3.November 2016 (Bund, Ruhe und Gewissheit)

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    • 3.November 2016 (Bund, Ruhe und Gewissheit)

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      Bund, Ruhe und Gewissheit


      Du hast mir doch keinen Sohn gegeben. Der Sklave, der in meinem Haus geboren wurde, wird mich beerben." Da kam das Wort Jahwes zu ihm [Abram]: "Nein, er wird nicht dein Erbe sein, sondern einer, den du zeugen wirst, der soll dich beerben." Darauf führte er ihn ins Freie und sagte: "Blick doch zum Himmel auf und zähle die Sterne, wenn du es kannst!" Und fügte hinzu: "So wird deine Nachkommenschaft sein!" Abram glaubte Jahwe, und das rechnete er ihm als Gerechtigkeit an. Dann sagte er: "Ich, Jahwe, habe dich aus Ur in Chaldäa geführt, um dir dieses Land als Eigentum zu geben." - "Jahwe, mein Herr", erwiderte Abram, "woran könnte ich erkennen, dass ich es je besitzen werde?" (1.Mose 15:3-8 NeÜ)

      Wenn ich über den Bund lehre, seh ich oftmals einige stöhnen, weil sie ja vermeintlich bereits alles darüber wissen, oder weil so etwas wie „Verpflichtung“ in diesem Thema liegt, aber ich rede gern darüber, weil ich den gläubigen Menschen helfen will, diese Bundeswurzeln unseres Glaubens zu erkennen und die gewaltigen Segnungen, die uns dadurch zuteil werden, wobei mir auch hier klar ist, dass es nur Stückwerk ist, was ich darüber weiß. Aber eins weiß ich ganz gewiss: Gottes Bund ist ein gewaltiger Segen – und kein Fluch!

      Ich weiß allerdings leider auch, wie eine einseitige, willkürliche Lehre von Bund und Gesetz benutzt wird, um Bedrückung auf die Menschen zu legen, denn ich habe selbst etliche schmerzhafte Jahre in einer missbräuchlichen Gemeinde verbracht, die eine verzerrte Bundesbotschaft gelehrt und als einen Mechanismus dafür gebraucht hat, ihre Mitglieder zu kontrollieren. Nicht jede Botschaft, die über den Bund gepredigt wird, setzt auch wirklich frei. Viele auf den Bund orientierte Lehren bedrücken geistlich und versklaven die Schäflein. Ich habe gelernt, dass Satan, der Feind des Christen, Gottes Blutsbund mehr hasst als alles andere. Jesus hat uns eine einfache Prüfung hinterlassen, die wir auf jede Lehre anwenden können. Alles, was uns nicht von Lasten freimacht und uns demzufolge nicht in eine innere Ruhe führt, sollten wir für unser Leben ablehnen oder zumindest äußerst skeptisch hinterfragen.

      Diese Ruhe ist eine Erfahrung des "Neuen Bundes" für den Gläubigen. Der Schreiber des Hebräerbriefes hielt es für eine Sache von äußerster Wichtigkeit. Wenn man Hebräer Kapitel 4 liest wird man folgendes feststellen: es zu versäumen, in Gottes Ruhe einzugehen, wird mit Ungehorsam gleichgesetzt. Doch vom größten Teil der religiösen Lehre werden wir in die genau gegenteilige Richtung gewiesen. Ich wollte die Aufmerksamkeit auf diesen Aspekt der “Bundesruhe” richten um den Unterschied aufzuzeigen zwischen einer korrupten Lehre, die bedrückt, und der Lehre des Neuen Testaments über den Bund, der die religiös Gefangenen freisetzt!

      „Hüten wir uns also davor, zu meinen, jemand sei zu spät gekommen. Denn die Zusage, in Gottes Ruhe hineinzukommen, gilt ja noch. Wir müssen deshalb alles tun, dass so etwas nicht geschieht. Denn die gute Botschaft wurde uns genauso verkündigt, wie jenen damals in der Wüste. Aber ihnen nützte es nichts, weil ihr Hören nicht mit Glauben verbunden war. Denn nur wir, die zum Glauben gefunden haben, werden in Gottes Ruhe hineinkommen, in die Ruhe, auf die Gott sich bezog als er sagte: "So schwor ich in meinem Zorn: 'Sie werden niemals in meine Ruhe hineinkommen!' [Psalm 95:11].“ (Hebräer 4:1-3 NeÜ)

