10.November 2016 (Ölbaum und Weinstock)

    • 10.November 2016 (Ölbaum und Weinstock)

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      Ölbaum und Weinstock


      Fürchtet euch nicht, ihr Tiere des Feldes; denn die Auen der Steppe sollen grünen, und die Bäume sollen ihre Früchte tragen, der Weinstock und der Feigenbaum, so viel sie nur können. (Joel 2:22)

      Wenn ich schrieb, dass nicht Abraham, sondern der Bund Gottes die Wurzel des Ölbaums darstellt, dann möchte ich damit nicht Abrahams Auserwähltsein in Frage stellen, aber Gott baute genausowenig seine Segenslinie auf einem Menschen auf, wie auch Jesus diese Linie in Gestalt seiner Gemeinde oder Kirche nicht auf dem Menschen Petrus aufgebaut hatte, obwohl das die katholische Kirche als unumstößliches Dogma lehrt. Es ist so gesehen nicht verwunderliche, dass dieses Kirche wie keine andere von Menschen- und Heiligenkult, also Götzendienst durchzogen ist, das gipfelt im Marienkult und dem Unfehlbarkeitsdogma des Papstes als Nachfolger Petrus. Bei den Juden waren es hauptsächlich Abraham und Mose.

      „Ich rede von dem, was ich bei meinem Vater gesehen habe. Auch ihr tut, was ihr von eurem Vater gehört habt." "Unser Vater ist Abraham!", protestierten sie. "Nein", erwiderte Jesus, "wenn ihr wirklich Nachkommen Abrahams wärt, würdet ihr auch so handeln wie er. Stattdessen versucht ihr, mich zu töten – mich, der ich euch die Wahrheit von Gott gesagt habe. So etwas hätte Abraham nicht getan. Nein, ihr handelt so wie euer wirklicher Vater!" – "Wir stammen doch nicht aus einem Ehebruch!", protestierten sie. "Wir haben nur einen einzigen Vater, und das ist Gott!" "Wenn Gott euer Vater wäre", hielt Jesus ihnen entgegen, "dann würdet ihr mich lieben. Denn ich bin von Gott zu euch gekommen, in seinem Auftrag und nicht von mir aus. Warum ist mein Reden nur so unverständlich für euch? Weil ihr gar nicht fähig seid, mein Wort zu hören! Euer Vater ist nämlich der Teufel und ihr wollt das tun, was euer Vater will. Er war von Anfang an ein Mörder und hat die Wahrheit immer gehasst, weil keine Wahrheit in ihm ist. Wenn er lügt, entspricht das seinem ureigensten Wesen. Er ist der Lügner schlechthin und der Vater jeder Lüge. Und gerade weil ich die Wahrheit sage, glaubt ihr mir nicht.“ (Johannes 8:38-45)

      „Ich bin im Namen meines Vaters gekommen, und ihr lehnt mich ab. Wenn dann ein anderer in seinem eigenen Namen kommt, empfangt ihr ihn gern. Kein Wunder, dass ihr nicht glauben könnt, denn bei euch will ja nur einer vom anderen Anerkennung bekommen. Nur die Anerkennung bei dem einen wahren Gott sucht ihr nicht. Denkt nicht, dass ich euch beim Vater anklagen werde. Mose wird das tun, der Mose, auf den ihr eure Hoffnung setzt.“ (Johannes 5:43-45)

      An diesen beiden Stellen können wir erkennen, dass dieser Kult um Abraham und Mose letztendlich ausschlaggebend für die Ablehnung und Ermordung des Messias war. Dieser Kult war also in höchstem Maße antichristlich, und überall, wo in Kirchen und Gemeinden Menschen anstatt Jesus geehrt werden, ist dieser Geist des Antichristen mächtig am Wirken. Deshalb musste ich gestern betonen, dass der Bund, den der allmächtige Gott aufgerichtet hat, die Wurzel des Ölbaums darstellt und nicht Abraham.

