6.März 2017 (Die eherne Schlange)

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    • 6.März 2017 (Die eherne Schlange)

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      Die eherne Schlange


      Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöhte, so muss der Sohn des Menschen erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat. (Johannes 3:14+15)

      Jesus beantwortete die unausgesprochene Frage des Nikodemus nach dem ewigen Leben , indem er ihm zwischen den Zeilen sagte, dass er sich das nicht durch eigene Anstrengungen erkaufen kann, sondern dass es „von oben“ gegeben wird und zwar nicht erst am Ende der Zeiten, sondern bereits zu Lebzeiten und er bezeichnet diese Wiedergeburt als einen unerlässlichen Akt, damit man das Reich Gottes sehen, sprich erleben, kann. Er begründet diese für Nikodemus verblüffende und wohl nicht nachvollziehbare Aussage damit, dass er es ja schließlich wissen muss, was „da oben“ geschieht, denn er ist der Einzige, der freiwillig aus diesem Himmel auf die Erde gekommen war und auch wieder aus eigener Kraft dorthin zurück gehen kann und wird. Zum besseren Verständnis nimmt er nun Bezug auf die Schlangenkatastrophe der Vorväter des Nikodemus in der Wüste, eine Geschichte, die jedem Juden klar vor Augen stand. Was damals geschehen war können wir bei Mose nachlesen:

      „Da brachen sie auf von dem Berge Hor in Richtung auf das Schilfmeer, um das Land der Edomiter zu umgehen. Und das Volk wurde verdrossen auf dem Wege und redete wider Gott und wider Mose: Warum habt ihr uns aus Ägypten geführt, dass wir sterben in der Wüste? Denn es ist kein Brot noch Wasser hier, und uns ekelt vor dieser mageren Speise. Da sandte der HERR feurige Schlangen unter das Volk; die bissen das Volk, dass viele aus Israel starben. Da kamen sie zu Mose und sprachen: Wir haben gesündigt, dass wir wider den HERRN und wider dich geredet haben. Bitte den HERRN, dass er die Schlangen von uns nehme. Und Mose bat für das Volk. Da sprach der HERR zu Mose: Mache dir eine eherne Schlange und richte sie an einer Stange hoch auf. Wer gebissen ist und sieht sie an, der soll leben. Da machte Mose eine eherne Schlange und richtete sie hoch auf. Und wenn jemanden eine Schlange biss, so sah er die eherne Schlange an und blieb leben.“ (4.Mose 21:4-9)

      Sicherlich erscheint es verständlich, dass nach zig Tagen Manna und nichts als Manna, dieses Manna den Israelis oben stand und sie deshalb ihren Unmut äußerten, aber wir müssen auch sehen, dass dies eben eine Wüstenreise war aus der ägyptischen Sklaverei ins gelobte Land, wo es nun mal keine Nahrung und kein Wasser im Überfluss gab. Ich denke, dass Gott das auch verstehen konnte, aber was er nicht hinnahm war, dass sie gegen ihn und Mose gemurrt hatten, indem sie ihnen abgrundtiefe Bosheit vorwarfen, nämlich dass es Gottes und Mose Plan gewesen sei, sie in die Wüste zu führen, um sie dort zu vernichten. Fakt ist, dass keiner dort in der Wüste verhungert oder verdurstet ist, wie Mose später schrieb:

      „dann hüte dich, dass dein Herz sich nicht überhebt und du den HERRN, deinen Gott, vergisst, der dich aus Ägyptenland geführt hat, aus der Knechtschaft, und dich geleitet hat durch die große und furchtbare Wüste, wo feurige Schlangen und Skorpione und lauter Dürre und kein Wasser war, und ließ dir Wasser aus dem harten Felsen hervorgehen und speiste dich mit Manna in der Wüste, von dem deine Väter nichts gewusst haben, auf dass er dich demütigte und versuchte, damit er dir hernach wohltäte.“ (5.Mose 8:14-16)

      Diese Wüstenzeit war also eine Herausforderung für die Israelis, aus der sie dankbar, stark und widerstandsfähig hervorgehen sollten und das ist bei uns kein Haar anders. Uwe Dahlke nennt in einer Predigtreihe diese Wüstenzeit „die Heldenschmiede Gottes“ und trifft dabei den Nagel auf den Kopf. Dieses Manna war die übernatürliche Versorgung Gottes, es war nicht nur ein Bild auf Jesus, sondern es war das Brot des Lebens, das Wort Gottes in Person nämlich Jesu, der Christus, der diese Grundversorgung sichergestellt hatte. Er war schon immer „das Brot des Lebens“, wie auch der Fels, aus dem Wasser in der Wüste floss. Paulus erklärt das:

      „Ich will aber nicht, meine Brüder, daß ihr außer acht laßt, daß unsere Väter alle unter der Wolke gewesen und alle durch das Meer hindurchgegangen sind. Sie wurden auch alle auf Mose getauft in der Wolke und im Meer, und sie haben alle dieselbe geistliche Speise gegessen und alle denselben geistlichen Trank getrunken; denn sie tranken aus einem geistlichen Felsen, der ihnen folgte. Der Fels aber war Christus.“ (1.Korinther 10:1-4)

