18.März 2016 (Wort und Wahrheit 1)

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    • 18.März 2016 (Wort und Wahrheit 1)

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      Wort und Wahrheit (I)


      „Darum legt die Lüge ab und »redet die Wahrheit, jeder mit seinem Nächsten«, denn wir sind untereinander Glieder.“ (Epheser 4:25)

      Das Problem ist, dass die „Welt“ die Wahrheit nicht kennt und dass sich die Menschen statt dessen an der jeweils „gefühlten“ Wahrheit orientieren, also an ihrem Gewissen, auch viele Christen. Uns jedoch muss vollkommen klar sein, dass es nur eine Wahrheit gibt und das ist Gott. Deshalb ist es auch wenig hilfreich, hier eine Art Lügenkodex zu veröffentlichen, also eine Liste anhand deren man überprüfen kann, ob wir in der Wahrheit sind, oder nicht, denn bereits diese Liste würde dann verhindern, dass der Geist der Wahrheit, der Heilige Geist, uns in die Wahrheit leiten kann, weil wir uns dann auf diese Liste verlassen und sie wahrscheinlich mit unserem Gewissen abstimmen würden.

      Uns muss auch klar sein, dass unser Fleisch mit Wahrheit nichts am Hut hat, das bestätigt uns Paulus, wenn er schreibt:

      „Denn das Fleisch gelüstet gegen den Geist und der Geist gegen das Fleisch; und diese widerstreben einander, so dass ihr nicht das tut, was ihr wollt.“ (Galater 5:17)

      Wir können für unser Thema hier diesen fundamentalen Satz des Apostels sicherlich auch ein wenig umschreiben und kommen dann zu dem Resultat: „Denn, selbstsüchtig wie wir sind, wollen wir immer das Gegenteil von dem, was Gottes Geist will. Doch der Geist Gottes duldet unsere Selbstsucht nicht. Beide kämpfen gegeneinander, so dass es euch sehr schwer fällt, in der Wahrheit zu bleiben.“ Dies wird auch augenscheinlich, wenn wir das Wort Gottes, die Schriften, also die Bibel lesen und praktisch handhaben. Dieses Wort ist die Wahrheit, daran besteht nicht der geringste Zweifel, denn es kommt von Gott, der Geist und Wahrheit ist. Aber wie viel "Fleisch" liegt doch zwischen dem „Sender“ und dem „Empfänger“, um es mal kommunikationstechnisch auszudrücken. Wir sehen das am deutlichsten anhand der Offenbarung. Johannes wurde mit dieser göttlichen Wahrheit konfrontiert. Dies geschah „im Geist“. Sein Fleisch (in dem Fall Verstand) konnte das, was er da sah schon mal überhaupt nicht wirklich verstehen. Dann musste er das, was er nicht wirklich erfassen konnte auch noch aufschreiben, also mit fleischlichen Fingern in fleischliche Sprache pressen, diese wiederum hat sich innerhalb von zweieinhalb Jahrtausenden verändert, so dass uns die exakte damalige Bedeutung der von ihm benutzen Wörter nicht mehr geläufig ist und so driften auch die einzelnen Übersetzungen oftmals auseinander, deshalb ist das, was wir mit dem Fleisch (also unseren Augen) lesen oder im Fleisch (also mit unseren Ohren) hören nicht mehr vollkommen identisch mit der Wahrheit, die Johannes in seinem Geist empfangen hatte. Ähnlich verhält es sich mit Mose, den Propheten und Aposteln. Deshalb brauchen wir den Heiligen Geist, der als einziger in der Lage ist, die Wahrheit des Wortes Gottes zur Wahrheit in unserem Herzen werden zu lassen. Das hatte sicherlich auch Paulus vor Augen, als er im Bezug auf das Gesetz des Mose schrieb:

      „Nicht dass wir von uns selber aus tüchtig wären, so dass wir uns etwas anrechnen dürften, als käme es aus uns selbst, sondern unsere Tüchtigkeit kommt von Gott, der uns auch tüchtig gemacht hat zu Dienern des neuen Bundes, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes; denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig.“ (2.Korinther 3:5+6)

