30.März (Der Zorn Gottes und das ewige Gesetz)

    • 30.März (Der Zorn Gottes und das ewige Gesetz)

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      Der Zorn Gottes und das ewige Gesetz


      Wer an den Sohn glaubt, der hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht glaubt [oder sich weigert, ihm zu glauben], der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm. (Johannes 3:36)

      Wäre Gott wirklich der „liebe“ Gott, der keiner Fliege was zuleide tun kann, wie er zuweilen verkündet wird, dann würde diese Aussage Johannes des Täufers keinen Sinn machen und vergessen wir nicht, dass Gott sich nicht verändert hat, sondern in Ewigkeit derselbe bleiben wird:

      „Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab, von dem Vater der Lichter, bei dem keine Veränderung ist, noch ein Schatten infolge von Wechsel.“ (Jakobus 1:17)

      „Jesus Christus ist derselbe gestern und heute und auch in Ewigkeit!“ (Hebräer 13:8)

      Obgleich ich bekehrt war, hatte ich viele Jahre lang Probleme, wenn ich im Alten Testament las, die es mir unmöglich machten, Gott wirklich zu lieben, denn vieles, was ich da von ihm las, war in meinen Augen an Grausamkeit fast nicht zu übertreffen, deshalb richteten sich meine Gebete an Jesus, denn mit dem konnte ich mich identifizieren, mit diesem alttestamentlichen Gott allerdings wollte ich, wie ich das heute erkenne, nichts zu tun haben. Das war mir zu gefährlich. Für mich war er ein zorniger, unberechenbarer Gott, dem man am besten aus dem Weg ging, ein Vater, vor dessen gnadenloser Härte und Willkür ich mich noch mehr fürchtete als vor Tod und Teufel. Mit meiner Wiedergeburt und Taufe, die viele Jahre später erst erfolgte, fing dann der Heilige Geist an, mir aufzuzeigen, dass Gott überhaupt nicht willkürlich handelt, sondern dass sein Zorn und die daraus resultierenden Handlungen Ausdruck seiner Gerechtigkeit und Liebe sind. Voraussetzung für diesen Lernprozess, der mich näher zum Herzen des Vaters führte, war der Glaube daran, dass Jesus und der Vater eins sind, dass also Jesus der fleischgewordene Gott selbst ist und deshalb auch keinen geringeren Rang einnimmt. Davor sah ich Jesus als eine Art Prellbock zwischen mir und Gott etwa in der Art, wie die Kinder Israel Mose als Prellbock zwischen sich und Gott sahen und absolut keinen Bock drauf hatten, mit diesem Gott in Kontakt zu kommen:

      „Als das ganze Volk erlebte, wie es blitzte und donnerte, Posaunenschall ertönte und der Berg rauchte, bekam es große Angst und blieb zitternd in weiter Ferne stehen. Die Leute sagten zu Mose: »Wir haben Angst, wenn Gott so mit uns redet. Wir werden noch alle umkommen! Sprich du an seiner Stelle zu uns, wir wollen auf dich hören.« Da sagte Mose zum Volk: »Ihr müsst keine Angst haben. Gott ist nur gekommen, um euch auf die Probe zu stellen. Er will, dass ihr ihn ehrt und euch davor hütet, ihm ungehorsam zu sein.« Das Volk blieb also in der Ferne stehen. Mose aber näherte sich der dunklen Wolke, in der Gott war.“ (2.Mose 20:18-21)

      1990, also zwei Jahre vor meiner Wiedergeburt, war ein Lied von Bette Middler in den Charts mit dem Titel „From a distance“, zu der Zeit einer meiner Lieblingssongs, drückte der Text doch aus, wie ich Gott zu kennen glaubte:

      „Aus der Ferne betrachtet haben wir alle genug, und niemand ist in Not. Und da sind keine Waffen, keine Bomben und keine Krankheit, keine hungrigen Mäuler zu füttern. Aus der Ferne betrachtet marschieren wir alle in einer Linie, spielen Lieder der Hoffnung, spielen Lieder des Friedens, das sind die Lieder von jedem einzelnen Menschen. Gott beobachtet uns, Gott beobachtet uns, Gott beobachtet uns, aus der Ferne.“

      Dieser Text ist allerdings, wenn man ihn mal genau durchliest, eine Anklage gegen Gott. Es ist die Antwort derer, die wie ich damals, obwohl gläubig, Gott nicht kennen auf die Frage, weshalb es soviel Leid und Elend auf der Welt gibt, nämlich weil ihm das egal sei. Man unterstellt ihm Lieblosigkeit, Ungerechtigkeit und Unnahbarkeit. Man hat in diesem Song den Zorn Gottes einfach ausgeblendet, wie sämtliche anderen Emotionen auch, um dadurch zu verschleiern, dass Gottes Gesetz von Ewigkeit zu Ewigkeit gültig ist und dass Gott nicht wegschaut und auch nicht nur beobachtet, sondern über dieses Gesetz wacht und auch reagiert. Ich meine hier nicht das Gesetz des Mose, denn das ist nur eine in menschliche Worte gepresste unvollständige Kurzfassung des ewigen Gesetzes Gottes, das wir letztendlich nur mit dem Herzen ein wenig begreifen können.

      Vor allem was war, war Gott, das Leben. Alles ist aus Gott, also auch alles Leben. Gott existierte schon vor der Erschaffung des Weltalls, das ist der Raum aller Welten (Sonnen). Weil die Zahl aller Sonnensysteme endlich ist, derzeit geschätzt auf 10 Quadrillionen, und ihr Abstand voneinander jeweils endlich ist, ist das Weltall ein endlich großer Teilraum des in Raum und Zeit unendlichen Universums, für uns unvorstellbar. All diese Planeten und Planetensysteme werden durch Gesetze und Gesetzmäßigkeiten des Lebens zusammengehalten, das was wir als Naturgesetze bezeichnen, gehört zu Gottes ewigem Gesetz, dem Gesetz des Lebens. Vom unendlichen Universum bis hin zum kleinsten Atom ist alles diesem Gesetz unterworfen. Alles, was jemals von Gott geschaffen wurde geschah durch sein Wort auf Grundlage dieses ewigen Gesetzes, das nur er allein vollkommen kennt.

      Trotzdem wird all das Geschaffene vergehen mit Ausnahme der ebenfalls nach diesem Gesetz geschaffenen Geister. Das Ewige hat immer Vorrang vor dem Vergänglichen, denn alles Vergängliche ist nur ein Bild auf das Ewige. Deshalb ist auch nicht der Tod eines Menschen sein ultimativ schlimmstes Erlebnis, sondern der geistliche Tod, das ewige Getrenntsein von der Liebe Gottes, des Vaters aller Geister (Hebräer 12:9). Gott ist Geist, der auch alle Geister geschaffen hat und das sind nicht nur Engel, sondern auch wir Menschen sind unsterbliche Geister in einem vergänglichen Körper. Natürlich ist Gott souverän und könnte auch Geister vernichten, aber das tut er nicht, weil er sie liebt, auch wenn manchmal sein Zorn auf ihnen lastet, nämlich dann, wenn diese Geister gegen ihn rebellieren und damit gegen das ewige Gesetz des Lebens verstoßen, was man biblisch „sündigen“ nennt.

