13.März 2017 (Licht und Gericht)

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    • 13.März 2017 (Licht und Gericht)

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      Licht und Gericht


      Darin aber besteht das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Werke waren böse. Denn jeder, der Böses tut, hasst das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Werke nicht aufgedeckt werden. Wer aber die Wahrheit tut, der kommt zum Licht, damit seine Werke offenbar werden, dass sie in Gott getan sind. (Johannes 3:19-21)

      Der allesumfassende Name Gottes, der unaussprechlich und unvorstellbar ist, so wie Gott selbst in seiner Fülle für uns Menschen unvorstellbar ist, ist, was den Aspekt der Rettung oder Errettung betrifft, auf den Namen Jesus reduziert, wobei dies auch wieder nur ein Aspekt von unendlich vielen ist, wir können diese Fülle nicht vorstellen. Alle diese Aspekte geben zusammen eine untrennbare Einheit und diese Einheit spiegelt sich wiederum in jedem einzelnen Aspekt exakt wieder, wir werden das erfassen können, wenn wir in Ewigkeit in seiner Gegenwart sein werden:

      „Denn wir sehen jetzt mittels eines Spiegels wie im Rätsel, dann aber von Angesicht zu Angesicht; jetzt erkenne ich stückweise, dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkannt bin.“ (1.Korinther 13:12)

      Gott ist Licht: „Und das ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkündigen, dass Gott Licht ist und in ihm gar keine Finsternis ist.“ (1.Johannes 1:5)

      Jesus ist Licht: „In ihm war das Leben [genauer: das einzig wahre Leben], und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht begriffen [ergriffen, überwunden].“ (Johannes 1:4+5)

      Wenn Gott Licht und Leben ist und Jesus Licht und Leben ist, dann ist Jesus Gott. Und auch der Heilige Geist ist Feuer, also helles Licht:

      „Und von dem Thron gingen Blitze und Donner und Stimmen aus, und sieben Feuerfackeln brennen vor dem Thron, welche die sieben Geister Gottes sind.“ (Offenbarung 4:5)

      Wir sehen hier wieder die perfekte Übereinstimmung von Vater, Sohn und Heiligem Geist als dreieine Gottheit, die alle Licht sind und deshalb auch Gericht bringen. Wozu diese Art von Gericht gut sein soll, schrieb bereits Jesaja:

      „Meine Seele sehnt sich nach dir in der Nacht, auch mein Geist ist voll Sehnsucht nach dir. Denn dein Gericht ist ein Licht für die Welt, die Bewohner der Erde lernen deine Gerechtigkeit kennen.“ (Jesaja 26:9)

      Wir haben erkannt, dass wir das Wort Gericht nicht nur auf ein Strafgericht reduzieren dürfen, das zur Verurteilung führt, es kann auch ein Preisgericht sein, oder auch das Offenbarwerden von Schmutz und Schuld mit dem Zweck der Reinigung von diesen Dingen. Das Strafgericht bleibt uns Wiedergeborenen erspart, weil Jesus diese Strafe bereits für uns angenommen und bezahlt hat, das Preisgericht haben wir vor uns, wenn wir dereinst beim Herrn sind, aber diese dritte Art von Gericht, die uns unsere Iniquität (Ungerechtigkeit als Gegenteil von Gottes Gerechtigkeit) und demzufolge auch Gottes Gerechtigkeit erkennen lässt und die uns zurechtbringen will, begleitet uns Wiedergeborene unser Leben lang.

      Wenn ich abends in der Dämmerung nach Hause komme, sieht meine Wohnung wirklich schön und ordentlich aus. Wenn aber die Sonne am nächsten Tag durch mein Fenster scheint und die Wohnung in helles Licht taucht, sehe ich die feine Staubschicht auf dem schwarzen Klavier, die Kuchenkrümel auf dem Laminat, ein paar feine Spinnweben in den Ecken und so manches mehr. Ich bin sicher, dass das jeder kennt. Das ist normal, denke ich. Die Frage ist halt, wie wir darauf reagieren. Entweder ich dunkle alles wieder ab, indem ich die Rollläden herunterlasse, damit ich den Dreck nicht mehr sehe und mich so fühle, als wäre er nicht da, oder ich beginne zu putzen.

