28.November 2016 (Zusammenfassung „Hochzeit zu Kana“)

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    • 28.November 2016 (Zusammenfassung „Hochzeit zu Kana“)

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      Zusammenfassung „Hochzeit zu Kana“


      Siehe, dieser ist gesetzt zum Fall und zum Auferstehen vieler in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird. (Lukas 2:34)

      Es geht im Neuen Testament weniger um Wunder, sondern um Zeichen, die Gottes Verheißungen und Heilsweg unterstützend begleiten. Sie weisen auf Jesus, den Messias hin und es gilt bei ihm ankommen, ihm zu vertrauen, kurz: an ihn zu glauben. Wie das bei den Jüngern der Fall war. Bei der Hochzeit zu Kana haben diese das wohl geblickt.

      „Das war das erste Zeichen, das Jesus tat... und er offenbarte seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn“ (Johannes 2:11).

      Sie glaubten an Jesus, weil sie dieses Zeichen verstanden, was hier geschieht, weil sie eine Ebene drunter guckten. Sie erkannten mehr als nur ein Wunder sondern hatten dadurch die Bestätigung, dass Jesus tatsächlich der verheißene Messias war. Das Wort Wunder taucht deshalb in dem Bericht von der Hochzeit zu Kana auch gar nicht erst auf. In seinem ganzen Evangelium redet Johannes nicht von Wundern, sondern von Zeichen. 600 Liter Wasser zu Wein, das kann man nur als Zeichen, als Hinweis richtig verstehen. Wie ein Verkehrsschild. Ein weißer Pfeil auf blauem Grund weist uns in eine bestimmte Richtung. Da sollen wir hingehen, da geht’s lang. Zeichen. Das ist für das Johannesevangelium wichtig. Durchgängig werden so die besonderen Taten Jesu genannt. Ich möchte die Gedanken zu diesem Zeichen in Kana nochmals zusammenfassen:

      Wenn man das Alte Testament aufschlägt, dann ist die Fülle des Weins ein Zeichen der Messiaszeit. Wie wir in der letzten Andacht betrachteten, weissagte bereits Jakob über diese Zeit: Da wird so viel Wein angebaut, da kannst Du ruhig deinen Esel nehmen und an einen Weinstock binden. (1.Mose 49:11) So ein Esel ist ein störrisches Tier. Da muss man dann schon damit rechnen, dass der den Weinstock einfach so ausreißt, wenn er durchgeht. Das ist aber weiter kein Problem. Es gibt ja davon so viele, es ist ja die Zeit der Fülle, es ist die Zeit des Heils. Weiter heißt es im selben Vers über den Messias: „Er wird sein Kleid in Wein waschen und seinen Mantel in Traubenblut.“ Das klingt seltsam. Da wäscht einer seine Kleider in Wein. Wie unsinnig! Jedenfalls für uns.

      Einem Juden sagt dieses Bild aber sehr viel. In Israel war Wasser oft knapp. Es reichte zum Trinken, aber es reichte nicht immer zum Waschen. Noch seltener war Wein. Es war unmöglich im Wein seine Kleider zu reinigen. Aber Wenn der Messias kommt, wird soviel Wein da, sein, dass sogar dies geschieht. Der Retter Gottes bringt die Fülle, ewiges Leben. Doch nicht nur Fülle wird verheißen, sondern auch Vergebung von Schuld. Die Kleider stehen nämlich für unsere menschliche Schuld und Sünde, während, der Wein auf das Opferblut hinweist, dass unsere Schuld tilgt. Auf diese Verheißung weist Jesus hin, wenn er Wasser zu Wein wandelt. Er zeigt: „Ich bin der, auf den ihr gewartet habt. Ich vergebe Schuld und Sünde.“ Jesus verdeutlicht sein Handeln noch, in dem er nicht einfaches Wasser, sondern kultisches Reinigungswasser verwandelt. Vor jedem Essen wuschen sich die Juden die Hände. Sie taten das nicht bloß wegen der Hygiene, sondern weil sie so von Schuld gereinigt wurden. Wenn Jesus dieses Reinigungswasser wandelt, betont er: „Mein Wein tritt an die Stelle dieses Wassers!“

