11. August 2016 ("Logos" – viel mehr als nur ein Wort)

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    • 11. August 2016 ("Logos" – viel mehr als nur ein Wort)

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      "Logos" – viel mehr als nur ein Wort


      Im Anfang war das Wort [Logos], und das Wort [Logos] war bei Gott, und das Wort [Logos] war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott. Alles ist durch dasselbe entstanden; und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht begriffen [ergriffen]. (Johannes 1: 1-5)

      Eine der bekanntesten Stellen der Bibel und doch können oder wollen sie viele nicht verstehen. Es geht hier um das griechische Wort „Logos“, das in den meisten Bibelübersetzungen mit „Wort“ wiedergegeben wird. Aber wir dürfen diesen Begriff nicht allein auf den deutschen Begriff „Wort“ reduzieren, denn wenn wir dies tun, können wir weder Johannes, noch die Bibel im allgemeinen verstehen. Der Begriff „Wort“ ist, laut Wikipedia, eine selbständige sprachliche Einheit. In der natürlichen Sprache besitzt es – im Gegensatz zu einem Laut oder einer Silbe – eine eigenständige Bedeutung. Es ist also eine Zusammensetzung von Buchstaben oder Silben zu einem eigenständigen Begriff, den man sagen oder hören, sowie schreiben oder lesen kann. Johannes schrieb etwa 100 n. Chr. sein Evangelium in griechischer Sprache, deshalb müssen wir auch sämtliche Bedeutungen dieses griechischen Begriffs kennen, der Grundlage seines Evangeliums war.

      Hier schreibt Wikipedia:
      „Der altgriechische Ausdruck logos (maskulin; griechisch λόγος lógos, lateinisch verbum, hebräisch דברdavar) verfügt über einen außerordentlich weiten Bedeutungsspielraum. Er wird unspezifisch im Sinne von Wort und Rede sowie deren Gehalt („Sinn“) gebraucht, bezeichnet aber auch das geistige Vermögen und was dieses hervorbringt (z. B. „Vernunft“) wie auch ferner ein allgemeineres Prinzip einer Weltvernunft oder eines Gesamtsinns der Wirklichkeit. Darüber hinaus existieren – je nach Kontext – noch spezifischere Verwendungen, beispielsweise als „Definition, Argument, Rechnung“ oder „Lehrsatz“. Auch philosophische und religiöse Prinzipien werden mit dem Ausdruck lógos bezeichnet, beispielsweise in den Fragmenten Heraklits und in Texten stoischer Philosophie sowie jüdisch-hellenistischer und christlicher Herkunft.“

      Ich denke, wir sollten das so unkompliziert wie möglich machen, indem wir uns die einzelnen Bedeutungen dieses Begriffs anhand der Bibel anschauen, wobei ich mir erlaube, die deutsche Übersetzung „Wort“ durch das griechische Originalwort „Logos“ zu ersetzen.

      „da versammelten sich sogleich viele, so dass kein Platz mehr war, auch nicht draußen bei der Tür; und er [Jesus] verkündigte ihnen den Logos.“ (Markus 2:2)

      Die christlichen Botschaft ist nicht eine Botschaft die aus dem menschlichen Geist kommt, sondern eine Botschaft der Worte Gottes. Markus berichtet, dass Jesus der Menge den Logos, in dem Fall also die Schriften des alten Testaments, predigte, also die von Gott empfangenen Botschaften, Verheißungen, Anweisungen, Richtlinien, die durch Mose, die Propheten und andere erwählten Menschen so weitergegeben wurden, wie sie von ihnen empfangen wurden. Das gilt natürlich auch für die Jünger und Apostel in der Zeit nach Pfingsten, also dem Neuen Testament. Dieser Logos ist nicht nur ein flüchtiges Wort, sondern ein Same, also etwas Lebendiges, wie Jesus uns an anderer Stelle erklärt:

      „Der Sämann sät den Logos.“ (Markus 4:14)

