14.März 2016 (Unser Gewissen)

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    • 14.März 2016 (Unser Gewissen)

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      Unser Gewissen

      Wir haben uns von allen beschämenden Heimlichkeiten losgesagt. Wir arbeiten weder mit Tricks noch verfälschen wir das Wort Gottes, sondern lehren die Wahrheit ganz offen. Dadurch empfehlen wir uns vor den Augen Gottes dem Gewissensurteil aller Menschen. (2.Korinther 4:2 NEÜ)

      Wir können auf Grund dieser Bibelstelle vermuten, dass in dem, was Gewissen genannt wird, Urteile stattfinden. Nicht immer schon hatte der Mensch ein Gewissen, als Adam und Eva geschaffen wurden, hatten sie keins. Brauchten sie auch nicht zu haben, denn sie lebten ja im Licht der Gegenwart Gottes. Sie brauchten gar nicht wissen, was gut und böse ist, denn sie lebten dort im geschützten Ort namens „Garten Eden“ in perfekter Reinheit, weil derjenige, der die Reinheit ist, nämlich Gott, sie geschaffen hatte und ihnen seinen reinen Odem eingehaucht hatte. Die Bibel beschreibt das in einem kleinen, unscheinbaren Satz:

      „Und sie waren beide nackt, der Mensch und seine Frau, und schämten sich nicht.“ (1.Mose 2:25)

      Dieser Anfang war ein Bild auf das Ziel, das Neue Jerusalem, von dem geschrieben steht:

      „In diese Stadt wird nie etwas Unreines kommen. Wer immer wieder tut, was Gott verabscheut, wer vom Lügen bestimmt ist, wird niemals dort hineinkommen, sondern nur der, der im Lebensbuch des Lammes eingetragen ist.“ (Offenbarung 21:27 NEÜ)

      Die Schlange nun hatte großes Interesse daran, dass die Menschen von der verbotenen Frucht essen, wobei es ihr nicht darum ging, dass die Menschen dann sein würden wie Gott, denn diesen Anspruch hat die Schlange Satan ja selbst und war deshalb aus dem Himmel geworfen worden. Er selbst definiert sich ja als Fürst dieser Welt und Gott hatte den Menschen aufgetragen über die Erde zu herrschen, also Satans illegal beanspruchten Rang einzunehmen (1.Mose 1:28). Es war ihm also wichtig, dass sich die Menschen (ohne es zu realisieren) seiner Autorität unterordneten und sich dadurch zwangsläufig von der Autorität Gottes lossagten. Er wusste, dass durch diese Sünde etwas in den Menschen entstehen würde, was sie vorher nicht hatten, nämlich das Gewissen, mit dem sie gut von böse unterscheiden konnten. Und als Meister des Verwirrens, der Zauberei und Manipulation wusste er auch, dass es dann für ihn ein Leichtes sein wird, die Menschheit zu beherrschen und dadurch von ihnen seine Macht zu bekommen, er brauchte nur dieses Gewissen des Einzelnen zu manipulieren. Sein Plan hatte ja auch sofort geklappt. Wir lesen:

      „Da wurden ihnen beiden die Augen geöffnet, und sie erkannten, dass sie nackt waren; und sie banden sich Feigenblätter um und machten sich Schurze. Und sie hörten die Stimme Gottes des Herrn, der im Garten wandelte, als der Tag kühl war; und der Mensch und seine Frau versteckten sich vor dem Angesicht Gottes des Herrn hinter den Bäumen des Gartens.“ (1.Mose 3:7+8)

      Ab dem Moment, wo die beiden ein Gewissen hatten, verbargen sie sich vor Gott wie die Küchenschaben vor dem Licht. Weil sie Angst vor ihm hatten. Scham und Angst. Beides Emotionen, die ihnen völlig neu waren. In dem Moment, als sie von der Frucht gegessen hatten und in Folge dessen ihr Gewissen bekommen hatten, konnten sie die Stimme des Verklägers in sich hören, der sie verdammte und verurteilte und ihnen in etwa sagte: „Ihr habt versagt, dem Gott könnt ihr nicht mehr unter die Augen treten, denn er wird euch hart bestrafen, deshalb versteckt euch und hofft, dass er euch nicht findet.“ So – oder ähnlich – benutzte Satan dieses Gewissen damit die Menschen aus der Beziehung mit Gott flohen.

      Es wurde in der christlichen Literatur viel über Gewissen geschrieben, Gutes und weniger Gutes, und ich denke, dass wir uns zu gegebener Zeit ausgiebig damit beschäftigen sollten, aber für den Moment und das Thema Manipulation sollte es genügen, wenn wir erkennen können, dass dieses Gewissen als Folge des Sündenfalls uns von Gott gegeben wurde. Aber das darf uns nicht zu der Annahme verleiten, dass ausschließlich Gott durch dieses Gewissen zu uns redet. Ich habe für mich beschlossen, mein Gewissen als eine Art Gerichtssaaal zu betrachten. In ihm kommen beide Seiten zu Wort: der Staatsanwalt und Verführer (Verkläger, Teufel) und auch der Warner und Anwalt (Fürsprecher, Jesus). Wie bei Adam und Eva manipuliert Satan unser Gewissen um dadurch Anklagepunkte zu schaffen und uns in Sünde, Verurteilung und Verdammnis zu führen.

