25. November 2016 (Durch Leiden in die Herrlichkeit)

    • 25. November 2016 (Durch Leiden in die Herrlichkeit)

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      Durch Leiden in die Herrlichkeit

      Als er nun hinausgegangen war, sprach Jesus: "Jetzt ist der Sohn des Menschen verherrlicht, und Gott ist verherrlicht durch ihn! Wenn Gott verherrlicht ist durch ihn, so wird Gott auch ihn verherrlichen durch sich selbst, und er wird ihn sogleich verherrlichen.“ (Johannes 13:31+32)

      Ich habe versucht, die Geschehnisse in Kana unter dem Aspekt der Herrlichkeit Gottes darzulegen, der hebräisch „kobod“ lautet und den man auch mit Lichtglanz wiedergeben kann. Dieser Aspekt beschreibt Gottes ganzes Sein, seine Hoheit und Majestät, seine unermessliche Größe und Macht, den Lichtglanz, der von ihm ausgeht, seine Schöpferkraft sowie auch seine Güte und sein Erbarmen mit denen er die Menschen zu sich zieht. Aber auch, dass er ein verzehrendes Feuer (5.Mose 4:24; Hebräer 12:29) ist und dass es schrecklich ist, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen (Hebräer 10:31), diese vollkommene Heiligkeit und Souveränität, sind Teil dieser Herrlichkeit Gottes.

      Wir haben festgestellt, dass diese Herrlichkeit Gottes in Kana nicht von jedem erlebt worden ist, sondern nur von denen, die an Jesus glaubten und ihm nachfolgten, die anderen haben da nichts davon mitbekommen. Mit Jesus wurde erstmalig bei dieser Hochzeit ein besonderer Teil der Herrlichkeit Gottes für die Jünger sichtbar (für den Rest nur trinkbar), denn er war schon mit dem Geist Gottes bei der Schöpfung der Welt dabei - Sie schufen „gemeinsam“, besser gesagt „als Einer“.

      Deshalb hatte Jesus schon immer Teil an Gottes Lichtglanz, seiner Macht und Hoheit und ließ doch all das los, um als kleines Kind in einem Stall zur Welt zu kommen, alle Nöte der Menschen kennen zu lernen, Teil zu haben am irdischen Leben, Schmerz zu spüren, Hunger und Durst. Das ist der Teil der Herrlichkeit, bei der wir uns mit dem Verständnis so schwer tun. Er erlebte Anfeindung, Ablehnung, Hass, wurde von einem seiner engsten Vertrauten verraten und von einem anderen geliebten Jünger und Freund verleugnet. Das bekommen wir nur sehr schwer mit Gottes Herrlichkeit unter einen Hut. Obwohl er Legionen von Engeln zu seiner Hilfe hätte rufen können, lies Jesus sich kreuzigen und ertrug die Gottesferne, als Gott alle Schuld der Menschen auf ihn legte, dass er für alle die Brücke schlagen konnte, die durch ihre Sünden von Gott getrennt waren. Er nahm diese stellvertretend auf sich und besiegte so des Satans Macht über die Menschen. Seine schrecklichste Stunde war also Gottes Herrlichkeit pur und da die Herrlichkeit Gottes von der Herrlichkeit Jesu nicht zu trennen ist, da sie beide eins sind, führte diese schrecklichste Stunde der Gottesferne Jesus zurück in die Herrlichkeit, die er schon seit Anbeginn aller Zeiten hatte. Das sagen uns die Eingangsverse aus Johannes 13, die Jesus in der Nacht vor seiner Kreuzigung zu den Jüngern gesprochen hatte. Hier greift ein großes Geheimnis, das ich bislang nur erahnen kann, nämlich der Zusammenhang von Wein und Blut.


      Jesus nahm auf dem Weg zu dieser Hochzeit Bezug auf Jakobs Himmelsleiter und Jakob wiederum hatte zuvor bereits prophetisch Bezug auf Jesus genommen, als er den Segen über seinem Sohn Juda aussprach:

      „Es wird das Zepter nicht von Juda weichen, noch der Herrscherstab von seinen Füßen, bis der Schilo [Ruhebringer] kommt, und ihm werden die Völker gehorsam sein. Er wird sein Füllen an den Weinstock binden und das Junge seiner Eselin an die Edelrebe; er wird sein Kleid im Wein waschen und seinen Mantel in Traubenblut.“ (1.Mose 49:10+11)

