8.März 2017 (Der Glaube als Richter)

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    • 8.März 2017 (Der Glaube als Richter)

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      Der Glaube als Richter


      Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richte, sondern damit die Welt durch ihn gerettet werde. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, weil er nicht an den Namen des eingeborenen [völlig mit dem Vater identischen] Sohnes Gottes geglaubt hat. (Johannes 3:17+18)

      Habt ihr das gewusst? Manche Christen, die mich umgeben, scheinbar nicht. Jesus kam nicht als Richter auf die Welt, sondern als Retter. Und das, obwohl er der Richter der Welt ist:

      „Denn wie der Vater die Toten auferweckt und lebendig macht, so macht auch der Sohn lebendig, welche er will. Denn der Vater richtet niemand, sondern alles Gericht hat er dem Sohn übergeben, damit alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, der ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat.“ (Johannes 5:21-23)

      Jesus wird auch das Richteramt ausführen am Ende der Zeiten, wenn er wiederkommt, wie geschrieben steht:

      „Und ich sah den Himmel geöffnet, und siehe, ein weißes Pferd, und der darauf saß, heißt »Der Treue und der Wahrhaftige«; und in Gerechtigkeit richtet und kämpft er. Seine Augen aber sind wie eine Feuerflamme, und auf seinem Haupt sind viele Kronen, und er trägt einen Namen geschrieben, den niemand kennt als nur er selbst. Und er ist bekleidet mit einem Gewand, das in Blut getaucht ist, und sein Name heißt: »Das Wort Gottes«.“ (Offenbarung 19:11-13)

      Aber bis dahin ist er nicht der, der verurteilt, sondern der Erretter. Nach meiner Auffassung übersetzen hier Schlachter, Luther, Elberfelder und Co. mit „richten“ etwas irreführend. Im griechischen steht hier das Wort „krino“ und das bedeutet eindeutig „verurteilen, bestrafen“. Natürlich werden auch wir Wiedergeborenen, die glauben gerichtet, aber dieses Gericht ist kein Strafgericht, sondern ein Preisgericht. Wir können uns das wie bei den olympischen Spielen vorstellen, dort gibt es auch kein Strafgericht, sondern all die Sieger werden durch das Preisgericht mit Medaillen belohnt. Paulus lehrt uns, dass wir alle (er redet von den Gläubigen) vor dem Preisrichterstuhl antreten werden. Bei diesem Anlass geht es nicht um Sünde und Schuld, denn es werden dort auch keine Sünder dabei sein. Es werden nur Menschen sein, die sich durch das Blut Jesu haben reinwaschen lassen und die das Geschenk der Gerechtigkeit angenommen haben. Es werden also lauter Gerechtgemachte dort sein. Es geht dabei auch nicht um Strafe, diese ist in keiner Schriftstelle erwähnt, die vom Preisgericht redet. Es geht dort um Lohn, um Ehre und Lob von Gott als Auszeichnung für den Lauf und für den Dienst.

      „Ich habe einen guten Kampf gekämpft und habe das Ziel erreicht! Den Glauben habe ich unversehrt bewahrt. Jetzt liegt der Ehrenkranz für mich bereit, die Gerechtigkeit, die der Herr als gerechter Richter mir an jenem großen Tag zuerkennen wird – aber nicht nur mir, sondern auch allen anderen, die sich auf sein sichtbares Wiederkommen freuen.“ (2.Timotheus 4:7+8)

      Jesus versichert also hier, dass er selbst niemanden verurteilt, sondern dass es unser Glaube ist, der uns errettet, bzw. unser Unglaube, der uns verurteilt. Und wovor rettet uns unser lebendiger Glaube? Vor dem ewigen Tod, dem ewigen getrennt sein von Gott, von der Hölle, in der wir die gesamte Ewigkeit mit Satan und seinen Dämonen in der Gottesferne verbringen müssen. So wie die alten Israelis durch die Schlangenbisse vergiftet waren, sind wir durch die Sünde vergiftet, und so wie das Schlangengift in den körperlichen Tod führte, führt uns das Sündengift in den geistlichen Tod, das ist die ewige Hölle. Und so wie der Glaube an die erhöhte Schlange die Rettung vor dem sicheren Tod bedeutete, bedeutet der lebendige Glaube an Jesus, den Erretter, ewiges Leben in der Gegenwart des Herrn. Ewiger Tod oder ewiges Leben, das sind die Alternativen, eine weitere Option gibt es nicht. Wir dürfen selbst entscheiden, so wie Gott bereits im Alten Testament durch Mose zu seinem Volk sprach:

      „Ich nehme heute Himmel und Erde gegen euch zu Zeugen: Ich habe euch Leben und Tod, Segen und Fluch vorgelegt; so erwähle nun das Leben, damit du lebst, du und dein Same.“ (5.Mose 30:19)

      Ich höre von den Menschen immer wieder, dass man als moderner Mensch nicht glauben könne, man glaube nur, was man sehen und beweisen könnte. Deshalb leben sie angeblich nach dem Motto „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ und wir können unzweifelhaft feststellen, wie der natürliche Mensch von Generation zu Generation immer mehr zum Kontrollfreak mutiert. Das wird sich alles noch ungemein verstärken, die Kontroll-Apps auf den Smartphones werden großen Anteil daran haben. Aber wir Menschen sind von unserm Schöpfer her auf Vertrauen ausgelegt, nur weiß der Teufel das geschickt auszublenden.

      Den Menschen, die sagen, sie können nicht glauben und vertrauen, ist gar nicht mehr bewusst in wie viele Dinge sie ihr Vertrauen setzen. Man vertraut Menschen und Technik blind, sonst würde sich keiner in ein Flugzeug, Schiff, Bus, Straßenbahn oder ein Auto setzen. Man vertraut den Signalanlagen, dass sie bei den Autos auf rot geschalten sind, wenn ich als Fußgänger grün habe und vertraut wildfremden Autofahrern, dass sie dieses Signal auch beachten. Man vertraut Ärzten, Apothekern und den Pharmakonzernen, der Getränke- und Lebensmittelindustrie, obwohl wir von denen schon oft genug belogen und betrogen worden sind. Gerade war passend zu dem Thema in den Nachrichten, dass das Vertrauen der Deutschen in Wirtschaft und Industrie auf Rekordhoch sei.

      Wer analysiert denn morgens das Wasser bevor er duscht und seinen Kaffee damit macht? Wer lässt sich vom Taxi-, Bus- oder Straßenbahnfahrer seinen Führerschein zeigen? Wer inspiziert denn jeden morgen seinen Stuhl, auf den er sich setzt? Das macht kein Mensch und bereits diese paar Beispiele zeigen, dass es eine Lüge ist, zu behaupten „ich kann nicht glauben“. Wenn wir ehrlich sind, müssen wir zugeben: wir wollen nicht glauben, wollen Gott und seinem Wort nicht vertrauen. Glauben ist keine Sache der Gefühle, auch nicht der Argumente, sondern eine reine Willensentscheidung. Deshalb können wir auch Menschen vertrauen, die wir lieben, selbst wenn alle vermeintlichen Fakten gegen sie sprechen (1.Korinther 13:7).

      Wenn ich wie Paulus Schiffbruch erleiden müsste und an eine Planke gekrallt von Haien umzingelt im eiskalten Meer treibe und mir wirft einer aus einem Rettungsboot einen Rettungsring zu, um mich darin an Bord zu ziehen und ich benutze den nicht, weil ich dem Material nicht vertraue, ob es mich auch trägt oder dem Matrosen nicht, weil ich nicht weiß, ob er mich auch wirklich an Bord zieht oder dem Kapitän nicht, weil ich nicht genau weiß, wohin er das Schiff fährt, wer ist denn dann für meinen sicheren Tod verantwortlich? Das bin ich und nur ich allein.

      So verhält es sich in unserem geistlichen Leben. Der im Wasser Verlorene ist der natürliche, schuldbeladene Mensch. Der Matrose, der uns ins Boot ziehen will, ist der, der uns das Evangelium bringt (Menschenfischer; Matthäus 4:19), der Rettungsring ist Jesus und der Kapitän der Heilige Geist. Deshalb gibt es da keine Ausrede. Vielleicht hilft uns das, die Worte Jesu besser zu verstehen: „Wer nicht glaubt, der ist schon gerichtet.“

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