16.November 2016 (Eigene Wege contra Herrlichkeit)

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    • 16.November 2016 (Eigene Wege contra Herrlichkeit)

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      Eigene Wege contra Herrlichkeit

      »Das ist der Bund, den ich mit ihnen schließen will nach diesen Tagen, spricht der Herr: Ich will meine Gesetze in ihre Herzen geben und sie in ihre Sinne schreiben«. (Hebräer 10:16)

      Wir haben festgestellt, dass Jesus Jüngerschaftsschule hier in Kana begann, wo er Wasser zu Wein machte und die erste, die davon unmittelbar betroffen war, war Maria:

      „Und als es an Wein mangelte, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein! Jesus spricht zu ihr: Frau, was habe ich mit dir zu tun? Meine Stunde ist noch nicht gekommen!“ (Johannes 2:3+4)

      Maria bemerkte, dass der Wein allmählich ausging, das war echt furchtbar und für das Brautpaar total peinlich. Entweder waren mehr gekommen, als gerechnet waren, oder diese Gäste tranken über alle Maße oder aber es war nicht mehr Geld da. Maria wusste im Gegensatz zu den Hochzeitsgästen, dass da nur Jesus helfen konnte und trug das Problem an ihn heran. Wir kennen seine schroff erscheinende Antwort. Und vor allem wissen wir, dass er doch recht kurz darauf eingegriffen hatte. Es hatte sich da also nicht um Stunden gehandelt, denn wenn kein Wein mehr da war, war die Hochzeit vorbei. Jesus wollte Maria und den Jüngern dadurch zeigen, dass Herrlichkeit nur dort entsteht, wo man eigene Pläne und Zeitpunkte losgelassen hat.

      „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Sohn kann nichts von sich selbst aus tun, sondern nur, was er den Vater tun sieht; denn was dieser tut, das tut gleicherweise auch der Sohn. Denn der Vater liebt den Sohn und zeigt ihm alles, was er selbst tut; und er wird ihm noch größere Werke zeigen als diese, so dass ihr euch verwundern werdet.“ (Johannes 5:19+20)

      Diese „meine Stunde ist noch nicht gekommen“ meint: „Ich habe noch keinen Auftrag vom Vater“. An Maria wird exemplarisch deutlich gemacht, dass die Stunde Gottes nicht identisch ist mit der Stunde der Menschen, der Wille Gottes nicht identisch ist mit menschlichem Wollen, der Plan Gottes nicht identisch ist mit unseren menschlichen Plänen. Deshalb und nur deshalb weist Jesus die Bitte seiner Mutter so schroff zurück. Anhand der Figur Mariens können wir somit sehen, dass jenes wahre Israel, welches Jesus um sich sammelt, nicht da entsteht, wo Fleisch und Blut die Menschen zusammenführt, sondern allein dort, wo sich die Menschen in den Plan Gottes hineinbegeben. So was lernt man nicht von heute auf morgen, weder Maria, noch die Jünger, noch wir. Aber der erste Schritt ist, zu erkennen, dass unsere eigenen Wege aus der Herrlichkeit Gottes in unserm Leben herausführen, genauso wie in der nachapostolischen Zeit die eigenen Wege der Kirche die Herrlichkeit, die auf ihr liegen sollte, verhindert haben.

      Maria hat es total gut gemeint, wollte helfen, das zeigt ja eigentlich ein gutes Herz. Und dass sie dachte, dass Jesus jetzt sofort helfen müsse, war halt ein wenig ungeduldig, aber ist menschlich doch verständlich, denken wir. Jesus hat sie ja auch nicht abgewatscht, aber seine Antwort war schon schroff. Warum wohl? Nun, das ist ganz einfach. Was wir als „menschlich“ bezeichnen, sieht Jesus als „teuflisch“. Es ist genauso wie in der Begebenheit, als Jesus sagte, er müsse nun nach Jerusalem, um dort zu sterben, versuchte Petrus voller „menschlicher“ Sorge ihm das auszureden. Jesus entgegnete: „Geh hinter mich, Satan.“

      „Und er fing an, sie zu lehren, der Sohn des Menschen müsse viel leiden und von den Ältesten und den obersten Priestern und Schriftgelehrten verworfen und getötet werden und nach drei Tagen wieder auferstehen. Und er redete das Wort ganz offen. Da nahm Petrus ihn beiseite und fing an, ihm zu wehren. Er aber wandte sich um und sah seine Jünger an und ermahnte den Petrus ernstlich und sprach: Weiche von mir, Satan! Denn du denkst nicht göttlich, sondern menschlich!“ (Markus 8:31-33)