      Dieser Segensspruch hört sich für uns irgendwie komisch an mit Zepter, Schilo, Esel und Edelrebe, vom Waschen in Wein haben wir auch keine Vorstellung, einzig Waschen im Blut haben wir schon gehört, vom Blut des Lammes als das perfekte Vollwaschmittel für unser Sündenkleid. Aber wir sollen erkennen, dass Wein überwiegend für den Segen Gottes steht, für die Fülle an Freude und auch den Genuss der Freude. Sie ist vollkommen in der Herrlichkeit des Herrn. Die Voraussetzung dafür ist, dass der Wille Gottes geschieht, und dieser Gehorsam öffnet die Schleusen der Herrlichkeit Gottes über und in uns. Ein Leben ohne jegliche Freude, was ist das für ein erbärmliches Leben. Ohne Freude sind wir eigentlich gefühlstechnisch tot. Deshalb steht diese Fülle Gottes auch für Leben und zwar Leben im Überfluss (Johannes 10:10)

      Die Verbindung zwischen Wein und Blut ist - wie ich das sehe- der Begriff „Leben“, denn im Blut ist das Leben (5.Mose 12:23) und wie „lebendig“ Wein ist, wusste man damals besser als heute und Jesus hat das später auch erklärt:

      „Und niemand füllt neuen Wein in alte Schläuche; denn sonst wird der neue Wein die Schläuche zerreißen, und er wird verschüttet, und die Schläuche verderben; sondern neuer Wein soll in neue Schläuche gefüllt werden, so bleiben beide miteinander erhalten.“ (Lukas 5:37+38)

      Allerdings gibt es keinen Wein ohne Kelter. Die Trauben werden dahin gebracht und dann mit Gewalt zerdrückt, früher zerstampft. So gesehen war und ist der Tod der Trauben die Geburt des Weines. Was sich hier bei der Hochzeit andeutete, kam am Kreuz in Existenz. Jesus gab sein mit der Sünde der gesamten Menschheit beladenes Leben in den Tod, wenn man so will: in die Kelter des Zornes Gottes und wurde durch diesen Gehorsam bis in den natürlichen Tod zum Wein des Lebens und der Freude und Fülle, auf den dieses erste Wunder bereits hinweist. Durch Leiden zur Herrlichkeit, durch Tod zum Leben. Das ist das Geheimnis im Leben eines wirklichen Jüngers Jesu. Das schreibt uns auch Paulus:

      „Wenn wir aber Kinder sind, so sind wir auch Erben, nämlich Erben Gottes und Miterben des Christus; wenn wir wirklich mit ihm leiden, damit wir auch mit ihm verherrlicht werden.“ (Römer 8:17)

      In unserer modernen weichgespülten Wohlstandschristenheit hütet man sich das zu predigen, man hört stattdessen: "Wenn du Christ bist, richtig Christ bist, dann hast du keine Probleme mehr. Da gibt es keine Krankheiten mehr, - wenn du richtig glaubst. Dann gibt es keine Schwierigkeiten und auch keine wirtschaftlichen Probleme mehr. Dann löst sich alles in Wohlgefallen auf. Dann hast du Geld, dann hast du Gesundheit, dann kennst du keine Arbeitslosigkeit. Bis zur letzten Minute deines Lebens gibt es überhaupt keine Mühsal mehr, dann ist dein Leben ein ständiges Wandeln auf sonnigen Höhen.“ Aber das sind Lügen und davon steht nichts in der Bibel, man muss sich diese Lehre aus Bibelstellen zusammenbasteln, die man aus ihrem geistlichen Zusammenhang gerissen und wieder neu miteinander verbunden hat und das erfüllt den Tatbestand der Manipulation und Zauberei, dahinter steht nicht der Heilige Geist, sondern Hexengeister.

      Ja, wir haben Trübsal hier, das wissen vor allem diejenigen, die wegen ihres Glaubens verfolgt und getötet werden. Aber dieses Trübsal ist der Weg, nicht das Ziel. Unser Ziel ist die Herrlichkeit, Freude und Fülle im Überfluss, die wir bei einer anderen Hochzeit haben werden, nämlich bei der Hochzeit des Lammes im Neuen Jerusalem. Diese lebendige Hoffnung hilft uns durch diese Erdenzeit der Anfechtungen und Anfeindungen hindurchzugehen, durch die Jesus bereits vorangegangen ist, und so ist der Wein bei dieser Hochzeit zu Kana letztendlich auch ein Bild auf das Hochzeitsfest im Neuen Jerusalem und alles, was im Leben Jesu an Herrlichkeit sichtbar wurde, wie auch alles, was in unserem Leben davon sichtbar ist oder werden wird, ist nur ein kleiner Vorgeschmack dessen, was uns dort erwartet:

      „Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört und keinem Menschen ins Herz gekommen ist, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben“ (1.Korinther 2:9)

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