22.März 2016 (Wort und Wahrheit 2)

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    • 22.März 2016 (Wort und Wahrheit 2)

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      Wort und Wahrheit II

      Brannte nicht unser Herz in uns, als er mit uns redete auf dem Weg, und als er uns die Schriften öffnete? (Lukas 24:32)

      Da sprach Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten...: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe Abraham war, bin ich!“ Da hoben sie Steine auf, um sie auf ihn zu werfen. Jesus aber verbarg sich und ging zum Tempel hinaus, mitten durch sie hindurch, und entkam so. (Johannes 8:31,58,59)

      Zwei verschiedene Handlungen, in denen es doch um dasselbe Thema geht, nämlich Jesus erklärt sich selbst anhand der Schriften des Alten Testaments. Einmal den Jüngern auf dem Weg nach Emmaus und einmal den frommen Juden, die an ihn glaubten, aber nicht seine Jünger waren. Und zwei völlig verschiedene Reaktionen. Beide Gruppen wurden von Jesus mit der Wahrheit der Schriften im Zusammenhang mit seiner Person konfrontiert, die einen wollten ihn vor Freude gar nicht mehr gehen lassen und die anderen wurden so hasserfüllt, dass sie versuchten, Jesus zu steinigen. Beide Gruppen kannten die Schriften und beiden war die Wahrheit, die diesen Buchstaben Leben gab verborgen, obwohl diese Wahrheit in Person Jesu direkt vor ihnen stand. Dahinter kann nur eine geistliche Macht stehen, nämlich der Illusionist, Zauberer, Lügner und Manipulateur in Person, der Teufel. Bei den Emmausjüngern benutzte er Traurigkeit, Angst, Verzweiflung und Resignation, um ihnen Jesus zu verbergen, bei den andere frommen Juden Hochmut, Stolz und Besserwisserei, Satzungen und Tradition. Die Schrift, die Jesus beiden in Bezug auf seine Person ausgelegt hatte, war dieselbe, aber es waren tote Buchstaben. In dem Moment, wo Jesus diese Buchstaben auslegte, kam plötzlich Leben in diese Buchstaben, und sie wurden so zum Schwert und trennte diese zwei Gruppen geistlich. Die eine sehnte sich anhand dieses Schwertes nach noch mehr und tieferer Gemeinschaft mit dem auferstandenen Jesus, kam also zum geistlichen Leben, die andere führte dieses Schwert dahin, Jesus umzubringen, also in den geistlichen Tod. In dem Moment, wo Jesus diese Schriften mit Leben erfüllte, wurde die Herzenseinstellung der Einzelnen offenbar. Die Herzen der Emmausjünger hatten den verloren geglaubten Jesus, also die Wahrheit verzweifelt gesucht, die anderen suchten in seinem Reden einzig nach Bestätigung ihrer eigenen Schriftauslegung, diese war ihr Gott und nicht Jesus, der vor ihnen stand.

      Hinter den unvollkommenen Buchstaben der Schriften steht der vollkommene Sohn Gottes, hinter dem nicht absoluten Gesetz des Mose das absolute Gesetz der Wahrheit, Jesus Christus. Nur mit diesem Hintergrund können wir die Worte der Schrift wirklich verstehen:

      „Darum sollt ihr meine Satzungen und meine Rechtsbestimmungen halten, denn der Mensch, der sie tut, wird durch sie leben. Ich bin der Herr!“ (3.Mose 18:5)

      Der einzige Mensch, der diese Satzungen und Rechtsbestimmungen gehalten hat, war Jesus, der Sohn Gottes als Mensch. Wenn er in mir wohnt, dann wohnt das ewige Leben, das aus den nicht zu haltenden Satzungen und Rechtsbestimmungen käme, unverdienter Weise, trotzdem in mir . Wenn wir dies nicht ständig auch beim Bibellesen und in Predigten oder Bibelstunden vor Augen haben, dann kann uns die einseitig gelesene oder interpretierte Schrift leicht in eine äußere Gerechtigkeit führen, wie sie die Pharisäer hatten. Oder habt ihr jemals eine Predigt über folgende Schriftstelle gehört:

      „So habe auch ich ihnen Gesetze gegeben, die nicht gut waren, und Rechtsbestimmungen, durch die sie nicht leben konnten, und ich ließ sie unrein werden durch ihre Opfergaben, indem sie alle ihre Erstgeburt durchs Feuer gehen ließen, damit ich sie verwüstete, damit sie erkennen sollten, dass ich der Herr bin.“ (Hesekiel 20:25-27)

      Ja, wie ist es denn dann mit der Bibelstelle, die immer wieder benutzt wird, um uns weis zu machen, dass uns das Lesen im „Wort“, also in der Bibel automatisch rein wäscht, nämlich „gereinigt durch das Wasserbad im Wort“, wie Paulus den Ephesern schrieb? Habt ihr diese Aussage schon mal im Zusammenhang gelesen? Könnten wir doch jetzt mal machen. Bitte lest Epheser 5:21-33 im Ganzen.

