14.November 2016 (Glaube, Sammlung, Herrlichkeit)

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    • 14.November 2016 (Glaube, Sammlung, Herrlichkeit)

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      Glaube, Sammlung, Herrlichkeit


      Denn so [sehr] hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat. (Johannes 3:16)

      Inzwischen ist Jesus mit den Jüngern in Kana angekommen, wo sie auch auf Maria, die Mutter Jesu trafen. Man geht davon aus, dass Josef zu diesem Zeitpunkt bereits gestorben war, sonst wäre er als Oberhaupt der Familie von Johannes erwähnt worden. Wir kennen wohl alle diese Sache mit dem Weinwunder (Johannes 2:1-12), wollen uns dem deshalb heute mal aus einer ganz anderen Anschauungsweise nähern. Dazu beginnen wir mit dem letzten Satz des Johannes zu dieser Begebenheit:

      „Diesen Anfang der Zeichen machte Jesus in Kana in Galiläa und ließ seine Herrlichkeit offenbar werden, und seine Jünger glaubten an ihn.“ (Johannes 2:11)

      Hier steht unmissverständlich, dass die Jünger glaubten und weil sie glauben, konnte sich in ihnen die Herrlichkeit Gottes in der Welt ein Stück weit durchsetzen. Weil sie glauben, empfangen sie selbst aus der Fülle der Herrlichkeit Christi „Gnade über Gnade" (Johannes 1:16). Weil sie glauben, werden sie dahin geführt werden, nicht länger nach eigenen Maßgaben, rein menschlichen Interessen und Pläne zu handeln, sondern werden von Jesus in den Willen des Vaters hineingenommen. Sie sollten nicht mehr sich selbst verwirklichen, sondern den Plan Gottes. Dies ist, auch bei uns, ein Prozess, der Startschuss für diesen Prozess bei den Jüngern finden wir dort in Kana. In diesem Sinne sind jene Jünger ab diesem Zeitpunkt nicht mehr „aus dem Willen des Fleisches und nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott gezeugt" (Johannes 1:13). Indem sie Jesus nachfolgen, folgen sie dem nach, der die sichtbare Herrlichkeit Gottes auf Erden ist und das, weil er permanent im Willen Gottes war. Das Tun des Willens Gottes auf Grundlage des Glaubens, das ist es, was Gottes Herrlichkeit auf der Erde freisetzt, bei Jesus, später bei den Jüngern und genauso bei uns. Jesus sagte später:

      „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der wird die Werke auch tun, die ich tue, und wird größere als diese tun, weil ich zu meinem Vater gehe.“ (Johannes 14:12)

      „Und ich habe die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, ihnen gegeben, auf dass sie eins seien, gleichwie wir eins sind.“ (Johannes 17:22)

      Voraussetzung für das Leben in dieser Herrlichkeit ist demzufolge nicht irgendein Glauben schlechthin, also dass es einen lieben Gott gibt oder so, sondern der Glaube an Jesus Christus, der den Jünger produziert, denn es ist ja Jesu Herrlichkeit, die er uns gegeben hat, auch wenn wir sie nicht von der Herrlichkeit Gottes trennen können. An Gott glaubten die frommen Juden, wie auch die Jünger, bereits vor ihrer Nachfolge. Trotzdem war die Herrlichkeit Gottes nicht auf- und mit ihnen. Sie konnten diese nur durch den Glauben an Jesus sehen, spüren und erfahren. Das wird bereits hier bei dieser Hochzeit sichtbar.

      Der „Speisemeister“, der für den Wein und dessen Qualität zuständig war, erkannte nicht, dass dieser Wein durch die Herrlichkeit, die Jesus beim Vater hatte, entstanden war. Er verwunderte sich, aber kam dadurch nicht zum Glauben an Jesus. Das Brautpaar genauso wenig, ansonsten hätte es Johannes, der die ersten Jünger so detailliert beschrieben hatte, sicherlich erwähnt. Die Diener, die diese schweren Wasserkrüge auf Befehl Jesu auffüllen mussten, hätten eigentlich doch auch die Herrlichkeit Jesu bei diesem Wunder erkennen und in Folge dessen an ihn glauben müssen, aber davon erwähnt Johannes auch nichts Und die restlichen Hochzeitsgäste natürlich erst recht nicht, denn sie hatten außer Feiern und Weintrinken ja gar keine Aufmerksamkeit darauf gehabt.

      Oberflächlich betrachtet, war also dieses Wunder völlig sinnlos, weil dadurch kein weiterer Jude zum Glauben an Jesus gekommen war, aber Gottes Heilsplan des Neuen Bundes startete mit dem „Überrest“, den galt es in erster Linie zu erwecken. Und genau das war geschehen und deshalb schreibt Johannes:

      „„Diesen Anfang der Zeichen machte Jesus in Kana in Galiläa und ließ seine Herrlichkeit offenbar werden, und seine Jünger glaubten an ihn.“ (Johannes 2:11)

      Diesen „Überrest“ aus dem „alten“ Israel symbolisiert auch Maria in dieser Begebenheit. Freilich steht sie für das „alte“ Israel in seinem besten Sinn: Sie ist ganz dabei; sie ist bereit zum Hören; sie bleibt auch nach der Zurückweisung durch Jesus bei der Sache; sie lässt sich korrigieren; ja sie bittet die Diener: Was er euch sagt, das tut. Sie repräsentiert also nicht nur das alte Israel, sondern jenes Israel, das der messianischen Zeit entgegen hofft, den „Überrest“, der bereit ist, sich von Gott zum wahren Israel sammeln zu lassen und das voller Erwartung auf der Schwelle zu dem Neuen steht, das Gott nun ins Werk setzen sollte, dem Neuen Bund.

      Die ersten beiden Punkte, die uns dieses Weinwunder zu Kana aufzeigt, sind also dass der persönliche Glaube an Jesus Christus die Voraussetzung ist, dass die Herrlichkeit Gottes sichtbar werden kann und dass sich Gott durch die Herrlichkeit Jesu ein neues Volk erwählt hatte, beginnend mit diesem „Überrest“ der jüdischen Zweige, in die dann durch die Jünger und Apostel, insbesondere Paulus, die heidnischen, wilden Zweige eingepfropft werden konnten. Wir können so erkennen, dass Jesus in erster Linie zu diesem „Überrest“ auf die Erde gesandt wurde, ihr Glaube an ihn sollte die Grundlage für die Erweckung der heidnischen Welt bilden. So können wir auch Jesus verstehen, wenn er sagt:

      „Und ich habe noch andere Schafe, die nicht aus dieser Schafhürde sind; auch diese muss ich führen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirte sein.“ (Johannes 10:16)

      „Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn es hat eurem Vater wohlgefallen, euch das Reich zu geben.“ (Lukas 12:32)

      Und Paulus drückt diesen Sachverhalt folgendermaßen aus:

      „Denn ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht; denn es ist Gottes Kraft zur Errettung für jeden, der glaubt, zuerst für den Juden, dann auch für den Griechen.“ (Römer 1:16)

      „Drangsal und Angst über jede Menschenseele, die das Böse vollbringt, zuerst über den Juden, dann auch über den Griechen; Herrlichkeit aber und Ehre und Friede jedem, der das Gute tut, zuerst dem Juden, dann auch dem Griechen.“ (Römer 2:9+10)

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