16. März 2016 (Fassaden-Kosmetik)

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    • 16. März 2016 (Fassaden-Kosmetik)

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      Fassaden-Kosmetik

      [Micha] aber sprach: Darum höre das Wort des Herrn! Ich sah den Herrn auf seinem Thron sitzen und das ganze Heer des Himmels bei ihm stehen, zu seiner Rechten und zu seiner Linken. Und der Herr sprach: »Wer will Ahab betören, daß er hinaufzieht und bei Ramot in Gilead fällt?« Und einer sagte dies, der andere das. Da trat ein Geist hervor und stellte sich vor den Herrn und sprach: »Ich will ihn betören!« Und der Herr sprach zu ihm: »Womit?« Und er sprach: »Ich will hingehen und ein Lügengeist sein im Mund aller seiner Propheten!« Er sprach: »Du sollst ihn betören, und du wirst es auch ausführen! Geh hin und mache es so!« Und nun siehe, der Herr hat einen Lügengeist in den Mund aller dieser deiner Propheten gelegt; und der Herr hat Unheil über dich geredet!“ (1.Könige 22:19-23)

      Diese Bibelstelle sagt uns klipp und klar, dass Lügen von Geistern iniziiert werden, hier „Lügengeist“ genannt. Klar eigentlich, dass Dämonen lügen, denn sie gehören ja zum „Vater der Lüge“ und wir tun gut daran, das auch wirklich zu glauben. Das bedeutet allerdings nicht, dass dämonische Mächte an unseren Lügen Schuld seien, Schuld ist allein das gefallene Geschöpf, denn Gott gab uns ja einen Willen in unsere Seele, mit dem wir uns jederzeit entscheiden können. Aber klar ist auch, dass je mehr dieser Lügengeist Macht über die Menschheit bekommt, desto schwerer wird es, ihm zu widerstehen, ich würde behaupten, dass wir schon soweit sind, das es unmöglich ist, wenn wir nicht Wiedergeboren sind. Deshalb ist auch der Erkenntnisstand der Psychologie nicht weiter verwunderlich. Man geht dort mittlerweile davon aus, dass Lügen lebensnotwendig sind, denn sie dienen angeblich dazu, das Selbstwertgefühl zu erhöhen und einen leichteren Umgang mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu ermöglichen bzw. weil sie auch das Miteinander mit anderen Menschen erleichtern würden. Ein weiterer Hinweis, dass Psychologie und lebendiger Glaube nicht zusammenpassen können. So wie Esotheriker und Hexen weiße und schwarze Magie unterscheiden, obwohl beides aus derselben Quelle kommt, so wird von psychologisch korrekten „Gutmenschen“ heute zwischen prosozialen und antisozialen Lügen unterschieden.

      Wirklich wahr ist nur die Erkenntnis, dass das Lügenverhalten der Menschen von den jeweiligen Kommunikationsgepflogenheiten abhängig ist, aber das ist ein alter Hut, denn das schrieb uns ja schon Salomo vor zweieinhalbtausend Jahren:

      „Wo viele Worte sind, da geht es ohne Sünde nicht ab; wer aber seine Lippen im Zaum hält, der ist klug.“ (Sprüche 10:19)

      Wir wissen, dass der Teufel nicht nur „der Vater der Lüge“ ist, sondern auch ein „beschirmender“ Cherub war (Hesekiel 28:14+16), bevor er aus dem Himmel geworfen wurde und genau diese Eigenschaft versucht er uns immer wieder zu verkaufen. Er präsentiert sich (auch uns Christen) als beschützender Cherub. Und was schützt er eigentlich? Genau das, was wir als Christen ans Kreuz gebracht haben sollten, unsere frommen Fassaden. Ulrich Eggers schreibt in seinem Buch „Ehrlich glauben“: «Der Teufel geht nicht nur umher wie ein brüllender Löwe, sondern kann auch flüstern. Still und heimlich bedient er die Klaviatur unseres Strebens nach Zugehörigkeit und Anpassung, nach Lob und Bestätigung, um uns hinter Fassaden zu treiben, wo wir uns geschützt fühlen und um uns dadurch geistlich lahmzulegen.» Diese Fassaden sind aus Stolz und Angst zusammengehalten (wie alles im Reich der Finsternis). Stolz auf Meinung, Erkenntnis, Position und Angst davor, sein Gesicht zu verlieren, seinen sogenannten Selbstwert zu verlieren, abgelehnt oder an den Rand gedrängt zu werden.