      Obwohl das Gewissen eine wichtige Funktion ausübt, ist es also auch für uns Gläubige kein unfehlbarer Führer. Es ist eine weit verbreitete irrige Auffassung, dass, wenn das Gewissen unbeschwert sei, alles gut sein müsse. Paulus sagte im Hinblick auf sein eigenes Betragen: „Ich bin mir selbst nichts bewusst.“ Doch fügte er sogleich hinzu: „Aber dadurch bin ich nicht gerechtfertigt“ (1.Korinther 4:4). Das Verborgene der Finsternis und alle geheimen Ratschläge der Herzen werden am Tage Christi ans Licht gebracht und offenbart. Daher, wenn wir auch allezeit danach trachten, „ein gutes Gewissen“ zu haben (1.Petrus 3:16), so sollten wir doch beachten, dass wir unbewusst durch irgendwelche selbstsüchtigen Einflüsse von innen her geblendet werden können, die uns veranlassen, Gutes böse, und Böses gut, Licht Finsternis und Finsternis Licht zu heißen. Paulus ist dafür ein gutes Beispiel. Er hatte ein völlig gutes Gewissen dabei, als Saulus die Christen zu verfolgen und sie damit der Ermordung preiszugeben, weil der Feind in sein Herz pflanzen konnte, er würde damit Gott einen Dienst erweisen. Dasselbe galt für alle Pharisäer, deren Gewissen ihnen bescheinigte, dass sie besser als ihre Vorfahren seien und denen Jesus klipp und klar sagte, wo ihr gutes Gewissen, herkommt:

      Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, dass ihr die Gräber der Propheten baut und die Denkmäler der Gerechten schmückt und sagt: Hätten wir in den Tagen unserer Väter gelebt, wir hätten uns nicht mit ihnen des Blutes der Propheten schuldig gemacht. So gebt ihr ja euch selbst das Zeugnis, dass ihr Söhne der Prophetenmörder seid. Ja, macht ihr nur das Maß eurer Väter voll!“ (Matthäus 23:29-32)

      Im Gegensatz dazu hatte David mit Sicherheit ein schlechtes Gewissen nach dem Ehebruch mit Bathseba. Bei ihm benutze es der Teufel wie bei Adam und Eva, um ihn die scheinbar schützende Dunkelheit der Vertuschung zu treiben, die ihn dann sogar zum Mörder werden ließ.

      Es gibt leider viel zu viele Christen, die ihr eigenes Gewissen zu ihrem Führer erkoren haben, die also den Heiligen Geistes durch ihr Gewissen ersetzt haben. Sie achten es höher als das Wort Gottes und legen die Schrift nach diesem inneren Empfinden aus. Demzufolge tun sie unter der Führung des „Gewissens“ manche Dinge, die Gott verunehren und die sein Wort nicht gutheißt. Was „geschrieben“ steht und durch den heiligen Geist in unsere Herzen gepflanzt wird, ist immer die richtige Leitung. Das Gewissen allein ist nicht verlässlich und gar oft ein Irrlicht, das die Seele in Gefahr und sogar ins Verderben bringen kann. Unsere Identität in Jesus zu haben ist der beste Schutz davor, das Gewissen zu einem Götzen zu machen oder machen zu lassen. Der Glaube an die unbegrenzte Wirksamkeit des Blutes Christi befreit diesen Gläubigen von der emotionalen Wirksamkeit des verklagendes Gewissens im Hinblick auf Fehler und Sünden. Dies bedeutet nicht, dass er kein Bewusstsein von Sünde mehr hätte, aber im Hinblick auf die Anschuldigung der Sünden vor Gott ist sein Gewissen gereinigt.

      „Denn wenn das Blut von Stieren und Böcken und die Besprengung mit der Asche der jungen Kuh die Verunreinigten heiligt zur Reinheit des Fleisches, wieviel mehr wird das Blut des Christus, der sich selbst durch den ewigen Geist als ein makelloses Opfer Gott dargebracht hat, euer Gewissen reinigen von toten Werken, damit ihr dem lebendigen Gott dienen könnt.“ (Hebräer 9:13+14)

      Dieser „Gewissens-Exkurs“ ist deshalb wichtig, weil Manipulation zu großen Teilen genau mit diesem Gewissen arbeitet. Die Psychologie nennt das „emotionale Erpressung“. Was sie natürlich nicht sehen kann, ist die Tatsache, dass hinter den Menschen, die sich dieser Technik bedienen (und das sind nahezu alle auf irgendeine Art und Weise) der Verkläger der Brüder (Offenbarung 12:10) steht. Deshalb müssen wir uns auch hüten, psychologische Methoden dagegen anzuwenden, denn sie führen uns aus der Identität in Jesus indem sie uns veranlassen, unserem eigenen Fleisch zu vertrauen, was unser Herz zwangsläufig von Gott abwendet und verhärtet.

      „So spricht der Herr: Verflucht ist der Mann, der auf Menschen vertraut und Fleisch zu seinem Arm macht, und dessen Herz vom Herrn weicht!“ (Jeremia 17:5)

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