16.Juli 2016 (Sex in der Partnerschaft)

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    • 16.Juli 2016 (Sex in der Partnerschaft)

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      Sex in der Partnerschaft


      Entzieht euch einander nicht, außer nach Übereinkunft eine Zeitlang, damit ihr euch dem Fasten und dem Gebet widmen könnt; und kommt dann wieder zusammen, damit euch der Satan nicht versucht um eurer Unenthaltsamkeit willen.(1.Korinther 7:5)

      Ob sexuelle Verfehlungen, wie sie gelehrt werden, wirklich Verfehlungen sind, möchte ich dahingestellt sein lassen. Natürlich ist es optimal, wenn zwei Jugendliche, die ihr Leben Jesus gegeben haben mit dem Sex bis nach der Hochzeit warten, aber wie sieht denn die Praxis aus? Ein großer Teil dieser Ehen wird geschlossen, weil das, was vorher als Sünde deklariert wurde, durch die Eheschließung legalisiert wird. Man heiratet dann eigentlich, damit man endlich sexuell aktiv werden kann. Und das nennt man dann Liebe, man glaubt das sogar. Und dann beschränkt sich sexuelle Aktivität zumeist auf das üblich „Rein-Raus-Spiel“ am besten noch in der sogenannten Missionarstellung, wie erbärmlich ist es doch, derart mit seiner christlichen Sexualität umzugehen, wo selbst die Tiere in ihrem Liebesspiel wesentlich kreativer sind. Alles, was nicht in diese lusttötende Schublade passt, wird als Sünde deklariert.

      Klar müsste sein, dass Gott die Sexualität und auch die Kreativität in uns hineingelegt hat, das war nicht der Teufel.

      „Trinke Wasser aus deiner eigenen Zisterne und Ströme aus deinem eigenen Brunnen! Sollen sich deine Quellen auf die Straße ergießen, deine Wasserbäche auf die Plätze? Sie sollen dir allein gehören und keinem Fremden neben dir! Deine Quelle sei gesegnet, und freue dich an der Frau deiner Jugend! Die liebliche Hindin, die anmutige Gemse, ihr Busen soll dich allezeit sättigen, von ihrer Liebe sollst du stets entzückt sein! Warum aber, mein Sohn, solltest du von einer Verführerin entzückt sein und den Busen einer Fremden umarmen?“ (Sprüche 5:15-20)

      Hier steht doch eindeutig, dass wir nicht nur Lust im Umgang mit unserem Partner haben dürfen, sondern sogar haben sollen. Viele männliche Christen sind leider von dieser „Verführerin“ entzückt, weil ihre christlichen Frauen eine lustfeindliche Sexualmoral angenommen haben, die sich dann als Defizit in der Seele des Mannes festsetzt und es ihm oftmals unendlich schwer macht, den diesbezüglichen Versuchungen um ihn herum zu widerstehen. Im Zuge unserer Gesellschaftsordnung, wo eine Frau durchaus genauso „ihren Mann stehen kann“, leiden auch die Frauen unter diesem religiösen Phänomen. Nirgends in der Bibel steht, dass irgendeine sexuelle Praktik unter Eheleuten Sünde wäre, vorausgesetzt, beide praktizieren sie in völliger Liebe und Hingabe zueinander. Und wo steht denn, dass nur die Frau dem Mann hingegeben sein muss? Hier wird gern in Eheseminaren das 1.Buch der Bibel als Begründung zitiert:

      „Und zur Frau sprach er: Ich will die Mühen deiner Schwangerschaft sehr groß machen; mit Schmerzen sollst du Kinder gebären; und dein Verlangen wird auf deinen Mann gerichtet sein, er aber soll über dich herrschen!“ (1.Mose 3:16)

      Wir leben allerdings nicht mehr im Alten Testament und wissen eigentlich alle, dass „über seine Frau zu herrschen“ neutestamentlich „seiner Frau zu dienen“ bedeutet. Das hat Jesus uns nicht nur einmal gesagt:

      „unter euch aber soll es nicht so sein; sondern wer unter euch groß werden will, der sei euer Diener“ (Matthäus 20:26)

      „Ihr aber sollt nicht so sein; sondern der Größte unter euch soll sein wie der Jüngste, und der Führende wie der Dienende.“ (Lukas 22:26)

      Geistliche Autorität ist grundsätzlich eine dienende Autorität, wo man den Anderen höher als sich selbst achtet (Philipper 2:3). Wenn das im großen Gebilde des Leibes Christi gilt, dann muss das doch auch in der kleinsten Zelle, der Ehe und Familie gelten. Und auch in der Sexualität. Ich denke, dass es vor allem auch für die Männer sehr wichtig ist, ihren Frauen sexuell zu „dienen“ und sie nicht nur zweimal pro Woche (Empfehlung Martin Luthers) in animalischer Dominanz zu begatten. Was gibt es denn Schöneres, als den Partner glücklich zu sehen und warum sollte das nicht auch im sexuellen Bereich so sein? Wenn der Akt des Geschlechtsverkehrs nicht in eine Zeit der totalen Zärtlichkeit miteinander eingebunden ist, bedeutet es doch auch bei Christen letztendlich nichts anderes als bei Satanisten, nämlich totale Unterwerfung unter den Willen des Mannes. So was auch noch biblisch zu begründen, halte ich für äußerst problematisch, was man auch in vielen seelsorgerlichen Gesprächen erkennen kann. Wer zum Beispiel aus dem Satzfragment „Seid fruchtbar und mehret euch“ (1.Mose 1:28) ableitet, dass uns Menschen Sexualität einzig und allein zum Zwecke der Fortpflanzung gegeben worden wäre, der leugnet, dass der Mensch über den Tieren steht, zu denen Gott das ja auch gesagt hatte (1.Mose 1:22). Aber Jesus ist nicht für die Tiere gestorben, sondern einzig und allein für uns Menschen und das erhebt uns doch weit über die Tiere.