      Ohne es zu realisieren murrten die Israelis also gegen Jesus und lehnten das, was er für sie tat damals schon ab. Zur Strafe schickte Gott feurige Schlangen, die die Israelis umbringen sollten, so sind wir gelehrt. Aber so kann das nicht gewesen sein, denn wenn es Gott wirklich um Bestrafung gegangen wäre, hätte er keinen Ausweg für das Volk geschaffen. Dadurch, dass die Israelis damals bereits Jesus in Gestalt des Mannas ablehnten, begaben sie sich geistlich gesehen aus seinem Schutz heraus und kamen unter die Rechte des Feindes, des Teufels, der Schlange. Und wie wir aus dem Buch Hiob wissen, klagt der seine Rechte gnadenlos bei Gott ein. Diese feurigen Schlangen arbeiteten also nicht für Gott, sondern für Satan, allerdings musste der allzeit absolut gerechte Gott das zulassen. So ist das ganze Geschehen ein Bild auf das Volk Israel im Jahre 33 n.Chr., als sie diese Ablehnung des Jesus Christus in Perfektion vollendeten, indem sie ihn umbringen ließen.

      Der Ausweg, den Gott in seiner unendlichen Liebe geschaffen hatte, war diese Schlange aus Kupfererz oder Bronze, ein Material, das in der Bibel überwiegend für Gerechtigkeit gemäß den Ansprüchen Gottes an den Menschen steht, deshalb mussten alle Geräte, das Wasserbecken und auch der Brandopferaltar im Vorhof der Stiftshütte und später des Tempels aus diesem Material sein. Und auch in der Offenbarung des Johannes finden wir dieses Material:

      „Und dem Engel der Gemeinde in Thyatira schreibe: Das sagt der Sohn Gottes, der Augen hat wie eine Feuerflamme und dessen Füße schimmerndem Erz gleichen.“ (Offenbarung 2:18)

      „Und ich wandte mich um und wollte nach der Stimme sehen, die mit mir redete; und als ich mich umwandte, da sah ich sieben goldene Leuchter, und mitten unter den sieben Leuchtern Einen, der einem Sohn des Menschen glich, bekleidet mit einem Gewand, das bis zu den Füßen reichte, und um die Brust gegürtet mit einem goldenen Gürtel. Sein Haupt aber und seine Haare waren weiß, wie weiße Wolle, wie Schnee; und seine Augen waren wie eine Feuerflamme, und seine Füße wie schimmerndes Erz, als glühten sie im Ofen, und seine Stimme wie das Rauschen vieler Wasser.“ (Offenbarung 1:12-15)

      Diese Schlange wurde dann von Mose an einem Holzpfahl befestigt und aufgerichtet, so dass jeder sie sehen konnte. Dieses "am Pfahl aufhängen" steht für einen Fluch, also dafür, dass das Aufgehängte unter einem Fluch steht:

      „Wenn auf einem Mann eine Sünde ist, die ein Todesurteil nach sich zieht, und er wird getötet, und du hängst ihn an ein Holz, so soll sein Leichnam nicht über Nacht an dem Holz bleiben, sondern du sollst ihn unbedingt an jenem Tag begraben. Denn von Gott verflucht [oder ein Fluch Gottes ist ein Gehängter] ist derjenige, der [ans Holz] gehängt wurde, und du sollst dein Land nicht verunreinigen, das der Herr, dein Gott, dir zum Erbe gibt. “ (5.Mose 21:22+23)

      Wir fragen uns zurecht, wie etwas aus Bronze, also etwas, das den Gerechtigkeitsansprüchen Gottes genügt, gleichzeitig unter einem Fluch Gottes sein kann und wir können das einzig und allein im Blick auf Jesus erfassen. Er, der die Gerechtigkeit in Person war, wurde am Kreuz mit der kompletten Schuld der gesamten Menschheit beladen und so zum Fluch, als er den Kelch, bis an den Rand gefüllt mit dem Zorn Gottes an deiner und meiner Stelle getrunken hat (Matthäus 26:42).

      Durch die Schlangen kam der Tod, durch eine Schlange sollte auch das Leben kommen. So wie durch einen Menschen (durch Adam) die Sünde und der Tod kam, so auch durch einen Menschen (durch Jesus Christus, „den letzten Adam“) die Rettung und das Leben (Römer 5:12-21). Voraussetzung allerdings war, dass man auf diese aufgerichtete Schlange blickte, also daran glaubte, dass sie einen retten würde. Sicherlich gab es einige, die nicht daran glaubten und an den Bissen starben. Wohlgemerkt, die todbringenden Schlangen waren überall, nicht nur bei denen, die nicht auf die eherne Schlange geschaut haben, und gebissen wurden auch alle gleichermaßen, aber gerettet wurden nur diejenigen, die entgegen jeder Vernunft diese Bisse nicht selbst behandelten, sondern ihr ganzes Vertrauen in diese eherne Schlange gesetzt haben.

      „Und wenn jemanden eine Schlange biss, so sah er die eherne Schlange an und blieb leben.“ (4.Mose 21:9)

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