14.Juni 2016 (Der Treueweg)

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      Der Treueweg


      Wer im Geringsten treu ist, der ist auch im Großen treu; und wer im Geringsten ungerecht ist, der ist auch im Großen ungerecht. (Lukas 16:10)

      Wenn man im Fernsehen so alte Heimatfilme sieht, kann man oft kaum mehr nachvollziehen, wie die dort agierenden Personen und Charakteren damals drauf waren. Aufrichtigkeit und Gradlinigkeit, Durchhaltevermögen und Treue galten damals als die höchsten Tugenden über alle Schwierigkeiten und oftmals auch über den Tod hinaus. Das hat sich in den späten 60ern dann schleichend verändert und heute werden diese Filme belächelt und nicht nur die Filme, sondern auch die Menschen, die „Treue“ auf ihre Fahne geschrieben haben. Der Weg in die Wegwerfgesellschaft war auch ein Weg in die Unverbindlichkeit. Dating- und Seitensprungagenturen haben inzwischen Hochkonjunktur, ebenso die Pornoindustrie und Prostitution, die sich inzwischen auch in der virtuellen Welt als äußerst lukrativer Geschäftszweig etabliert hat. Was früher im Falle eines Defektes repariert worden war, wird heute weggeworfen, nicht nur Dinge, sondern auch Menschen und Beziehungen.

      „Die Welt“ schrieb bereits 2012 in einem Artikel: „Fast alle Menschen träumen von der großen Liebe – doch die Scheidungsrate in Deutschland ist so hoch wie nie zuvor. Während sich 90 Prozent aller Deutschen eine erfüllte Partnerschaft als wichtigstes Lebensziel setzen, zerbricht inzwischen jede zweite Ehe. In der Hälfte der Scheidungsfälle sind Kinder betroffen.“ Ich will da jetzt nicht den moralischen Zeigefinger erheben, das überlass ich Anderen, aber es soll aufzeigen, dass je mehr das Ende naht, Beziehungen immer oberflächlicher werden (Matthäus 24:12) und das beschränkt sich nicht nur auf Beziehungen zu Menschen, sondern bestimmt auch unsere Beziehung zu Gott. Man könnte es vielleicht auch so ausdrücken: Der breite Weg ist der Weg der Unverbindlichkeit, der schmale Weg der Weg der Treue.

      Wieso ist Gott diese Treue denn so unendlich wichtig, dass Jesus der Gemeinde in Smyrna sagt:

      „Sei getreu bis in den Tod, so werde ich dir die Krone des Lebens geben!“ (Offenbarung 2:10b)

      Die Antwort ist einfach: Weil Treue ein Aspekt von Wahrheit ist und Wahrheit ein Aspekt von Liebe und weil Gott Liebe ist (1.Johannes 4:16b).

      Gottes Liebe und Treue ließ ihn einen Bund mit Abraham (stellvertretend für das Volk Israel) schließen, den sogenannten Alten Bund. Dieser Bund wurde von Jesus vervollkommnet, besser gesagt perfekt gemacht (Hebräer 7:22; 8:6) und gilt für jeden wiedergeborenen Gläubigen in jeder Zeitepoche der Erde. Leider haben wir meist kein Verständnis mehr, was ein Bund bedeutet, das war zu Zeiten der Heimaltfilme noch anders. Ich erinnere mich, wie wahrscheinlich jeder meiner Generation an „Winnetou“ von Karl May, wo es unter den Indianern üblich war mit einem Menschen, der einem ganz besonders nahe stand, Blutsbrüderschaft zu schließen. Jeder der beiden machte einen Schnitt in seine Hand oder den Unterarm und dann presste man die beiden Körperteile aufeinander, damit das Blut sich verbindet. Oftmals vermischte man es auch um es anschließend zu trinken. Ein Mensch, der in den Blutsbund getreten war, gehörte nicht mehr sich selbst. Er lebte ein gemeinsames Leben in zwei Körpern. Er hatte gewissermaßen zwei Leben, da der Partner einen Teil seines Lebens mittrug. Daraus erfolgte eine absolute Verteidigungspflicht. Bei Gefahr für Leib und Leben konnte man sich auf den Schutz durch die Macht, die dem Partner zur Verfügung stand, verlassen. Ebenso hatte der Blutsbruder Verfügungsrechte über den gesamten Besitz seines Partners. Wenn er in Not war, stand ihm eine wunderbare Hilfe zu. Da dieser Bund mit Blut, dem „Lebenssaft“ geschlossen wurde, war er unauflöslich. Er bestand über den Tod hinaus, denn dieser Bund beinhaltete sämtliche Familienmitglieder und Nachkommen.

      Genauso handhabten es die die Menschen im alten Testament und deshalb brauchte Jesus nicht viel erklären. Wenn er sagte:

      „Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird.“ (Lukas 22:20)

      wussten die Jünger (im Gegensatz zu den meisten europäischen und nordamerikanischen Christen unserer Zeit), was damit gemeint war. Jesus hatte sein Leben mit ihrem verknüpft. Und ihres mit seinem. Und auf dieser Grundlage von Bund und Treue verknüpfte Gott sein Leben mit deinem und meinem und das hat Jesus mit seinem Blut am Kreuz besiegelt. Wir müssen nicht einen besonders treuen Charakter haben, um Jesus auf dem schmalen Weg nachzufolgen, aber wir müssen auf diesem schmalen Weg der Herzensveränderung gehen, der als einziger in Wahrheit und Treue führt, einen anderen gibt es nicht.

      Wenn du jetzt – wie ich – erkennen musst, dass du von Grund auf eigentlich gar nicht so ein treuer Typ bist, einer, der sich eher von seinen Launen und Empfindungen bestimmen lässt, als von Gradlinigkeit und Treue, einer, der gern mal „Fünfe gerade sein lässt“ und auf den man sich nicht blind verlassen kann, dann solltest du heute ganz bewusst in diesen Bund mit Gott eintreten. Sag ihm, dass du ihm dein Leben gibst, so wie er dir seins gegeben hat, dass du für ihn lebst, wie er auch für dich lebt und dass du ihm alles geben willst, was er jemals von dir erbittet, so wie er dir alles gibt, was du brauchst. Mach dir klar, dass es nichts mehr gibt was mir oder Gott gehört sondern das alles beiden gemeinsam ist. Jeder kann jederzeit auf die „Reichtümer“ des anderen zurückgreifen, wenn es erforderlich ist. Und mach dir auch klar, dass das, was du zu geben hast verschwindend gering ist im Vergleich zu dem, was Gott dir gibt.

      Das macht uns nicht mit einem Schlag zu einem besseren Menschen, es ist vielmehr die enge Pforte auf dem Weg zur Krone des Lebens (Offenbarung 2:10b) aber sie führt uns auf diesen schmalen Treueweg, auf dem der Heilige Geist uns dann leiten und auch ins Ziel führen wird, in die ganze Wahrheit, so wie Jesus es uns verheißen hat:

      „Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, so wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht aus sich selbst reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen.“ (Johannes 16:13)
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