20.Juli 2016 (Lust und Seelenleben)

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    • 20.Juli 2016 (Lust und Seelenleben)

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      Lust und Seelenleben


      „Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach!“ (Matthäus 16:24)
      Selbstverleugnung bedeutet nicht, dass wir unsere Seelen verleugnen sollen, unsere seelischen Bedürfnisse wie Lust zu empfinden und Lust zu befriedigen. Selbstverleugnung bedeutet, dass nicht mehr ich über mein Leben bestimme, sondern der Heilige Geist. Wenn wir unsere Lust verleugnen, dann sind wir nicht mehr in der Wahrheit, wir gefährden damit die Gesundheit unserer Seelen, weil wir eine im Neuen Testament nicht vorhandene, also unbiblische religiöse Lehre dazu benutzen unsere Seelen zu töten, anstatt sie in die Obhut dessen zu geben, durch dessen Hauch sie entstanden sind und der als einziger in der Lage ist, darüber behütend und bewahrend zu wachen:

      „Denn ihr wart wie Schafe, die in die Irre gehen; jetzt aber habt ihr euch bekehrt zu dem Hirten und Hüter eurer Seelen.“ (1.Petrus 2:25)

      Bereits beim Thema rituelle Unreinheit konnten wir feststellen, dass sich diese alttestamentlichen Lehren erst nach dem Tod der Apostel in die neutestamentliche Kirche eingeschlichen hatten und genauso verhält es sich mit dem Verteufeln jeglicher Lust. Meine Mutter erzählte mir mal, dass sie in den 50er-Jahren ab und an beichten musste, dass sie Verkehr mit meinem Vater hatte, ohne dabei Nachkommen zeugen zu wollen, dass sie also eine Sünde der Lust begangen habe. Heute nun lehrt man diese Dinge nicht mehr explicid, aber sie sind nach wie vor in der gesamten Christenheit präsent:

      „Lust kommt vom Teufel“ und alles da unten ist bäh und pfui, Dreck und unrein. Das wird in der Christenheit (nicht nur im Katholizismus) den Kindern bereits eingebläut, den Mädchen noch mehr als den Jungen und damit manipuliert man ihr Gewissen, was zur Folge hat, dass vor allem die christlichen Mädchen diese Einstellung ein Leben lang behalten, ihre angeblich von Gott gegebene Rolle als „Fick- und Gebärmaschine“ ihres „Ehemeisters“ darf nicht durch eigene Lustempfindungen verunreinigt werden. Ein sexueller Höhepunkt muss ihr eigentlich zeit Lebens versagt bleiben, denn das wäre ja ein Zeichen, dass die Sünde der Wolllust begangen worden wäre, die laut katholischer Lehre eine der sieben Todsünden ist. Ich kenne aus der Seelsorge christliche Frauen, die sich „da unten“ nicht mal gründlich waschen, weil sie in christlicher Moral Angst vor etwaigen lustvollen Gefühlen haben, andere benutzen eine harte Bürste aus demselben Grund, von einer weiß ich, dass sie selbst keine Ahnung hatte, wozu ihre Klitoris eigentlich gut sein soll, die war allerdings als Tochter von Satanisten aufgewachsen. Interessanterweise ist die Unterdrückung der weiblichen Lust nicht nur ein erklärtes Ziel der Frommen, sondern auch im Satanismus fest verankert.

      Es ist ein offenes Geheimnis, dass der Höhepunkt vor allem bei der Frau etwas ist, das nicht nur körperliche Stimulation (erspart mir bitte die Details) sondern auch einen sogenannten freien Kopf erfordert. Wenn also der Kopf dauernd sagt, du tust was Schlechtes, Unanständiges, Sündiges, wird es nicht zum Höhepunkt kommen, da kann der Partner so einfühlsam, zärtlich, hingegeben und ausdauernd sein, wie es nur möglich ist. Mit der Zeit nimmt „Frau“ dann auch die natürlichen körperlichen, vorbereitenden Veränderungen auf den Höhepunkt hin nicht mehr wahr. Aber unsere Seele braucht diesen Höhepunkt hin und wieder, deshalb hat uns Gott diese Fähigkeit dazu auch geschenkt, wie ich das sehe. Lust an sich ist etwas sehr intimes und bevor wir sie wirklich mit unserem Partner teilen können, brauchen wir Selbsterfahrung. Den eigenen Körper zu entdecken, zu erleben und seine sexuellen Reaktionen kennen zu lernen, ist Voraussetzung dafür, dass man weiß, was die Lust in Richtung Orgasmus steigert und was nicht.