      Es ist also nicht das buchstäbliche Wort Gottes, das uns in die Wahrheit führt, sondern das durch den Heiligen Geist in uns gebrachte Wort. Wenn diese Einsicht nicht unserem gesamten Umgang mit der Bibel zugrunde liegt, werden unwillkürlich unser Verstand und unser Gewissen dieses Werk des Heiligen Geistes an sich reißen und wir werden vom Fleisch bestimmt und so niemals in die Wahrheit finden. Das krasseste Beispiel dafür finden wir in der Bibel bei der Versuchung Jesu. Der Teufel konfrontierte Jesus genau mit diesen „Buchstaben“ der Schrift, er, der Vater der Lüge, in dem absolut keine Wahrheit wohnt, zitierte das Wort (die Wahrheit) buchstäblich um Jesus dadurch in Sünde und Ungerechtigkeit zu führen. Dasselbe versucht er, auch mit uns zu machen. Jesus konnte ihm widerstehen, weil er sich ausschließlich vom Heiligen Geist leiten ließ, mit dem er gesalbt war. (Apostelgeschichte 10:38). Die weitverbreitete Ansicht, die Bibel gäbe Antwort auf alle Fragen entspricht so gesehen sicherlich nicht der Wahrheit, denn wenn es so wäre, wozu brauchten wir dann den Heiligen Geist? Und wenn wir es ganz genau nehmen wollen, dann ist das Wort Gottes eine Person, nämlich Jesus Christus (Johannes 1:1-3; 1.Johannes 1:1) und der ist die Antwort auf alle Fragen.

      „Und ich sah den Himmel geöffnet, und siehe, ein weißes Pferd, und der darauf saß, heißt »Der Treue und der Wahrhaftige«; und in Gerechtigkeit richtet und kämpft er. Seine Augen aber sind wie eine Feuerflamme, und auf seinem Haupt sind viele Kronen, und er trägt einen Namen geschrieben, den niemand kennt als nur er selbst. Und er ist bekleidet mit einem Gewand, das in Blut getaucht ist, und sein Name heißt: »Das Wort Gottes«. Und die Heere im Himmel folgten ihm nach auf weißen Pferden, und sie waren bekleidet mit weißer und reiner Leinwand. Und aus seinem Mund geht ein scharfes Schwert hervor, damit er die Heidenvölker mit ihm schlage, und er wird sie mit eisernem Stab weiden; und er tritt die Weinkelter des Grimmes und des Zornes Gottes, des Allmächtigen. Und er trägt an seinem Gewand und an seiner Hüfte den Namen geschrieben: »König der Könige und Herr der Herren«.“ (Offenbarung 19:11-16)

      Sicherlich wissen wir, dass Johannes hier Jesus sah. Was nützt uns ein lebenslanges Studium der Bibel, wenn uns das nicht in Wiedergeburt und lebendige Beziehung mit Jesus führt? Das macht uns vielleicht zu moralisch besseren Menschen, aber das kann uns nicht vor der ewigen Verdammnis retten (Johannes 3:3). Es macht uns zu Pharisäern, äußerlich rein, aber innerlich voller „Totengebein“ (Matthäus 23:27). Wenn nun also Jesus das Wort Gottes ist, dann ist die Bibel ein Bild auf ihn oder besser ausgedrückt ein Spiegel des Originals und dieses Original ist Jesus Christus. Das sagt uns auch der Schreiber des Hebräerbriefs, wenn wir uns die Mühe machen, den Kontext mitzulesen. Da geht es um Israel und die Sabbatruhe, in die dieses Volk erst dann finden wird, wenn es dem Evangelium glaubt und dann steht da:

      „Denn das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert, und es dringt durch, bis es scheidet sowohl Seele als auch Geist, sowohl Mark als auch Bein, und es ist ein Richter der Gedanken und Gesinnungen des Herzens. Und kein Geschöpf ist vor ihm verborgen, sondern alles ist enthüllt und aufgedeckt vor den Augen dessen, dem wir Rechenschaft zu geben haben“ (Hebräer 4:12+13)