      Unter diesem Gesichtspunkt können wir ein wenig besser verstehen, was da damals im Garten Eden geschehen ist. Als Adam und Eva von der verbotenen Frucht gegessen hatten, war dem Tod (als Gegenspieler des Lebens) der Zugang zum Paradies frei. Das war keine Strafe Gottes, sondern die Konsequenz ihrer Rebellion, die Gott ihnen bereits vorher vor Augen gestellt hatte:

      „aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tag, da du davon isst, musst du gewisslich sterben!“ (1.Mose 2:17)

      Gott wusste um die Tragweite ihrer Tat, ihnen selbst war sicherlich nicht klar, dass dieser Tod in dreierlei Weise auf sie und alle ihre Nachkommen kommen würde (körperlicher Tod. moralischer Tod, geistlicher Tod). Sicherlich war Gott zornig, denn er hasst die Sünde, aber trotzdem redete er freundlich mit den beiden Menschen, um ihnen Raum für Buße zu verschaffen. Aber Adam und Eva wollten ihr Versagen nicht eingestehen, sondern Adam schob die Schuld Eva zu und Eva der Schlange. Erst jetzt reagierte Gott ultimativ, indem er Flüche über ihnen aussprach. Aber das, was hier als Fluch bezeichnet wird, ist nicht das Ergebnis von bösartiger Hexerei, wie im Satanismus, sondern Gottes Flüche sind nichts anderes als gerechte Urteilssprüche, mit denen er das Fehlverhalten der Menschen nach abgelaufener Bußzeit auf ihren eigenen Kopf zurückbringt.

      Bei Kain verhielt es sich genauso. Durch die Nichtannahme seines geistlich betrachtet falschen Opfers, fühlte er sich von Gott abgelehnt und da er gegen Gott nicht ankam, richtete sich sein Zorn gegen seinen Bruder und in seinen Gedanken begann der Totschlagfilm abzulaufen. Vergessen wir nicht, dass das Gesetz des Mose mit den zehn Geboten zu diesem Zeitpunkt den Menschen noch nicht gegeben war. Aber trotzdem war diese Ordnung des Lebens durch Gott gültig und im Gewissen der Menschen verankert. Auch hier warnte Gott vor der eigentlichen Tat:

      „Und der Herr sprach zu Kain: Warum bist du so wütend, und warum senkt sich dein Angesicht? Ist es nicht so: Wenn du Gutes tust, so darfst du dein Haupt erheben? Wenn du aber nicht Gutes tust, so lauert die Sünde vor der Tür, und ihr Verlangen ist auf dich gerichtet; du aber sollst über sie herrschen!“ (1.Mose 4:6+7)

      Aber genauso wie seine Eltern, ignorierte Kain die Warnung Gottes und wurde so zum Mörder. Aber auch hier gab Gott Raum zur Buße, bevor er das gerechte Urteil über Kain sprach, indem er fragte, wo denn sein Bruder sei. Die Antwort Kains war wie ein Faustschlag in Gottes Gesicht:

      „Da sprach der Herr zu Kain: Wo ist dein Bruder Abel? Er antwortete: Ich weiß es nicht! Soll ich meines Bruders Hüter sein?“ (1.Mose 4:9)

      Damit war das Maß der unbußfertigen Bosheit Kains voll und Gott sprach sein gerechtes Urteil über ihn: „Wenn du den Erdboden bebaust, soll er dir künftig seinen Ertrag nicht mehr geben; ruhelos und flüchtig sollst du sein auf der Erde!“ Aber selbst das interessierte Kain nicht sonderlich, das einzige, was ihn umtrieb war die Angst vor der Blutrache seiner Familie, denn außer ihr gab es ja noch niemanden auf der Erde. Als Gott ihm demzufolge das Zeichen machte, das ihn davor schütze, umgebracht zu werden, war Kain in seinem grenzenlosen Egoismus sicher nicht klar, dass dieses Mal nicht nur auf ihm, sondern allen seinen Nachkommen liegen würde, dass er so also der Vater einer verfluchten Generationslinie sein würde.

      „Und der Herr ging vor seinem Angesicht vorüber und rief: Der Herr, der Herr, der starke Gott, der barmherzig und gnädig ist, langsam zum Zorn und von großer Gnade und Treue; der Tausenden Gnade bewahrt und Schuld, Übertretung und Sünde vergibt, aber keineswegs ungestraft lässt, sondern die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern und Kindeskindern bis in das dritte und vierte Glied!“ (2.Mose 34:6+7)

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