7.Juni 2016 (Der breite und der schmale Weg)

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    • 7.Juni 2016 (Der breite und der schmale Weg)


      Der schmale und der breite Weg

      Alles nun, was ihr wollt, dass die Leute euch tun sollen, das tut auch ihr ihnen ebenso; denn dies ist das Gesetz und die Propheten. Geht ein durch die enge Pforte! Denn die Pforte ist weit und der Weg ist breit, der ins Verderben führt; und viele sind es, die da hineingehen. Denn die Pforte ist eng und der Weg ist schmal, der zum [wahren] Leben führt; und wenige sind es, die ihn finden. (Matthäus 7:12-14)


      Wir kennen sicherlich alle dieses fromme Gemälde über den breiten und den schmalen Weg. Nun, ich denke, dass es ein wenig oberflächlich und klischeehaft gemalt ist. Auf der einen Seite der breite Weg mit Theater, Kneipe, Spielhalle, Pfandleihe und Dance Club und dem Wegweiser: „Tod und Verdammnis“ auf der anderen Kirche, Kapelle, Diakonissenhaus, Kreuz und Brunnen und dem Wegweiser: „Leben und Seligkeit.“ Hier macht die Moral den Unterschied und das wurden wir auch über Jahrhunderte so gelehrt. Aber es geht in erster Linie nicht um Moral im Allgemeinen, sondern um unsere Herzenseinstellung. Sie allein bestimmt, ob wir auf dem schmalen oder dem breiten Weg sind. Die enge Pforte, von der Jesus hier spricht, ist das Kreuz, ohne dieses Kreuz ist es unmöglich auf diesen schmalen Weg zu kommen.

      „Die aber Christus angehören, die haben das Fleisch gekreuzigt samt den Leidenschaften und Lüsten.“ (Galater 5:24)

      Paulus schreibt hier in der Vergangenheitsform etwas, das geschehen sein muss, was allerdings noch nicht abgeschlossen ist. Es ist eine Art Initialzündung, die unser gesamtes Leben verändert und das ist ein Prozess, der erst abgeschlossen sein wird, wenn wir von Gott heimgerufen werden. Deshalb müssen wir diese Aussage des Paulus im Zusammenhang mit einer anderen sehen:

      „So wahr ihr mein Ruhm seid, den ich habe in Christus Jesus, unserem Herrn: Ich sterbe täglich!“ (1.Korinther 15:31)

      Obwohl Paulus sein rebellisches Fleisch, also alles, was sich in ihm gegen Gottes Herrschaft erhebt, in den Tod gegeben hat, muss er dies in seinen täglichen Entscheidungen immer wieder bestätigen. Uns geht es da nicht anders. Wenn wir uns auf unserer Bekehrung ausruhn, sind wir schneller auf dem breiten Weg als uns lieb ist. Das Ziel in unserem Leben ist es in dem Prozess zu bleiben, wo wir Gott immer mehr erkennen können. Erkennen ist in der Bibel nicht ein flüchtiges Wiedererkennen, sondern tiefste und intimste Gemeinschaft, also eine Herzenssache:

      „Und Adam erkannte seine Frau Eva; und sie wurde schwanger und gebar den Kain.“ (1.Mose 4:1)

      „und er [Josef]erkannte sie [Maria] nicht, bis sie ihren erstgeborenen Sohn geboren hatte; und er gab ihm den Namen Jesus.“ (Matthäus 1:25)

      „Und auf ihm [Jesus] wird ruhen der Geist des Herrn, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rats und der Kraft, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des Herrn.“ (Jesaja 11:2)

      „ Denn die Erde wird erfüllt werden von der Erkenntnis der Herrlichkeit des Herrn, gleichwie die Wasser den Meeresgrund bedecken.“ (Habakuk 2:14)

      „O welche Tiefe des Reichtums sowohl der Weisheit als auch der Erkenntnis Gottes! Wie unergründlich sind seine Gerichte, und wie unausforschlich seine Wege!“ (Römer 11:33)

      Wir können demnach sehr wohl so gut es geht die Gebote und Gesetze halten und dennoch auf dem breiten Weg wandeln, wenn unser Herz dabei nicht verändert wird. Dann kann auch dieser Weg ein pendeln zwischen Kloster, Diakonissenhaus und Gemeindezentrum sein, ein Lifestyle zwischen Bibelstunden, Diensten und Seminaren, und er kann zuweilen also auch sehr fromm aussehen, dieser breite Weg. Es ist nicht nur der Weg der Gottlosen, sondern auch der Weg der Religiösen, ein Weg der äußeren Gerechtigkeit. Das sagte Jesus zu denen, die sich seiner Zeit auf dem schmalen Weg wähnten:

      „Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, dass ihr getünchten Gräbern gleicht, die äußerlich zwar schön scheinen, inwendig aber voller Totengebeine und aller Unreinheit sind! So erscheint auch ihr äußerlich vor den Menschen als gerecht, inwendig aber seid ihr voller Heuchelei und Gesetzlosigkeit.“(Matthäus 23:27+28)

      Er belässt es aber nicht bei dem Hinweis, dass sie auf dem falschen Weg sind, sondern er sagt uns im Kontext auch, wann wir auf dem richtigen, dem schmalen Weg sind:

      „Du blinder Pharisäer, reinige zuerst das Inwendige des Bechers und der Schüssel, damit auch ihr Äußeres rein werde!“ (Matthäus 23:26)

      Dieses „Inwendige“ ist nichts anderes als unser geistliches Herz. Wenn das „Inwendige“ verändert wird, verändert sich das „Äußere“ mit. Über viele Generationen haben wir in unserem Christsein das Äußere gereinigt, wir haben Sünden erkannt, katalogisiert, teilweise sogar erfunden und haben sie bekämpft, aber dabei unser Herz außer Acht gelassen. Je mehr Sünden wir so überwinden konnten, um so härter wurde unser Herz dabei vor allem im Bezug auf andere, die nicht so ein „heiliges“ Leben führen.

      „Was aber aus dem Mund herauskommt, das kommt aus dem Herzen, und das verunreinigt den Menschen. Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsche Zeugnisse, Lästerungen. Das ist's, was den Menschen verunreinigt!“ (Matthäus 15:18-20)


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