      Ein Blutsbund schenkt uns die Macht, “zu wissen”. Oben lasen wir, wie Gott mit unglaublichen Verheißungen an Abraham herantrat. Zunächst einmal brachte Abram sein Anliegen vor Gott bezüglich seiner Kinderlosigkeit. Abram brauchte einen Erben, der von ihm selbst abstammte. Gott reagierte indem er Abram nicht nur einen Sohn versprach, sondern darüber hinaus erklärte, dass seine Nachkommen so zahlreich wie die Sterne am nächtlichen Himmel sein würden. Gott versprach Abram auch Land – vom Fluss Ägyptens bis hin zum Euphrat (1. Mose 15:18). Abram antwortete indem er Gott eine Frage stellte:

      "Woran soll ich merken, dass ich es erblich besitzen werde?" (1.Mose 15:8)

      Diese eine Frage bereitet die Bühne für eines der monumentalsten Ereignisse des Alten Testaments – ein Blutsbund zwischen einem Menschen (Abram) und dem allmächtigen Gott. In Erwiderung auf Abrams Frage macht Gott einen Bund, der zur Garantie oder Sicherheit dafür wird, dass er tun wird, was er gesagt hat. Wir wissen, dass die Ereignisse aus 1. Mose 15 mit dem Schließen eines Bundes zu tun haben, weil Vers 18 mit der Aussage beginnt: "Am selben Tag machte [eigentlich „schnitt“] Gott einen Bund mit Abram..." Wir sehen, dass Gott Abram nicht im Zustand der Unwissenheit und Unsicherheit ließ. Gott initiierte diesen Bund und band sich selbst durch einen “Blutsschwur” daran, der niemals gebrochen werden kann. Dieser Bund ist unter Bibelgelehrten als der „Abrahamische Bund“ bekannt. Der abrahamische Bund stellt das Fundament für das Kommen des jüdischen Messias – Jesus Christus – dar, er ist, wenn man so will ein Bild oder Schatten auf den Neuen Bund, den Gott durch das Blut Jesu mit dir und mir geschlossen hat, bzw. schließen will.

      Wenn man diesen Alten Bund studiert, ist es leicht, einen entscheidenden Aspekt über den Bund mit Abraham in 1. Mose Kapitel 15 zu übersehen. Mose schreibt, dass "ein tiefer Schlaf auf Abram fiel” bevor Gott mit dem Prozess begann (1.Mose 15:12). Abram schlief während des "Schneidens" dieses Bundes – und Gott selbst führte den “Wandel im Blut” an seiner Stelle aus. Gott gestattete es Abraham, den Bundesschluss vorzubereiten und das gesamte Ereignis durch einen Traum zu beobachten, doch er erlaubte es ihm nicht, aktiv am Ritual des Durchschreitens der Opfertierhälften teilzunehmen. Durch diese Handlung brachte Gott zum Ausdruck, dass sein Bund mit Abraham vollständig auf Ihm selbst ruhen würde. Abraham sollte mit der Aufrichtung dieses Bundes relativ wenig zu tun haben. Abrahams Verantwortung bestand darin, in “Ruhe” zu sein. Wir können dasselbe Prinzip in Christi Blutsbund sehen. Unsere Erlösung ruht auf der Treue von Jesus – nicht auf unserer Leistung, unserer Befolgung religiöser Regeln oder unserer Zugehörigkeit zu einer Gemeinde. Gott sagt uns, dass wir auf dieselbe Weise in seine Ruhe eintreten sollen wie Abraham schlief (ruhte) während Gott den Bund mit ihm aufrichtete.

      "Also bleibt dem Volk Gottes noch eine Sabbatruhe vorbehalten; denn wer in seine Ruhe eingegangen ist, der ruht auch selbst von seinen [eigenen] Werken, gleichwie Gott von den seinigen. So wollen wir uns denn befleißigen, in jene Ruhe einzugehen, damit nicht jemand als gleiches Beispiel des Unglaubens zu Fall komme." (Hebräer 4:9-11)

