11.März 2016 (Die Macht der Identität)

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • 11.März 2016 (Die Macht der Identität)

      .

      Die Macht der Identität


      Ihr alle seid Söhne des Lichts und Söhne des Tages. Wir gehören nicht der Nacht an noch der Finsternis. (1.Thessalonicher 5:5)

      Wenn ich hier jetzt über Manipulation und Zauberei im persönlichen Bereich schreibe, dann richtet sich das, was ich schreibe ausschließlich an wiedergeborene Christen, deren Herzenswunsch es ist, in immer tiefere Beziehung zu Gott zu finden und sich immer mehr in die Führung des Heiligen Geistes fallen zu lassen, das heißt, die ihr Leben nicht mehr unter der Kontrolle ihres „alten Menschen“ haben wollen, Menschen, die aus der Gnade und Liebe Gottes leben wollen und die sich danach sehnen, dass diese Liebe Gottes, die "Agape", wie Ströme lebendigen Wassers in ihr ganzes Umfeld fließt.

      Der Begriff „Manipulation“ hat mehrere Bedeutungen und ich möchte mich hier auf die psychologisch/soziologische Definition beschränken und die lautet: „...die gezielte und verdeckte Einflussnahme, also sämtliche Prozesse, welche auf eine Steuerung des Erlebens und Verhaltens von Einzelnen und Gruppen zielen und diesen verborgen bleiben sollen...“ (Wikipedia).

      Das Wort „verborgen“ erscheint mir in dieser Definition besonders wichtig, denn „verborgen“ hat etwas damit zu tun, dass es aus dem Licht ins Dunkle gebracht wird. Der natürliche, gefallene Mensch lebt geistlich gesehen in Dunkelheit, denn er lebt getrennt von Gott und Gott ist Licht und wo Gott ist, ist Licht. Wir erkennen das bereits in den ersten Zeilen der Bibel:

      „Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde. Die Erde aber war wüst und leer, und es lag Finsternis auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte über den Wassern. Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es wurde Licht. Und Gott sah, dass das Licht gut war; da schied Gott das Licht von der Finsternis. Und Gott nannte das Licht Tag, und die Finsternis nannte er Nacht.“ (1.Mose 1:1-5)

      Es war ein geistliches Licht, das Gott auf die Erde gelegt hatte, nicht das Sonnenlicht, denn die Sonne wurde von ihm erst später geschaffen (1.Mose 1:14-19). Wie im natürlichen Bereich ist auch im geistlichen das Licht stärker als die Finsternis. Dallas Willard, einer der wichtigsten Erneuerer evangelikalen Denkens in den USA stellte fest: " Fast alle bösen Taten und Absichten fangen mit dem Gedanken an, dass sie verborgen gehalten werden können durch Lug und Betrug. Das Königreich des Bösen ist gebaut auf Lügen, Geheimnissen, und Finsternis. Es erfordert die Abwesenheit des Lichtes um zu überleben. Deswegen ist das Königreich des Bösen, entgegen all seiner angsteinflößenden Erscheinung, in seiner Struktur sehr schwach. Schalte das Licht ein und die Küchenschaben flüchten in Richtung Kühlschrank.“ So wie die Küchenschaben Angst vor dem Licht haben und fliehen, genauso muss der Feind im Lichte Gottes fliehen, denn alle seine Werke werden in diesem Licht offenbar. Deshalb bedeutet dieses Licht Gericht. Dieses Wort ist im allgemeinen negativ belegt (klar, denn die Dunkelheit hasst das Licht), aber für einen wiedergeborenen Menschen müsste dieses Wort ein Wohlklang sein, denn er strebt ja danach, „im Licht zu wandeln“. Jesus drückte das folgendermaßen aus:

      „Darin aber besteht das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Werke waren böse. Denn jeder, der Böses tut, hasst das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Werke nicht aufgedeckt werden. Wer aber die Wahrheit tut, der kommt zum Licht, damit seine Werke offenbar werden, dass sie in Gott getan sind.“ (Johannes 3:19-21)

      Hier können wir erkennen, dass Licht und Wahrheit nicht voneinander zu trennen sind. Sie gehören zusammen und das eine ist ohne das andere nicht existent. Das schreibt Johannes nochmals später in einem Brief an die örtliche Gemeinde (wahrscheinlich Ephesus):