      Die schlechte Nachricht ist, dass wir diese Dinge meist gar nicht mehr bemerken und deshalb auch nicht ändern können. Die gute Nachricht jedoch ist, dass der Heilige Geist in der Lage ist, diese Fassaden aufzuzeigen, wenn wir das wollen, und dass das Blut Jesu diese Bollwerke gegen die Wahrheit in uns zerstören kann und will. Wir müssen unbedingt realisieren, dass unsere Lügen nicht die Ursache unserer geistlichen Probleme darstellen, sondern nur eine im Licht des heiligen Geistes erkennbare Folge davon, dass wir unseren „alten Menschen“ noch nicht wirklich in den Tod gegeben haben. So ähnlich schreibt auch Paulus:

      „Hört auf, euch gegenseitig zu belügen, denn ihr habt doch den alten Menschen mit seinen Gewohnheiten ausgezogen und seid neue Menschen geworden, die ständig erneuert werden und so immer mehr dem Bild entsprechen, das der Schöpfer schon in euch sieht.“ (Kolosser 3:9+10 NEÜ)

      Dieser „alte Mensch“ versteckt sich grundsätzlich hinter einer Fassade aus Selbstlügen, also aus Lügen, die der Feind in uns gepflanzt hat und die unser manipuliertes Gewissen als Wahrheit beurteilt. Wenn diese Fassaden eingerissen sind, kann er sich nirgendswo mehr verstecken und wir können ihn dahin nageln, wo er hingehört, nämlich ans Kreuz (Galater 5:24).

      Als ich den Weg aus meine Lügenwelt ging, half mir ungemein das Wissen und Festhalten daran, dass jede noch so kleine Lüge ein Pflasterstein auf dem Weg in den Tod ist, in den geistlichen Tod und in den Tod meiner Beziehungen. Wenn ich wieder mal mit dem Gedanken spielte, zu lügen, spürte ich förmlichen einen Lügengeist auf meiner Schulter sitzen, der mich zum Lügen ermutigte. So schaffte ich es eine Zeitlang gute Fortschritte zu erzielen, denn mit diesen Mächten wollte ich nichts zu tun haben, ja ich hasste sie abgrundtief, weil ich erkannt hatte, mit welchen subtilen und gemeinen Methoden sie Menschen und auch mich zu zerstören suchen. Ich war dann einige Zeit mit gläubigen Geschwistern zusammen, die eher dem pietistischen Flügel angehörten und die mir immer wieder klarzumachen versuchten, dass ich eine Art „charismatische Dämonenphobie“ hätte und dass man das nicht so eng sehen dürfte, man würde dem Teufel dabei zu viel Macht zugestehen, wo er doch eigentlich im Leben eines Gläubigen gar keine mehr hätte etc. Und ich ließ mich davon beeinflussen. Ab dieser Zeit wurde mein Kampf gegen die Lügen und Fassaden zunehmend lascher und rückblickend muss ich gestehen, dass diese Zeit ein Rückschritt in meinem geistlichen Leben war. Der Herr war gnädig und brachte mich wieder mit anderen Geschwistern zusammen, die den Satz des Paulus, dass wir nicht gegen Fleisch und Blut kämpfen, sondern gegen die Gewaltigen in den Lüften (Epheser 6:12), sehr ernst nahmen. Ich hörte auf, gegen mich selbst zu kämpfen, sondern kämpfte wieder gegen diesen imaginären Lügengeist auf meiner Schulter und wurde so in diesem Kampf wieder erfolgreicher.

      Lügengeister sind Todesgeister, das können wir von Jesaja erfahren:

      „Darum hört das Wort Jahwes, ihr Lästermäuler, / ihr Herrscher von Jerusalem! Ihr prahlt, mit dem Tod im Bund zu sein. / Ihr habt mit dem Totenreich einen Vertrag? / Ihr glaubt, wenn die Katastrophe kommt, geht sie an euch vorbei, / denn ihr hättet Lügen zu eurer Zuflucht gemacht, / euch abgesichert durch Betrug? Darum spricht der Herr Jahwe: Seht her, ich habe auf dem Zionsberg ein festes Fundament gelegt: / ein erprobter Block, ein kostbarer Eckstein, ein felsenfester Grund. / Wer ihm vertraut, hält ebenso stand.“ (Jesaja 28:14-16 NEÜ)

      Jesaja schreibt hier prophetisch am Schluss über Jesus, den Überwinder dieser Todes- und Lügengeistern, der uns infolge dessen Leben, ja Leben im Überfluss versprechen kann (Johannes 10:10). Deshalb will ich immer vor Augen haben, dass mich der Teufel durch diese Geister in den Tod treiben will, indem er meine Beziehungen dadurch zu zerstören sucht, meine Beziehung zu Gott und zu meinen Mitmenschen. Jede Lüge benutzt perfide das Vertrauen anderer in meine Worte, um eben dieses Vertrauen dadurch zu zerstören und jeder kleinste Deal mit diesen Geistern ist dazu angelegt, mein Vertrauen in Gott zu zerstören. Mit Martin Luther kann ich sagen: „Ich kann nicht verhindern, dass die Vögel (dämonische Mächte) um mich herumflattern, aber ich kann verhindern, dass sie in mir Nester bauen“.

      „Darum legt die Lüge ab und »redet die Wahrheit, jeder mit seinem Nächsten«, denn wir sind untereinander Glieder.“ (Epheser 4:25
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