      Gott schloss aktiv diesen Bund, nicht Abraham, denn Gott hatte diesen Bund auch vorgeschlagen. Das war und ist in der Bibel eine Selbstverständlichkeit. So wie der Segnende immer über dem Gesegneten steht, so geht auch ein Bund immer vom Mächtigeren, Größeren, Reicheren etc. aus. Wir können genauso wenig einen Bund mit Gott schließen, wie Abraham es nicht konnte und später auch Mose nicht. Aber wir können und sollen in den Bund eintreten, den Gott selbst aufgerichtet hat. In diesen Bund einzutreten, bedeutet im Alten wie im Neuen Testament, dass wir uns total festmachen und bekennen: „mein Leben gehört dir, genauso wie dein Leben mir gehört, bzw. genauso, wie du dein Leben für mich gabst“. Ein Mensch mit einem ichbezogenen Herzen kann diesen Satz nicht aussprechen, ohne zu lügen. Aber ohne diesen gegenseitige Treueschwur bis in den Tod, gibt es keinen Bund. Gott selbst schwört in seinem Bund die Treue von seiner Seite aus und das gibt uns die Sicherheit, dass wir unser großes Ziel, nämlich die Ewigkeit in der Gegenwart Gottes zu verbringen auch erreichen werden, denn genau dazu hat sich der allmächtige Gott Abraham, dir und mir gegenüber verpflichtet. Auch wenn wir einen anderen Bund haben, die Verpflichtung ist für beide Seiten dieselbe.

      „Denn als Gott dem Abraham die Verheißung gab, schwor er, da er bei keinem Größeren schwören konnte, bei sich selbst.“ (Hebräer 6:13)

      Wer den Bund verstanden hat, weiß, dass alles, was Gott hat, mir gehört und dass alles, was ich habe, ihm gehört, auch mein Leben. Wir sind nicht mehr zwei Einzelpersönlichkeiten, sondern eine neue geistliche Einheit. Das ist es, was die Bibel als „neue Kreatur“ bezeichnet:

      „Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“ (2.Korinther 5:17)

      Gott schwört mit einem Eid bei sich selbst, beim größten, was es im Universum gibt. Er ist die Wahrheit, Gerechtigkeit, Heiligkeit und Treue in Person. Das ist sein Charakter. Würde er den Bund brechen, wäre er sich selbst untreu und nicht mehr Gott. Wir sind charakterlich von Natur aus das Gegenteil: betrügerisch, unwahr, ungerecht, sündig und untreu, mehr oder weniger offensichtlich ichbezogen. Das ist es, was die Bibel „Fleisch“ nennt. Deshalb ist dieses Fleisch auch gegen den Geist Gottes gerichtet. Solange wir unserem Fleisch die Treue halten, können wir in diesen Bund, den Gott mit uns eingehen will, nicht eintreten. Deshalb forderte er im Alten Bund mit Abraham die Beschneidung der Vorhaut, die für Dominanz, eigene Kraft und eigene Stärke steht, im erweiterten Bund mit Mose am Sinai dann zusätzlich die Gesetzeshaltung als äußeres Zeichen für die Beschneidung der Herzen vom alten ichbezogenen Charakter. Im Neuen Bund ist nicht mehr der Mensch der Beschneider, sondern Gott selbst beschneidet unser Herz, wenn wir das wollen und zulassen. Deshalb sagt er im Alten Testament:

      „So beschneidet nun die Vorhaut eures Herzens und seid nicht mehr halsstarrig!“ (5.Mose 10:16)

      im Neuen Testament schreibt der Heilige Geist durch Paulus jedoch:

      „Denn in Christus allein wohnt die ganze Fülle des Göttlichen leibhaftig. Und durch die Verbindung mit ihm seid auch ihr mit diesem Leben erfüllt. Er ist der Herr über alle Herrscher und alle Mächte. Und weil ihr ihm gehört, seid ihr auch beschnitten, aber nicht durch einen äußeren Eingriff. Eure Beschneidung kam durch Christus und besteht im Ablegen eurer alten Natur.“ (Kolosser 2:9-11)

      Unsere Voraussetzung dafür, in diesen Neuen Bund Gottes einzutreten ist also nicht nur, dass wir das stellvertretende Opfer Jesu bei unserer Bekehrung annehmen, sondern in der Bereitschaft, unsere alte Natur abzulegen, das heißt unser Herz beschneiden zu lassen oder anders gesagt unser Fleisch in den Tod zu geben. Nahezu alle Probleme im seelsorgerlichen Bereich lassen sich darauf zurückführen, dass das niemals wirklich geschehen ist.

      „Ich erwarte und hoffe sehr, dass ich nichts tun werde, dessen ich mich schämen müsste, sondern dass jetzt genauso wie bisher Christus an mir und durch mich in aller Öffentlichkeit groß gemacht wird – sei es durch mein Leben oder durch meinen Tod. Denn das Leben heißt für mich Christus und das Sterben Gewinn!“ (Philipper 1:20+21 NeÜ)

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