      Der Sinn der Aussat ist Multiplikation, also Frucht zu erzeugen und für die Beschaffenheit der Frucht ist die Art des Samens von entscheidender Bedeutung. Die Bibel kennt im geistlichen nur zwei Arten von Samen: Vergänglicher Same kommt aus dem menschlichen, verstandesmäßigen, fleischlichen Gedankengut und dieser bringt grundsätzlich vergängliche Frucht. Ewiger Same kommt aus dem göttlichen Logos und dieser bringt auch ewige, unvergängliche Frucht. Und hier kommt jetzt eine für die damalige Zeit ungeheuerliche Aussage Jesu ins Spiel, in der wir erkennen können, dass das mit Wort übersetzte Logos nicht einfach etwas gesprochenes, ein Befehl, eine Verheißung, eine Offenbarung oder dergleichen ist, sondern dass dieser Logos von dem die Bibel redet, Jesus selber ist:

      „Jesus aber antwortete ihnen und sprach: Die Stunde ist gekommen, dass der Sohn des Menschen verherrlicht werde! Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, so bleibt es allein; wenn es aber stirbt, so bringt es viel Frucht.“ (Johannes 12:23-24)

      Unzweifelhaft redet Jesus in obiger Stelle von sich selber und macht deutlich dass sein Sterben, sein Gehorsam bis in den Tod, die Errettung für viele bringen wird. Sein Sterben war nicht sinnlos sondern brachte und bringt heute noch Frucht! Der göttliche Logos ist also nicht nur ein aus Buchstaben zusammengesetztes Wort, sondern ein lebendiger Same und Jesus ist dieser Same in Person, also ist Jesus der göttliche Logos, also Gott selbst. Diese Aussage zieht sich auch wie ein roter Faden durch unseren einleitenden Text aus Johannes 1 und durch das gesamte Johannesevangelium, ja wenn man es genau nimmt durch die gesamte Bibel. Dieses gedruckte Buch, das in fast jedem Haushalt vorhanden ist, ist nicht das Wort, genauer gesagt der Logos Gottes, denn es ist nicht lebendig. Es sind an sich tote Buchstaben, ähnlich wie die Knochen, die sich auf das Wort Hesekiels hin mit Fleisch Muskeln und Sehnen überzogen hatten, aber trotzdem tot waren:

      „Da weissagte ich, wie mir befohlen war, und als ich weissagte, entstand ein Geräusch, und siehe, eine Erschütterung, und die Gebeine rückten zusammen, ein Knochen zum anderen. Und ich schaute, und siehe, sie bekamen Sehnen, und es wuchs Fleisch an ihnen; und es zog sich Haut darüber; aber es war noch kein Odem in ihnen. Da sprach er zu mir: Richte eine Weissagung an den Odem; weissage, Menschensohn, und sprich zum Odem: So spricht Gott, der Herr: Odem, komme von den vier Windrichtungen und hauche diese Getöteten an, daß sie lebendig werden! So weissagte ich, wie er mir befohlen hatte. Da kam der Odem in sie, und sie wurden lebendig und stellten sich auf ihre Füße — ein sehr, sehr großes Heer.“ (Hesekiel 37:7-10)

      Ohne den Geist (Odem) Gottes gibt es kein Leben, ohne ihn ist geistlich gesehen alles tot. Er allein macht den Unterschied zwischen einer Buchstabenkette und Logos, denn der heilige Geist ist Gott, genauso wie Jesus Gott ist und der Vater Gott ist. Jesus konnte nur der personifizierte Logos Gottes sein, weil der Heilige Geist alles, was er tat und lehrte mit Leben erfüllte:

      „...wie Gott Jesus von Nazareth mit Heiligem Geist und Kraft gesalbt hat, und wie dieser umherzog und Gutes tat und alle heilte, die vom Teufel überwältigt waren; denn Gott war mit ihm.“ (Apostelgeschichte 10:38).

      So gibt der Logos Zeugnis von der Dreieinheit von Vater, Sohn und Heiligem Geist. Ohne diese drei Aspekte der ein und selben Gottheit gibt es diesen Logos nicht, diesen göttlichen, lebensspendenden Samen des Wortes, der in Gestalt des Jesus von Nazareth aus dem Unsichtbaren ins Sichtbare gekommen ist. Ohne diese Trinität ist jede Bibel und auch jede Predigt, jedes Gebet und jede Lehre nur Religion, also ein Sammelsurium von toten Buchstaben, die kein Leben in sich haben.

      „[Gott,] der uns auch tüchtig gemacht hat zu Dienern des neuen Bundes, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes; denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig.“ (2.Korinther 3:6)

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