      „Du hast keinen Grund, verächtlich auf die anderen Zweige herabzusehen. Und wenn du es dennoch tust, sollte dir klar sein: Nicht du trägst die Wurzel, sondern die Wurzel trägt dich!“ (Römer 11:18)

      Wir Heiden dürfen "nicht" eine Haltung gegenüber den Juden einnehmen, als ob wir heiliger als diese wären, und uns auch nicht irgendwie unserer eingebildeten geistlichen Überlegenheit "rühmen", denn das würde uns sofort in Stolz und Überheblichkeit führen, dasselbe, was es bei den Juden bis heute tut. Sie waren das auserwählte Volk und sind es auf Basis des „Überrestes“ immer noch, aber anstatt ihre Herzen beschneiden zu lassen, sonnten sie sich in diesem Vorrecht, zu dieser Segenslinie Gottes zu gehören, was zu einer noch schlimmeren Herzensverhärtung geführt hatte, denn alles, was nicht zu dieser Linie gehörte, war in ihren Augen Abschaum. Jedes derartige Rühmen, was sich auch mehr oder weniger offensichtlich durch unsere Gemeinden zieht, übersieht oder vertuscht die Tatsache, dass wir ursprünglich nicht zur Segenslinie gehörten und dass wir inzwischen nicht dazugehören, weil wir moralisch so toll sind, sondern aus reiner Gnade Gottes.

      „Vielleicht wirst du nun sagen: "Die Zweige sind ja herausgebrochen worden, damit ich eingepfropft werden konnte." Das ist richtig. Aber dass sie ausgebrochen wurden, lag an ihrem Unglauben. Und du hast deinen Stand nur durch den Glauben. Sei also nicht überheblich, sondern pass auf, dass es dir nicht genauso geht. Denn wenn Gott die natürlichen Zweige nicht verschont hat, warum sollte er dann dich verschonen?“ (Römer 11:19-21)

      Die jüdischen Zweige "sind ausgebrochen worden", und wir, die Heiden, wurden eingepfropft. Doch das ist "durch den Unglauben" Israels geschehen, und nicht, weil wir irgendeinen besonderen Anspruch auf Gottes Gnade gehabt hätten. Paulus sagte später den Judenchristen in Rom:

      "So sei euch nun kund, dass dieses Heil Gottes den Nationen gesandt ist; sie werden auch hören" (Apostelgeschichte 28:28).

      Man beachte: "sie werden auch hören." Als Volk nehmen sie das Evangelium heute eher an als Israel. "Stehen" steht hier im Gegensatz zu „Fallen“. Israel war aus seiner Vorrechtsstellung gefallen. Die Heiden waren nun an seinen Platz gepfropft worden. Doch wer da steht, mag sehen, dass er nicht falle. Die Heiden sollten sich nun nicht vor Stolz aufblähen, sondern Sorge dafür tragen, dass dieser Stolz durch Beschneidung der Herzen stirbt, denn wenn wir uns gegen diese Beschneidung sträuben, widerstehen wir dem Heiligen Geist und können genauso von Gott ausgerissen werden, denn ein stolzes Herz kann für Gott keine Frucht bringen. Das lehrt auch Jesus mit dem Bild des Weinstocks:

      „Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Weingärtner. Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, nimmt er weg; jede aber, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt. Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe. Bleibt in mir, und ich [bleibe] in euch! Gleichwie die Rebe nicht von sich selbst aus Frucht bringen kann, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht in mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun. Wenn jemand nicht in mir bleibt, so wird er weggeworfen wie die Rebe und verdorrt; und solche sammelt man und wirft sie ins Feuer, und sie brennen.“ (Johannes 15:1-6)

      Weinstock oder Ölbaum, in beiden Fällen kann ein Zweig oder die Rebe niemals aus sich selbst Frucht bringen, wenn sie nicht mit dem Stamm und über diesen mit der Wurzel verbunden ist. Wenn Jesus sich selbst hier als Weinstock, also als „den Stamm“ bezeichnet, wird klar, dass er dieser Heilsweg Gottes ist und dass wir nur durch ihn Verbindung zur Wurzel haben können, also in den Bund Gottes eintreten können. Ohne diesen in unserm Fall Neuen Bund mit Gott eingegangen zu sein, können wir zwangsweise keine Frucht für Gott bringen, da können wir moralisch noch so gut draufsein und noch so viele gute Werke tun. Ohne mit Jesus verbunden zu sein, der sowohl diesen Neuen Bund aufgerichtet hat, als auch das Opfer, das diesen Bund besiegelt, ist, natürlich auch nicht. „Bleibt in mir und ich bleibe in euch“ meint, dass wir mit ganzem Herzen danach streben, dass Gott das Merkmale dafür, dass wir in diesem Bund stehen immer mehr und immer tiefer in unsere Herzen „tätowiert“ und dieses Merkmale ist, dass wir Jesu Gebot immer mehr aus Liebe zu ihm halten können:

      „Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr einander lieben sollt, damit, wie ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebt. Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt. (Johannes 13:34+35)

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