22.Februar 2016 (Das Gesetz Christi)

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    • 22.Februar 2016 (Das Gesetz Christi)

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      Das Gesetz Christi

      Brüder, wenn auch ein Mensch von einer Übertretung [Fehltritt, Sünde] übereilt würde, so helft ihr, die ihr geistlich seid, einem solchen im Geist der Sanftmut wieder zurecht; und gib dabei acht auf dich selbst, dass du nicht auch versucht wirst! Einer trage des anderen Lasten, und so sollt ihr das Gesetz des Christus erfüllen! (Galater 6:1+2)

      Ja, wie jetzt? Also sind wir doch unterm Gesetz? Die Antwort ist „Ja“. Aber nicht unter dem Gesetz des Mose, sondern unter dem Gesetz des Christus. Und wo liegt da der Unterschied?

      Paulus fürchtet das Wort „Gesetz“ nicht. Er hat es auch den Römern und Korinthern gegenüber gebraucht. Aber das Gesetz ist ihm nicht mehr das Mittel, um Gottes Wohlgefallen zu erringen - erst recht nicht das Motiv, der Beweggrund seines Handelns, oder gar seine Kraft. Er benutzt den Galatern gegenüber mit Absicht hier dieses Wort, um zu zeigen: ich bin kein Feind des Gesetzes. Aber dieses Gesetz Christi ist nicht von Christus loszulösen, oder gar durch eigene Kraftanstrengungen zu erfüllen. Es ist die natürliche Auswirkung unserer Liebesbeziehung zu Jesus - wie die Rebe am Weinstock - nicht anders kann, als Frucht zu bringen, so kann - der „Geisterfüllte“, also der Mensch, der wirklich mit und durch Christus lebt gar nicht anders, als das Gesetz Christi - die Liebe - zu erfüllen.

      Das Gesetz des Mose war, wie wir bereits erkennen konnten, ein in menschliche Worte gefasster Spiegel der ewigen Ordnungen Gottes, aber eben nur ein Spiegel oder eine Art Vorausschau auf das Original, das perfekte Gesetz. Genauso war der Bund Gottes mit Abraham nicht der vollkommene, perfekte Bund, sondern nur ein Spiegel oder Bild darauf, denn den ultimativen Neuen Bund schloss Jesus am Kreuz durch sein Blut.

      „denn das Gesetz hat nichts zur Vollkommenheit gebracht —, zugleich aber die Einführung einer besseren Hoffnung, durch die wir Gott nahen können. Insofern ist Jesus um so mehr der Bürge eines besseren Bundes geworden.“ (Hebräer 7:19+22)

      „Nun aber hat er einen um so erhabeneren Dienst erlangt, als er auch der Mittler eines besseren Bundes ist, der aufgrund von besseren Verheißungen festgesetzt wurde. Denn wenn jener erste [Bund] tadellos gewesen wäre, so wäre nicht Raum für einen zweiten gesucht worden.“ (Hebräer 8:6+7)

      So wie der Neue Bund im Blute Jesu die Vervollkommnung des Alten Bundes im Blut von Böcken und Stieren ist, so ist das Gesetz Jesu, von dem Paulus hier spricht, Gott mit all unserem Sein zu lieben und den Nächsten wie uns selbst, die Vervollkommnung des mosaischen Gesetzes. Da stellt sich natürlich die Frage, wieso Gott den Umweg über den Bund der Beschneidung und das Gesetz des Mose mit der Menschheit gegangen ist.

      „Ebenso waren auch wir, als wir noch unmündig waren, den Grundsätzen der Welt als Knechte unterworfen. Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan, damit er die, welche unter dem Gesetz waren, loskaufte, damit wir die Sohnschaft empfingen. Weil ihr nun Söhne seid, hat Gott den Geist seines Sohnes in eure Herzen gesandt, der ruft: Abba, Vater! So bist du also nicht mehr Knecht, sondern Sohn; wenn aber Sohn, dann auch Erbe Gottes durch Christus.“ (Galater 4:3-7)

      Die Antwort ist also, weil die Menschheit unmündig oder noch nicht reif dafür war. Ich möchte an dieser Stelle nochmals betonen, dass Jesus nicht unter das Gesetz des Mose getan wurde, sondern unter Gottes ewiges ungeschriebenes vollkommenes Gesetz. Deshalb konnte er auch an vier Stellen sagen: „Es steht geschrieben...ich aber sage euch,“ und deshalb konnte er sich über die Sabbatgesetze hinwegsetzen, deshalb konnte er die Steinigung der Ehebrecherin verhindern, obwohl sie vom Gesetz des Mose befohlen war. Und wer brachte diese göttliche Ordnung, dieses ewige Gesetz Gottes in den Menschensohn Jesus?

      „Jesus aber, voll Heiligen Geistes, kehrte vom Jordan zurück und wurde vom Geist in die Wüste geführt“ (Lukas 4:1)

      „ihr kennt es; das Zeugnis, das sich durch ganz Judäa verbreitet hat und in Galiläa anfing nach der Taufe, die Johannes verkündigte: wie Gott Jesus von Nazareth mit Heiligem Geist und Kraft gesalbt hat, und wie dieser umherzog und Gutes tat und alle heilte, die vom Teufel überwältigt waren; denn Gott war mit ihm.“ (Apostelgeschichte 10:37+38)

      Die Antwort lautet also: der Heilige Geist brachte diese göttliche Ordnung in den Menschen Jesus und genauso will er diese Ordnung in dich und mich bringen, die Ordnung der vollkommenen Liebe, das Gesetz des Christus. Dies kann nur geschehen, weil er seit Pfingsten über die gesamte Erde ausgegossen wurde, etwas, was die Menschen des Alten Testamentes nicht kannten. Ohne ihn ist es unmöglich, diese göttliche Ordnung zu erkennen und schon gar nicht, sie zu praktizieren.