      „Sie [die Irrlehrer] verbieten zu heiraten und Speisen zu genießen, die doch Gott geschaffen hat, damit sie mit Danksagung gebraucht werden von denen, die gläubig sind und die Wahrheit erkennen. Denn alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, wenn es mit Danksagung empfangen wird; denn es wird geheiligt durch Gottes Wort und Gebet.“ (1.Timotheus 4:3-5)

      Wenn Paulus hier mit seiner Aussage Recht hat, dann bedeutet es doch auch, dass Sexualität im richtigen Rahmen und mit der richtigen Einstellung zum Partner gut ist und nicht verwerflich, wie in einem großen Teil der Christlichen gelehrt wird. Sexuelle Betätigung ist dann nichts Schmutziges, was im Dunkeln – möglichst noch angezogen – in zwei Minuten erledigt sein sollte, sondern eine Gabe, die wir „mit Danksagung“ auch benutzen sollten, um unseren Ehepartner und auch uns daran zu erfreuen.

      Wer das als schmutzig und sündig deklariert, der sollte vielleicht mal öfter das Hohelied Salomons lesen und das, was er da schreibt nicht total vergeistigt auf Jesus beziehen, denn Salomo war kein Prophet, noch hatte er jemals was von Jesus gehört, also mit Jesus kannte er sich nicht aus. Allerdings mit Frauen, was ja kein Wunder ist, wenn man bedenkt, dass er 1000 Frauen hatte. Dagegen war sein Vater David mit 7 Frauen direkt ein Waisenknabe. Was keiner unserer Moralapostel begreifen will oder kann, hatte Gott anscheinend nichts gegen deren Vielweiberei. Davids sexuelle Sünde war nicht das Ausleben seiner Sexualität an sich, sondern dass er sie nicht mehr in Gottes vorgegebenem Rahmen auslebte, dass dies also außerhalb dieses geschützten Rahmens geschah. Gott verwarf auch Salomo nicht, weil dieser der Liebe und der Sexualität in seinem Leben einen derart hohen Stellenwert beigemessen hatte, sondern weil er die Anordnungen Gottes diesbezüglich mit zunehmendem Alter ignorierte. Dadurch wurde in den Augen Gottes seine Geschlechtlichkeit zur Hurerei, ganz praktisch und auch geistlich, denn er hatte diesen Rahmen Gottes eigenmächtig um heidnische Frauen erweitert. In diesem schutzlosen Rahmen konnte der Teufel agieren, wie er wollte und so wundert es nicht, dass Salomo als einer der ganz großen Götzendiener irgendwann mal sang und klanglos von der Bühne abtreten musste.

      „Aber der König Salomo liebte viele fremde Frauen neben der Tochter des Pharao: moabitische, ammonitische, edomitische, zidonische und hetitische, aus den Heidenvölkern, von denen der Herr den Kindern Israels gesagt hatte: Geht nicht zu ihnen und lasst sie nicht zu euch kommen, denn sie werden gewiss eure Herzen zu ihren Göttern wenden! An diesen hing Salomo mit Liebe. Und er hatte 700 fürstliche Frauen und 300 Nebenfrauen[Ehefrauen ohne Erbrecht]; und seine Frauen verleiteten sein Herz. Und es geschah zu der Zeit, als Salomo alt geworden war, da wendeten seine Frauen sein Herz anderen Göttern zu, so dass sein Herz nicht mehr ungeteilt mit dem Herrn, seinem Gott, war wie das Herz seines Vaters David. So lief Salomo der Astarte nach, der Gottheit der Zidonier, und Milkom, dem Greuel der Ammoniter. Und Salomo tat, was böse war in den Augen des Herrn, und er folgte dem Herrn nicht völlig nach wie sein Vater David. Auch baute Salomo eine Höhe für den Kemosch, den Greuel der Moabiter, auf dem Berg, der östlich von Jerusalem liegt, und für den Moloch, den Greuel der Ammoniter. Und ebenso machte er es für alle seine ausländischen Frauen, die ihren Göttern räucherten und opferten. Da wurde der Herr zornig über Salomo, weil sein Herz sich abgewandt hatte von dem Herrn, dem Gott Israels, der ihm zweimal erschienen war, ja, der ihm gerade wegen dieser Sache das Gebot gegeben hatte, dass er nicht anderen Göttern nachwandeln solle; aber er beachtete nicht, was ihm der Herr geboten hatte.“ (1.Könige 11:1-10)

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