      Die Waschungen des AT schenkten nie direkt Vergebung. Sie waren nur ein Hinweis, dass Gott sie einst schenkt. Jesu Wein schenkt dagegen wirkliche Vergebung der Sünde. Er schenkt Vergebung, weil Jesus bei seinem letzten Abendmahl durch sein Wort diesen Wein mit seinem Blut erfüllen wird; mit dem Opferblut, was er auf Golgatha für uns hingab. Und Gottes Wort hebt immer wieder hervor, dass der Messias und der Wein zusammen gehören; und zwar der ausgereifte Wein. Darüber werden wir uns zu gegebener Zeit weitere Gedanken machen. Jesus wandelt das Wasser zu einem reifen, gut abgelagerten Wein. Hierdurch erinnert Jesus an eine Verheißung des AT. So sagt Jesaja über das Mahl des Messias:

      „Und der Herr Zebaoth wird ... allen Völkern ein fetten Mahl machen, ein Mahl von, reinem Wein,...“ (Jesaja 26:5)

      Ja, indem Jesus das Wasser zu reifem Wein wandelt, gibt er sich als Gottes Messias zu erkennen. Und als er sein letztes Passahmahl feiert – wo auch nur reifer Wein verwendet wird, sagte er: „Dies ist mein Testament, mein letzter Wille. Dies haltet ein. Dies tut zu meinem Gedächtnis.“ An dieses Testament sind wir gebunden. In jedem Abendmahl essen und trinken wir Brot und Wein, geistlich gesehen Jesu Leib und Blut. So erfahren wir Vergebung.

      Um dieses Zeichen wirken zu können musste Jesus vollkommen im Willen des Vaters sein. Deshalb auch sein Kommentar „Meine Stunde ist noch nicht gekommen“, nachdem ihn Maria auf das drohende Disaster bei dieser Hochzeit hingewiesen hatte. Der Grund, warum Jesus Wasser in Wein verwandelte war sicher auch vom Mitgefühl mit den Feiernden und dem Brautpaar getragen, aber es geschah letztendlich und in erster Linie zur Verherrlichung Gottes.

      Der „Weinmacher“ ist der „neue Weinstock“, der den „alten Weinstock“ Israel ersetzt. Israel, das zur Seite gestellt wurde, wird nie mehr in diesen alten Weinstock eingepfropft werden, sondern in den Neuen Weinstock Jesus. Er ist der „neue Adam“, der nicht versagt hat und niemals versagen wird. Diese Einpfropfung begann bereits zu Jesu Zeiten. Die Jünger, der „Überrest“ wurden in Jesus eingepflanzt, in den christlich, messianischen Glauben, und nicht mehr in die Religion des Judentums. So geschah es auch mit denen, die durch die Jünger, beginnend am Pfingstfest, eingepfropft wurden und so wird es auch sein, wenn Israel zu einem großen Teil wieder eingepfropft wird, am Ende des Heils- und Wiederherstellungsplanes Gottes. Dann wird auch dieses Volk in die „Ruhe des Herrn“ eingehen, so wie wir es jetzt bereits können, denn Jesus ist nicht nur der wahre Weinstock, sondern auch der „Shilo“, der Ruhebringer.

      Es gibt keine innigere Beziehung als zwischen Bräutigam und Braut. Daher ist dieses Hochzeit zu Kana auch ein Bild auf die „Hochzeit des Lammes“ und der Liebe Christi zu seiner Braut, der „Ekklesia“. Kurz gesagt benutzt der Geist Gottes diese innigste aller Beziehungen, um uns zu zeigen, dass die in Jesus eingepflanzten Reben erstens der Gegenstand der Liebe, Fürsorge und Freude Christi sind, zweitens, dass Jesus in diesen „Eingepfropften“ etwas sieht, das seiner Liebe würdig ist, und drittens, dass diese Braut aus Juden und Heiden eine Gefährtin sein wird, die passend ist, die kommenden Herrlichkeiten seiner Herrschaft zu teilen. Alles, was der Bräutigam erbt, wird auch die Braut erben. Die Teilhaberin seiner Leiden am Tag seiner Verwerfung wird auch die Teilhaberin seines Thrones am Tag der Herrlichkeit sein. Wenn Christus über die weite Erde herrschen wird, wird sie mit ihm herrschen.

      „Und ich hörte etwas wie die Stimme einer großen Volksmenge und wie das Rauschen vieler Wasser und wie der Schall starker Donner, die sprachen: Hallelujah! Denn der Herr, Gott, der Allmächtige, hat die Königsherrschaft angetreten! Lasst uns fröhlich sein und jubeln und ihm die Ehre geben! Denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und seine Frau hat sich bereit gemacht. Und es wurde ihr gegeben, sich in feine Leinwand zu kleiden, rein und glänzend; denn die feine Leinwand ist die Gerechtigkeit der Heiligen.“ (Offenbarung 19:6-8)

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