      „Liebt ihr mich, so haltet meine Gebote! Und ich will den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben, dass er bei euch bleibt in Ewigkeit, den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, denn sie beachtet ihn nicht und erkennt ihn nicht; ihr aber erkennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein.“ (Johannes 14:15-17)

      Jesus sagt hier: „den die Welt nicht empfangen kann“, das bedeutet, dass die Welt (alle, die nicht von neuem geboren wurden aus Wasser und Geist (Johannes 3:5)) nach wie vor unter dem Alten Bund steht, also unter dem Gesetz des Mose. Deshalb macht es für uns Wiedergeborenen auch keinen Sinn mit ihnen über „Liebe“ zu diskutieren, weil die Welt etwas anderes darunter versteht, als der Heilige Geist.

      Deshalb steht der „Alte Mensch“ unter dem Gesetz des Mose, der „Neue Mensch“ aber unter dem Gesetz des Christus. Paulus vergleicht das im Brief an die Römer mit einer Ehe. Von Geburt her oder Natur aus ist unser Ehemann, also derjenige der Autorität über uns hat, das Gesetz des Mose und damit auf der anderen Seite der Teufel, der sich durch die Gesetzesverletzungen unsererseits seine Rechte an uns zu sichern versucht, obwohl das Gesetz gut ist und von Gott kommt. Laut Gesetz ist die einzige Möglichkeit, von einem Ehemann freizukommen für eine Frau, wenn dieser Ehemann stirbt. Erst wenn er tot ist, ist sie frei für einen anderen. Das Gesetz des Mose kennt die Scheidung, aber Jesus sagte klipp und klar, dass diese nicht in der göttlichen Ordnung verankert ist:

      „Er sprach zu ihnen: Mose hat euch wegen der Härtigkeit eures Herzens erlaubt, eure Frauen zu entlassen; von Anfang an aber ist es nicht so gewesen. Ich sage euch aber: Wer seine Frau entläßt, es sei denn wegen Unzucht, und eine andere heiratet, der bricht die Ehe; und wer eine Geschiedene heiratet, der bricht die Ehe.“ (Matthäus 19:8+9)

      Paulus sagt also, dass der natürliche Mensch in einer Art Ehebund mit seinem Fleisch lebt, der nur durch den Tod des „alten Adam“ aufgehoben wird. Deshalb muss bei wirklichen Söhnen und Töchtern Gottes dieser „alte Mensch“ in den Tod gegeben werden, denn Jesus ist kein Ehebrecher und drängt sich nicht in diesen Bund. Es ist die Gnade Gottes, die uns ein Leben lang Zeit lässt, um dieses theoretische „In-den-Tod-Geben“ des alten Menschen auch täglich in der Praxis umzusetzen und die uns den Heiligen Geist bereits bei unserer Wiedergeburt gibt, damit wir diesen Weg überhaupt gehen können. Ein Wandel im Geist ist also immer ein Wandel in dieser göttlichen Liebe, die diesen „alten Menschen“ mit seinen teilweise sehr fromm aussehenden Lüsten und Begierden kreuzigt. Geschieht dies nicht, begeben wir uns wieder unters Gesetz, von dem uns Jesus am Kreuz freigekauft hat und damit fallen wir aus der Gnade und kommen dadurch auch als Wiedergeborene Christen wieder unter Anklage, denn geistlich gesehen kommt das Hurerei gleich, denn wir betrügen dadurch unseren Bräutigam Jesus mit unserem „Ex-Ehemann“, dem „alten Adam“. Lesen wir dazu Paulus im Original:

      „Oder wisst ihr nicht, Brüder — denn ich rede ja mit Gesetzeskundigen —, dass das Gesetz [nur] so lange über den Menschen herrscht, wie er lebt? Denn die verheiratete Frau ist durchs Gesetz an ihren Mann gebunden, solange er lebt; wenn aber der Mann stirbt, so ist sie von dem Gesetz des Mannes befreit. So wird sie nun bei Lebzeiten des Mannes eine Ehebrecherin genannt, wenn sie einem anderen Mann zu eigen wird; stirbt aber der Mann, so ist sie vom Gesetz frei, so daß sie keine Ehebrecherin ist, wenn sie einem anderen Mann zu eigen wird. Also seid auch ihr, meine Brüder, dem Gesetz getötet worden durch den Leib des Christus, damit ihr einem anderen zu eigen seid, nämlich dem, der aus den Toten auferweckt worden ist, damit wir Gott Frucht bringen. Denn als wir im Fleisch waren, da wirkten in unseren Gliedern die Leidenschaften der Sünden, die durch das Gesetz sind, um dem Tod Frucht zu bringen. Jetzt aber sind wir vom Gesetz frei geworden, da wir dem gestorben sind, worin wir festgehalten wurden, so daß wir im neuen Wesen des Geistes dienen und nicht im alten Wesen des Buchstabens.“ (Römer 7:1-6)


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