      Wir müssen hier umdenken. Was wir als menschlich bezeichnen, als so ne Art Kavaliersdelikt, ist ein Deal mit dem Teufel. Sorry, das sag nicht ich, sondern Jesus. „Menschlich“ ist genauso das Gegenstück zu „göttlich“ wie „teuflisch“.Bei seiner Mutter deutete er es an, bei Petrus dann sprach er es offen aus. Jesus tadelte deshalb nicht die Pharisäer und auch nicht die Juden im Allgemeinen, aber er tadelte diejenigen, die zu diesem erwählten Überrest gehörten und das waren die Jünger und auch Maria. Sie war zwar natürlich nach wie vor seine leibliche Mutter, aber das hatte keine Bedeutung mehr, denn seit Beginn seines Wirkens – und der Beginn war diese Hochzeit - war sie seine Schwester im Herrn, Teil seiner Braut. Daher nannte er sie auch nicht Mutter, sondern Weib oder Frau, wie später auch unter dem Kreuz:

      „Als nun Jesus seine Mutter sah und den Jünger dabei stehen, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Frau, siehe, dein Sohn! Darauf spricht er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.“ (Johannes 17:26+27)

      Im alten Bund gab es Gebote und Gesetze, diese zu erfüllen, sollte zum Leben führen, aber da sie niemand erfüllen konnten, war dieses Gesetz eine „Kandarre“ oder „Zwangsjacke“, Paulus schreibt „ein Zuchtmeister“. Im Neuen Bund geht es um Beziehung, Wenn Gott uns seine Gebote ins Herz schreibt, dann legt er die Sehnsucht in unser Herz, in seinen Wegen zu wandeln und wenn wir die haben, dann brauchen wir eigentlich kein Gebot, denn in den Wegen Gottes findet sich kein Fehler, keine Gesetzlosigkeit und keine Sünde. Das einzige, was wir dazu brauchen ist den Heiligen Geist, er will uns in den Prozess der Wahrheit leiten, indem er uns korrigiert, wenn wir mal wieder eigene Wege gehen wollen oder gegangen sind. Ohne ihn würden wir das genauso wenig erkennen, wie Petrus, Maria oder die andern Jünger. Mit dem Kommen Jesu auf die Erde begann ein völlig neues Zeitalter. Das Zeitalter des „verheißenden“ Gottes war zu Ende und es begann das Zeitalter des „erfüllenden“ Gottes. Diese Zeitalter startete mit der Erfüllung der Verheißungen, die durch Jesaja gegeben worden waren:

      „Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben; und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und man nennt seinen Namen: Wunderbarer, Ratgeber, starker Gott, Ewig-Vater [oder Vater der Ewigkeit], Friedefürst “ (Jesaja 9:6)

      Wenn er Jesus „Ewig Vater“ oder „Vater der Ewigkeit“ nennt, wird klar, dass es Gott selbst ist, der jetzt in Person des Sohnes aus seiner Herrlichkeit auf die Erde gekommen war. Das erkannten damals die Hirten und die drei Magier aus dem Morgenland sichtbar, als sie das Kind anbeteten. Und genau das sollten jetzt diejenigen, die zum „Überrest“ gehörten erkennen. Der Ölbaum sollte durch das Ausreißen der „hartherzigen“ Zweige eine ganz neue Qualität bekommen. Aus Sklaven des Gesetzes sollten freie Kinder Gottes werden, die ihre eigenen Wege und Vorstellungen voller Freude den Wegen und Plänen Gottes unterordnen. Wie wir am Beispiel von Maria und Petrus sahen, braucht es die Schulung Jesu bzw. des Heiligen Geistes und seiner Korrektur, um diesen Prozess voranzutreiben. Hören wir also auf, diese eigenen Wege, auch wenn sie noch so gut aussehen als nunmal typisch menschlich zu verharmlosen und zu entschuldigen, denn wenn wir das tun, können wir nicht korrigiert werden. Das trennt uns genauso von der Herrlichkeit Gottes, die auf und in uns sein möchte, wie Mord, Hurerei und Ehebruch. Für einen wirklichen Jünger und Nachfolger Jesu gibt es eigentlich nur eine einzige Sünde und die ist nicht im Willen Gottes zu sein.

      Dieses Wunder in Kana konnte nur geschehen, weil Jesus völlig im Willen Gottes war und nicht im Willen Marias, der vom Teufel inspiriert war, um Jesus dadurch zu versuchen. Jesus hat das sofort gecheckt und so konnte das Weinwunder stattfinden und die Herrlichkeit Gottes offenbar werden und zwar all denen, die da glaubten und das waren Maria und die Jünger. Wir brauchen also nicht mehr gegen irgendwelche Sünden zu kämpfen, sondern brauchen uns nur von ganzem Herzen nach dem Willen Gottes ausstrecken und in dem Maße, wie wir in diesen Willen hineinwachsen, werden Sünden zwangsweise immer weniger, weil die Tiefe unserer Beziehung zu Gott immer mehr zunehmen wird.

      „Deshalb beuge ich meine Knie vor dem Vater unseres Herrn Jesus Christus...daß der Christus durch den Glauben in euren Herzen wohne, damit ihr, in Liebe gewurzelt und gegründet, dazu fähig seid, mit allen Heiligen zu begreifen, was die Breite, die Länge, die Tiefe und die Höhe sei, und die Liebe des Christus zu erkennen, die doch alle Erkenntnis übersteigt, damit ihr erfüllt werdet bis zur ganzen Fülle Gottes.“ (Epheser 3:14; 17-19)

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