      „Folgende Botschaft haben wir von ihm [Jesus] gehört und geben sie hiermit an euch weiter: "Gott ist Licht; in ihm gibt es keine Spur von Finsternis." Wenn wir behaupten, mit Gott Gemeinschaft zu haben und trotzdem in der Finsternis leben, dann lügen wir: Unser Tun steht im Widerspruch zur Wahrheit. Wenn wir aber im Licht leben, so wie Gott im Licht ist, sind wir miteinander verbunden, und das Blut seines Sohnes Jesus macht uns von jeder Sünde rein. Wenn wir behaupten, ohne Schuld zu sein, betrügen wir uns selbst und verschließen uns der Wahrheit. Wenn wir unsere Sünden eingestehen, zeigt Gott, wie treu und gerecht er ist: Er vergibt uns die Sünden und reinigt uns von jedem begangenen Unrecht. Wenn wir behaupten, wir hätten nicht gesündigt, machen wir Gott zum Lügner. Dann lebt sein Wort nicht in uns.“ (1.Johannes 1:5-10 NEÜ)

      Wahrheit ist demnach also nicht nur die Abwesenheit von Lügen, sondern Wahrheit ist alles Göttliche. Gott ist die Wahrheit (Sacharja 8:8), Jesus ist die Wahrheit (Johannes 14:6), der Heilige Geist ist die Wahrheit (Johannes 16:13) und alles, was von dieser dreieinen Gottheit kommt, ist die Wahrheit: sein Wort (Johannes 17:17), seine Gedanken oder Wege (Psalm 86:11) und seine Taten oder Werke (Psalm 111:7).

      Wir können auf diesem Weg vielleicht nicht völlig begreifen, aber doch erkennen, dass der Heilige Geist Gott ist und auch Jesus Gott ist, der sagte:

      „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun. Wenn jemand nicht in mir bleibt, so wird er weggeworfen wie die Rebe und verdorrt; und solche sammelt man und wirft sie ins Feuer, und sie brennen. Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, so werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch zuteil werden.“ (Johannes 15:5-7)

      Viele Christen fragen mich immer wieder, was es bedeute, „in Jesus“ zu sein und zu bleiben. Wir können diese Frage heute anhand des bisher Gelesenen leicht beantworten: Wir sind „in Jesus“, wenn wir in der Wahrheit sind, wenn wir im Licht sind, wenn der Heilige Geist uns leitet. Dieses Licht des Heiligen Geistes kam als Folge unserer Wiedergeburt in uns, nicht wie eine 10.000 KW Flutlichtanlage, sondern wie ein Scheinwerfer, vielleicht mit einer Taschenlampe zu vergleichen, die als Geschenk Gottes plötzlich in unsere natürliche innere Dunkelheit zu leuchten begann. Wir konnten in diesem Lichtkegel die gröbsten Sünden und Verfehlungen unserer Vergangenheit erkennen, die wir in der Aktion, die man großspurig „Lebensbereinigung“ nennt, zu Gott brachten, als Sünden bekannten und die Vergebung Gottes dafür empfingen. Durch das Blut Jesu wurden wir von jeder Schuld freigesprochen, weil Jesus diese Schuld an unserer Stelle am Kreuz auf sich genommen hatte. Das ist unsere Identität in Jesus, denn dadurch wurden wir als Kinder in die Familie Gottes aufgenommen. Natürlich wissen wir das alle längst, aber glauben wir es auch wirklich? Ist das wirklich in unseren Herzen angekommen?

      Der Feind setzt von Anfang an alles daran, um zu verhindern, dass wir in diese Identität finden, indem er als der „Verkläger der Brüder“ (Offenbarung 12:10) diese Schuld uns immer wieder vorhält und so versucht, uns ein schlechtes Gewissen zu machen, denn dieses schlechte Gewissen verhindert bzw. lähmt diesen Prozess der Identifikation mit dem, was am Kreuz geschah.

      Mancher wird jetzt fragen, was das mit Manipulation zu tun hat und die Antwort ist ganz einfach: Wenn wir zu 100% unsere Identität in Jesus hätten, wären wir zu 100% nicht mehr manipulierbar und würden auch zu 100% selbst nicht manipulieren. Anders ausgedrückt: Wenn wir mit unserem ganzen Sein im Rampenlicht des Heiligen Geistes stünden, würde jedes noch so kleine Werk der Finsternis sofort offenbar werden. Das ist allerdings ein Prozess, aber dieses Ergebnis ist uns verheißen, denn so und nicht anders verstehe ich die Verheißung Jesu:

      „Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, so wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht aus sich selbst reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen.“ (Johannes 16:13)

      .