      Ist hier wirklich von der Bibel, die der Verfasser in unserer heutigen Form noch gar nicht kannte, die Rede? Ist die Bibel etwa ein Buch, dem nichts verborgen bleibt, also eine lebendige, allsehende Person? Ist es ein Zufall, dass aus dem Mund Jesus in Offenbarung 19 ein Schwert und kein Buch oder keine Schriftrolle hervorgeht? Sicherlich nicht. Also ist es Jesus, das Wort Gottes als Person, dessen Wahrheit (Johannes 14:6) Seele und Geist scheidet, sowie Mark und Bein und nicht ein Buch. Ja, die Bibel ist das vom Heiligen Geist inspirierte Wort Gottes, aber wir dürfen sie nicht zum Gott erheben, was leider bei vielen sogenannten „Bibeltreuen“ der Fall ist. Das sagte Jesus auch den damaligen „schrifttreuen“ Pharisäern:

      „Ihr erforscht die Schriften, denn ihr meint, in ihnen ewiges Leben zu haben, und sie sind es, die von mir zeugen.“ (Johannes 5:39)

      Jesus meinte damit nicht das Neue Testament, wo sich eh alles um Jesus dreht, sondern die Schriften des Alten Testaments, denn die anderen gabs zu diesem Zeitpunkt ja noch gar nicht. Die Bibel hat genau dieselbe Aufgabe, wie der Heilige Geist, nämlich Jesus groß zu machen und zu verherrlichen, von der ersten Seite bis zur letzten, denn sie ist ein Werk des Heiligen Geistes. Und wenn der Heilige Geist uns in Verbindung mit dem geschriebenen Wort Gottes in alle Wahrheit leiten will, dann dient auch das in erster Linie der Verherrlichung Jesu. Wir kennen alle die Aussage Jesu:

      „Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, gekommen ist, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht aus sich selbst reden, sondern was er hören wird, wird er reden, und das Kommende wird er euch verkündigen.“ (Johannes 16:13)

      Und da hören wir dann auf zu lesen, leider, aber der Text geht noch weiter:

      „Er wird mich verherrlichen, denn von dem Meinen wird er nehmen und euch verkündigen. Alles, was der Vater hat, ist mein; darum sagte ich, dass er von dem Meinen nimmt und euch verkündigen wird.“ (Johannes 16:14)

      Der Heilige Geist will uns leiten und der Heilige Geist ist Gott und wir dürfen Gott niemals auf die Buchstaben der Bibel reduzieren. Wir dürfen mangelnde Beziehung nicht durch tote Buchstaben ersetzen. Und wir müssen wirklich lernen – und ich weiß, dass uns der Heilige Geist dabei helfen wird – dass wenn in der Bibel vom „Wort (Gottes)“ die Rede ist, dass dann in letzter und alles entscheidender Instanz von Jesus die Rede ist.

      Das hört sich alles schwer und kompliziert an, ich weiß, und ich hatte nicht vor, darüber zu schreiben, aber wie so oft wurde ich beim Schreiben dieser Andacht anders geführt, als ich es mir so vorgestellt hatte. Ich möchte euch ermutigen: Überprüft das, was ich geschrieben habe anhand der Bibel und wenn in dieser Andacht irgendwas nicht dem Geist der hinter den Buchstaben der Bibel steht, also dem Heiligen Geist entspricht, dann macht mich bitte drauf aufmerksam. Stelle sich jeder die Frage, die auch ich mir immer wieder stellen muss: Wer leitet mich beim Lesen in der Bibel? Ist es der Heilige Geist oder ist es mein Gewissen, das eng mit meinen Gefühlen und meinem Verstand (Fleisch) verknüpft ist und demzufolge manipulierbar bzw. in manchen Bereichen manipuliert ist? Der Heilige Geist ist Gott. Ihn kann niemand manipulieren. Deshalb ist diese Frage eine der wichtigsten Frage im Leben eines wiedergeborenen Gläubigen, denn davon hängt es ab, ob wir noch stehen können, wenn alles um uns herum dem Geist der Manipulation zum Opfer fallen wird.

      „Denn es werden falsche Christusse und falsche Propheten auftreten und werden große Zeichen und Wunder tun, um, wenn möglich, auch die Auserwählten zu verführen. Siehe, ich habe es euch vorhergesagt.“ (Matthäus 24:24+25)

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