      „Ihr Männer, liebt eure Frauen, und zwar so, wie der Christus die Gemeinde geliebt und sein Leben für sie hingegeben hat. Er tat das, um sie zu heiligen, und reinigte sie dazu durch Gottes Wort wie durch ein Wasserbad.“ (Epheser 5:25+26 NEÜ)

      Wer reinigt in dieser Schriftstelle? Es ist doch nicht die Bibel, sondern Jesus, der die Schrift dazu benutzt. Lesen wir dazu eine weitere Stelle:

      „Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr wisst nicht, was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder euch taufen lassen mit der Taufe, mit der ich getauft werde?“ (Markus 10:38)

      Könnt ihr den Zusammenhang zwischen „Wasserbad“ und „Taufe“ (durch den Tod zum Leben) erkennen? Das ist nichts Automatisches. Das setzt die richtige Herzenshaltung voraus, die Jesus hatte und die auch wir bekommen werden, wenn wir uns vom Heiligen Geist leiten lassen anstatt von unserem Fleisch, in dem Fall von Gefühlen und Verstand, durch die der Feind unser Gewissen manipuliert.

      Noch ein Beispiel für „Wasserbad“. Lest bitte Johannes 13:1-17, den Bericht, in dem Jesus den Jüngern die Füße gewaschen hatte. Ich möchte hier den Schwerpunkt auf folgenden Satz legen:

      „Jesus antwortete ihm: Wenn ich dich nicht wasche, so hast du keine Gemeinschaft mit mir.“ (Vers 8)

      Eindeutiger geht’s nicht. Es war nicht das Ritual der Fußwaschung oder das dazu verwendete Wasser, das die Jünger in Gemeinschaft mit Jesus führt, sondern es war derjenige, der gewaschen hat, nämlich Jesus selbst; denn das gewaschen werden der Füße war ein übliches Zeichen der Gastfreundschaft und sicherlich waren Petrus schon oft von irgendeinem Sklaven im Auftrag seines Herrn die Füße gewaschen worden. Diese Fußwaschung hier war die letzte Handlung Jesu, bevor er das letzte Abendmahl mit den Jüngern begangen und den Weg ans Kreuz angetreten hatte. Diese „Taufe“ Jesu am Kreuz war das, worauf diese Fußwaschung ein prophetisches Bild war, deshalb sagte Jesus auch zu Petrus: „Was ich tue, verstehst du jetzt nicht; du wirst es aber danach erkennen.“ (Vers 7). Nächstes Beispiel:

      „Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe.“ (Johannes 15:3)

      Jesus sagte nicht: „Ihr seid schon rein durch die Schriften, die ihr gelesen habt“, wäre das so, dann wären die Pharisäer, die Reinsten unter den Reinen gewesen. Die Worte aus dem Mund des „Menschensohnes“ waren überwiegend Worte der Schriften, aber ihr Leben und ihre Reinigungskraft bekamen sie erst durch Jesus. Die Pharisäer hatten dieselben Schriften aus ihrem Verstand oder Intellekt heraus gelesen, deshalb führten sie genau diese in den geistlichen Tod, der offenbar wurde, als sie die Volksmenge, die „Hosianna dem Sohn Davids“ geschrien hatte, so lange manipulierten (Matthäus 27:20), bis sie „Kreuziget ihn“ und „Sein Blut komme über uns und unsere Kinder“ geschrien hatten. Jesus hatte sie nicht verdammt, die Buchstaben des alten Testamentes getrennt von Jesus führten sie in die ewige Verdammnis:

      „Denkt nicht, dass ich euch bei dem Vater anklagen werde. Es ist einer, der euch anklagt: Mose, auf den ihr eure Hoffnung gesetzt habt.“ (Johannes 5:45)

      Wenn wir die Bibel lesen, dann müssen wir auch den Mut haben, die Bibelschullehren der einzelnen Stellen von Jesus über den Haufen werfen zu lassen, sonst sind wir kein Haar besser, als die Pharisäer. So wird die Bibel vom „Logos“ (allgemeine Lehre) zum „Rhema“, dem persönlich durch den Heiligen Geist in mich gepflanzte Wort, das speziell zu mir in meiner jetzigen Situation spricht und tiefer in Beziehung zu Jesus bringt. Lasst euch also nicht verwirren. Nicht alles, was angeblich vom Geist geleitet uns gepredigt wird, kommt auch wirklich vom Heiligen Geist. Aber wenn wir ihn wirklich und demütig im Gebet bitten, die Schrift in uns lebendig zu machen, wird er es gern tun, denn das dient ja immer der Verherrlichung Jesu.

      „Welcher Vater unter euch wird seinem Sohn einen Stein geben, wenn er ihn um Brot bittet? Oder wenn [er ihn] um einen Fisch [bittet], gibt er ihm statt des Fisches eine Schlange? Oder auch wenn er um ein Ei bittet, wird er ihm einen Skorpion geben? Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben versteht, wie viel mehr wird der Vater im Himmel [den] Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten!“ (Lukas 11:11-13)

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