      Bei vielen besonders „gläubigen“ Frauen verlagert sich dann diese Lust auf Gebiete, die für den Kopf, bzw. das manipulierte Gewissen erlaubt sind. So werden diese Frauen bei stundenlangen Gebeten erregt, oder beim Hören von Lobpreismusik, beim Mitsingen oder beim „Tanzen vor dem Herrn“ und das führt bei einigen zu einem orgasmusähnlichen Zustand, den man auch als Extase bezeichnen kann. Damit haben sie absolut kein Problem, denn man schreibt die Wirkung dem Heiligen Geist zu und sorgt so dafür, dass sich die Stimme im Kopf nicht meldet, denn was von Gott kommt, kann ja nichts „sündiges“ sein. Mir haben einige Frauen erzählt, dass sie bei Lobpreisabenden sehr feucht zwischen den Beinen würden und ein paar haben auch zugegeben, dass das Kribbeln im Bauch sich dann auf den Intimbereich ausgedehnt habe und ein Zittern ihren ganzen Körper erfasste. Sie nannten es Berührung vom Heiligen Geist, ich würde es eher Orgasmus nennen. In der Kirche/Gemeinde klappt also bei denen das, was im „sündigen“ Ehebett nicht klappt, weil es dort kopfmäßig gar nicht klappen darf.

      Das nun wiederum ist nicht nur ein Problem der Frau, sondern wird auch zum Problem des wahrhaft liebenden Mannes, weil er erkennen kann, dass er nicht in der Lage ist, seine Frau restlos zu befriedigen und das zieht dann bei den meisten Männern ihr Selbstwertgefühl in Mitleidenschaft. Und sie bekommen dazu noch ein schlechtes Gewissen ihren Frauen gegenüber, das ihnen sagt „also irgendwas machst du falsch“. In den meisten Fällen bemerkt das die Frau, bekommt Mitleid mit dem Partner und beginnt Höhepunkte vorzutäuschen. Der unerfahrene Mann bemerkt das meist nicht und so schleicht sich allmählich durch diese Tür Lüge und Unwahrheit in diese Beziehung und das kommt mit Sicherheit nicht von Gott, denn Unwahrheit hat beziehungstechnisch immer etwas zerstörerisches an sich.

      Der Ausweg aus diesem christlichen Dilemma ist, dass man als Christ diese Dinge ins Gebet einbringt und dass man den Heiligen Geist bittet, uns von diesem manipulierten Gewissen durch das Blut Jesu zu reinigen und dass wir beginnen Gott auch für die „unreinen“ Dinge „da unten“ zu danken, denn er hat doch auch die Geschlechtsorgane in unendlicher Weisheit und Liebe gemacht. Er hat auch die Erregbarkeit in andere erogene Zonen des Körpers gelegt, ganz individuell und persönlich. Wir können sie erforschen, nirgendwo in der Bibel verbietet Gott das, dankbar erforschen, weil wir Gottes individuelle Liebe darin erkennen können. Wenn Gott der Frau Lust ausschließlich zur Vermehrung gegeben hätte, was macht es dann für einen Sinn, wenn das Streicheln oder Küssen von Oberschenkelinnenseite, Hals, Ohrläppchen, Rückenpartie, was immer es beim einzelnen auch besonders sein mag, erregend und luststeigernd ist, von den Brüsten und Brustwarzen mal ganz zu schweigen. Und komm mir keiner mit dem Stillen, denn das wird von den meisten Frauen eher schmerzhaft empfunden. Warum hat Gott diese ganzen Empfindungen außerhalb der Vagina gelegt? Ginge es rein um Kinderzeugung, hätte er doch besser alle diese erogenen Zonen inklusive Klitoris in die Vagina gestopft und nicht außerhalb. Wenn wir all das dankend von Gott annehmen und auch dankend stimulieren, bzw. stimulieren lassen, dann kann das Blut Jesu auch unser Gewissen von diesen lusttötenden toten Werken reinigen, zu denen uns nicht die Bibel, sondern eine fehlgeleitete Religiosität zwingt. So bekommt „Frau“ den Kopf auch frei, kann sich an ihrer Lust erfreuen und sie auch bis zum Höhepunkt genießen, denn dem Reinen ist alles rein, auch „das da unten“.

      „Wie viel mehr wird das Blut des Christus, der sich selbst durch den ewigen Geist als ein makelloses Opfer Gott dargebracht hat, euer Gewissen reinigen von toten Werken, damit ihr dem lebendigen Gott dienen könnt.“ (Hebräer 9:14)

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