      Mit dem Gericht Gottes verhält es sich ähnlich. Im Alten Testament war das Gesetz dieses Licht Gottes, wo die Menschen erkennen hätten sollten, dass sie Gottes Gerechtigkeit niemals genügen können und es aus sich selbst nicht schaffen, die Ansprüche Gottes zu erfüllen. Die geistliche jüdische Elite nun versuchte, dieses Gesetz haltbar zu machen, indem die Rabbis diese Gebote Gottes derart uminterpretierten, dass sie haltbar wurden. Diese Lehren nannte man Überlieferungen und sie sind heute noch neben der Tora Hauptbestandteil des Judentums. Deshalb musste Jesus den Pharisäern sagen:

      „Trefflich hat Jesaja von euch Heuchlern geweissagt, wie geschrieben steht: »Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, doch ihr Herz ist fern von mir. Vergeblich aber verehren sie mich, weil sie Lehren vortragen, die Menschengebote sind.« Denn ihr verlasst das Gebot Gottes und haltet die Überlieferung der Menschen ein, Waschungen von Krügen und Bechern; und viele andere ähnliche Dinge tut ihr. Und er sprach zu ihnen: Trefflich verwerft ihr das Gebot Gottes, um eure Überlieferung festzuhalten. Denn Mose hat gesagt: »Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren!« und: »Wer Vater oder Mutter flucht, der soll des Todes sterben!« Ihr aber lehrt [so]: Wenn jemand zum Vater oder zur Mutter spricht: »Korban«, das heißt zur Weihegabe ist bestimmt, was dir von mir zugute kommen sollte!, dann gestattet ihr ihm auch fortan nicht mehr, irgend etwas für seinen Vater oder seine Mutter zu tun; und so hebt ihr mit eurer Überlieferung, die ihr weitergegeben habt, das Wort Gottes auf; und viele ähnliche Dinge tut ihr.“ (Markus 7:6-13)

      Hier wirkte bereits der Geist des Antichristen mächtig, der das Licht (damals: Gericht durch das Gesetz) durch diese auf menschlicher Weisheit basierende Überlieferungen abdunkelte, so dass sie ihre Schuld nicht mehr erkennen konnten. Sie lehnten Jesus als Erlöser und einziger Weg zu Gott ab, weil sie glaubten, ihre Errettung selbst bewerkstelligen zu können. Deshalb hassten sie das Licht und brachten alles um, was dieses Licht zum Leuchten brachte, die Propheten und dann natürlich auch Jesus, der dieses Licht ist. Im Neuen Testament erklärt Paulus den Christen in Galatien, die bereits nach kurzer Zeit wieder von diesem antichristlichen Geist des Judentums verseucht waren:

      „Aber die Schrift erklärt, dass die ganze Welt von der Sünde gefangen gehalten wird. So sollte das Zugesagte durch den Glauben an Jesus Christus denen geschenkt werden, die glauben. Bevor es diesen Glauben gab, wurden wir vom Gesetz gefangen gehalten. Wir waren eingeschlossen bis zu der Zeit, in der der Glaube bekannt gemacht werden sollte. So führte das Gesetz uns wie ein streng ermahnender Erzieher [Zuchtmeister] zu Christus, damit wir durch den Glauben von Gott als gerecht anerkannt würden. Nachdem nun der Glaube gekommen ist, stehen wir nicht mehr unter einem Erzieher, denn durch den Glauben an Jesus Christus seid ihr mündige Kinder Gottes geworden.“ (Galater 3:22-26)

      Als der Sohn Gottes hier auf der Erde war, war Er das Licht der Welt (Johannes 9:5), das wahrhaftige Licht (Johannes 1:9). Er konnte sagen:

      „Ich bin als Licht in die Welt gekommen, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe" (Johannes 12:46).

      Auf vollkommene Weise offenbarte Er, wer und was Gott ist. In Ihm als einem Menschen auf der Erde können wir tatsächlich die Wahrheit in Bezug auf jeden und auf alles finden. Doch obwohl Christus die volle Offenbarung Gottes, das „Bild des unsichtbaren Gottes" war und ist (Johannes 1:18; Kolosser 1:15), hassten die Menschen das Licht, weil ihre Werke böse waren und sie sich nicht bloßgestellt sehen wollten, wie wir oben lasen. Für uns wiedergeborene Christen bedeutet das, dass wir uns permanent diesem Gericht des Lichtes stellen, indem wir Jesus nachfolgen, das bezeichnet die Bibel als „wandeln im Licht“, denn ohne Jesus können wir keine wirkliche Beziehung mit Gott und unseren Brüdern und Schwestern haben:

      „Und das ist die Botschaft, die wir von ihm [Jesus] gehört haben und euch verkündigen, dass Gott Licht ist und in ihm gar keine Finsternis ist. Wenn wir sagen, dass wir Gemeinschaft mit ihm haben, und doch in der Finsternis wandeln, so lügen wir und tun nicht die Wahrheit; wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft miteinander, und das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, reinigt uns von aller Sünde.“ (1.Johannes 1:5-7)

      Mit diesem Wandel im richtenden Licht ist das Grundgefüge neutestamentlicher Gemeinschaft bereits definiert: die unmittelbare Gegenwart des himmlischen Vaters und des Herrn Jesus Christus in unserem Leben. Johannes erlebte diese Beziehung äußerlich während des irdischen Dienstes von Jesus Christus. Doch diese körperliche Gegenwart des „Menschensohns“ sollte einer permanenten geistlichen Anwesenheit von Jesus Christus weichen, die noch weit tiefer gehen sollte. Es ist Inhalt des Geheimnisses des Christus, wonach Christus in uns leben will – das ist auch die zentrale Aussage der Paulusbriefe. Also setzt „Gemeinschaft der Gäubigen“ in erster Linie eine innige Vereinigung mit Jesus Christus, unserem Herrn, voraus. Ist dies nicht der Fall, wird jede äußere „christliche“ Gemeinschaft über kurz oder lang scheitern und / oder zum rein institutionellen Prozedere und religiösen Begriff verkommen. Aber Jesus belässt es nicht dabei, das Licht der Welt zu sein, er geht noch weiter, wenn er den Jüngern und somit auch uns lehrte:

      „Ihr seid das Licht der Welt. Es kann eine Stadt, die auf einem Berg liegt, nicht verborgen bleiben. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter; so leuchtet es allen, die im Haus sind. So soll euer Licht leuchten vor den Leuten, dass sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.“ (Matthäus 5:14-16)

      Jesus, das Licht wurde von seinem Volk verworfen. Er fuhr in den Himmel, nachdem er die Seinen gesetzt hatte, an seiner Stelle unter den Menschen göttliches Licht zu verbreiten. Obwohl sie selbst einst „Finsternis" waren, sind sie jetzt „Licht in dem Herrn" und somit befähigt, als „Kinder des Lichts" zu wandeln. So ruft Jesus uns heute zu, was Paulus geschrieben hatte:

      „Denn ihr wart einst Finsternis; jetzt aber seid ihr Licht in dem Herrn. Wandelt als Kinder des Lichts!“ (Epheser 5:8).

      Im Brief an die Philipper werden diese „Kinder des Lichts“, also wir, mit „Lichtern" am Firmament verglichen, die inmitten eines verdrehten und verkehrten Geschlechts scheinen, „darstellend das Wort des Lebens" (Philipper 2:15+16). So ist das Licht, das sie wiederstrahlen, nicht ihr eigenes Licht; sie empfangen es ganz von Christus, ihrem verherrlichten Herrn droben und reflektieren es. Es mag ein richtungweisendes Licht oder ein warnendes Licht sein - es leuchtet den Mitmenschen als richtendes Licht entweder zum Segen, oder aber zum Fluch, wenn sie lieber in der Finsternis bleiben wollen.

      Das Licht des Gerichts offenbart Gottes und stellt nicht nur das Böse bloß, nein, es bringt auch die Gnade und Barmherzigkeit Gottes in das hinein, was in sich nur Finsternis ist. Es erhellt die Finsternis der Seele und führt zum Lichtglanz der Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Christi.

      „Wenn aber unser Evangelium verhüllt ist, so ist es bei denen verhüllt, die verlorengehen; bei den Ungläubigen, denen der Gott dieser Weltzeit die Sinne verblendet hat, so dass ihnen das helle Licht des Evangeliums von der Herrlichkeit des Christus nicht aufleuchtet, welcher Gottes Ebenbild ist. Denn wir verkündigen nicht uns selbst, sondern Christus Jesus, dass er der Herr ist, uns selbst aber als eure Knechte um Jesu willen. Denn Gott, der dem Licht gebot, aus der Finsternis hervorzuleuchten, er hat es auch in unseren Herzen licht werden lassen, damit wir erleuchtet werden mit der Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi.“ (2.Korinther 4:3-6)

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