihm zu glauben], der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm. (Johannes 3:36)

      Das bedeutet aber nicht, dass ein Wiedergeborener nicht mehr unter den Zorn Gottes kommen könnte. Paulus schreibt:

      „Was die menschliche Natur hervorbringt, ist offensichtlich: sexuelle Unmoral, Unsittlichkeit und Ausschweifung, Götzendienst und Zauberei, Feindseligkeit, Streit und Eifersucht, Zornausbrüche, Intrigen, Zwistigkeiten und Spaltungen, Neidereien, Sauforgien, Fressgelage und ähnliche Dinge. Ich warne euch, wie ich das schon früher getan habe: Wer so lebt, wird in Gottes Reich keinen Platz haben.“ (Galater 5:19-21)

      Was Paulus hier als „menschliche Natur“ bezeichnet, heißt nicht, dass der Mensch so erschaffen worden ist, sondern es ist das Ergebnis oder die Folge dessen, was im Paradies geschehen war, wo sich Adam, als Urvater stellvertretend für die ganze aus ihm kommende Menschheit, gegen die Abhängigkeit von Gott entschieden hatte und so unter die Herrschaft Satans gekommen war. Und wir sollten immer bedenken, dass die Macht über die Erde nicht Satan, sondern dem Menschen ursprünglich von Gott gegeben worden war:

      „Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen nach unserem Bild, uns ähnlich; die sollen herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel des Himmels und über das Vieh und über die ganze Erde, auch über alles Gewürm, das auf der Erde kriecht!“ (1.Mose 1:26)

      Paulus hat hier keinen Sündenkatalog aufgestellt und er wollte damit auch nicht sagen, dass es schlimme und weniger schlimme Sünden gibt, denn Sünde ist Sünde und damit grundsätzlich Rebellion gegen Gottes ewige Ordnung, er wollte damit aufzeigen, dass man anhand dessen, dass diese Sünden eine Art Lebensstil darstellen, erkennen kann, dass ein Mensch, der diesen pflegt, nicht wiedergeboren sein kann und somit verloren geht. Im Leben eines wiedergeborenen Christen geht es darum, Narzissmus und seine Tendenzen durch den Heiligen Geist zu erkennen, sich davon loszusagen und ihn zu bekämpfen und zwar nicht in anderen, sondern in uns selbst.

      Der Ausdruck Narzissmus steht, laut Wikipedia, alltagspsychologisch und umgangssprachlich im weitesten Sinne für die Selbstverliebtheit und Selbstbewunderung eines Menschen, der sich für wichtiger und wertvoller einschätzt, als urteilende Beobachter ihn einschätzen. Der Duden übersetzt den Begriff als übersteigerte Selbstliebe und Ichbezogenheit. Vereinfacht gesagt ist das einer, der sein „ich selbst“, also seine Seele, zum Gott erhebt. Das ganze ist gepaart mit Hochmut, Stolz, Ungerechtigkeit, Unwahrheit und einigem mehr, es ist die Wesensart Satans persönlich. Narzissmus ist also kein psychologisches, sondern ein geistliches Problem und auch als wiedergeborene Christen sind wir nicht automatisch frei davon, sondern müssen uns vom Heiligen Geist von diesen satanischen Stützpunkten in uns befreien lassen. Tun wir das nicht, widerstehen wir Gott und dann widersteht er auch uns und so ziehen wir als Wiedergeborene den Zorn Gottes auf uns, mit dem er uns wieder zurechtbringen möchte, ja in seiner Treue zurecht bringen muss, denn die Duldung dieser satanischen Stützpunkte in uns kann uns früher oder später in die Lästerung des Heiligen Geistes führen, wo eine Umkehr nicht mehr möglich sein wird. Deshalb warnte Paulus die Christen in Rom nachdrücklich davor, einen derartigen Lebensstil weiterzuführen und auch wir sollten in diesem Punkt sehr aufmerksam sein, denn unser Ziel ist doch das ewige Leben in der vollendeten Gemeinschaft mit Gott. Aber auch schon hier auf der Erde wollen wir doch immer tiefer in die Liebe und Gnade unseres himmlischen Vaters fallen und uns nicht seinen Zorn zuziehen.


      „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach dem Vorsatz berufen sind. Denn die er zuvor ersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Ebenbild seines Sohnes gleichgestaltet zu werden, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern. Die er aber vorherbestimmt hat, die hat er auch berufen, die er aber berufen hat, die hat er auch gerechtfertigt, die er aber gerechtfertigt hat, die hat er auch verherrlicht.“ (Römer 8:28-30)



      .