19.Februar 2016 (Der Psycho-Christ 2)

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    • 19.Februar 2016 (Der Psycho-Christ 2)

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      Der Psycho-Christ (2)

      „Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater und seine Mutter und seine Frau und seine Kinder und seine Brüder und Schwestern, dazu aber auch sein eigenes Leben, so kann er nicht mein Jünger sein; und wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachkommt, kann nicht mein Jünger sein.“(Lukas 14:25-27)

      Für einen Menschen, bei dem der Heilige Geist im Leben nichts zu melden hat, stellt dieser Satz Jesu einen krassen Verstoß zum Gebot, wir sollen Vater und Mutter ehren, und auch zu seinem eigenen 2.Gebot dar, wir sollen unseren Nächsten lieben wie uns selbst. Jeder geistgeleitete Christ weiß allerdings, dass Jesus die Verkörperung der Ordnungen Gottes war und ist und deshalb unter dem Begriff „hassen“ in dem Fall etwas anders vesteht, als das Gegenteil von „lieben“. Aus dem Kontext, in dem Jesus in einem Gleichnis erzählt, wie sich die Menschen dafür entschuldigen, dass sie der Einladung Gottes nicht nachkommen (Lukas 14:16-24) wird uns schnell klar, was mit „hassen“ gemeint ist. So stehts auch in der Fußnote der Schlachterbibel: „»Hassen« bedeutet hier kein bösartiges Gefühl, sondern verschmähen bzw. zurückstellen um des Herrn willen“. Deshalb halte ich hier die Neue Evangelistische Übersetzung für verständlicher, in der es heißt:

      „Wenn jemand zu mir kommen will, muss ich ihm wichtiger sein als sein eigener Vater, seine Mutter, seine Frau, seine Kinder, seine Geschwister und selbst sein eigenes Leben; sonst kann er nicht mein Jünger sein. Wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachkommt, kann nicht mein Jünger sein.“(Lukas 14:25-27)

      Auf gut deutsch sagte Jesus hier: „Erstmal kommt Gott und dann kommt lang, lang nichts und dann erst mein Nächster und ganz am Schluss ich selbst.“ Wie kann man angesichts dieser eindeutigen Worte Jesu von einem Befehl zur Selbstliebe sprechen? Das geht nur, wenn man die biblischen Aussagen auf den Kopf stellt. Und genau das tun die Selbstliebe-Ideologen und Jünger Fromms, Trobischs und Co., indem sie behaupten:
      • Zuerst mußt du dich selber lieben, damit du
      • zweitens andere lieben kannst und
      • im anderen liebst du dann auch Gott.
      Die biblische Reihenfolge lautet allerdings ganz anders, wie uns auch der Jünger,“den Jesus liebte“ in 1.Johannes 4:7-21 lehrt:
      • Gott liebt den Menschen.
      • Wenn der Mensch Gottes Liebe erkennt und annimmt, kann er Gott wiederlieben.
      • Durch Gottes Liebe wird der Mensch fähig, auch andere Menschen zu lieben.
      Deswegen gab uns Jesus das neue Gebot, dass wir uns untereinander so lieben sollen, wie er uns geliebt hat (Johannes 13:34). Das ist dann aber keine erlernte, eingeübte, selbstproduzierte, natürliche Liebe des Menschen, die im griechischen mit „Phileo“ wiedergegeben wird, sondern von Gott geschenkte Liebe, die durch den Heiligen Geist in unser Herz ausgegossen ist (Römer 5:5), die „Agape“-Liebe. Das ist etwas völlig anderes als die vom Geist der Psychologie geleiteten Christen uns weismachen wollen.

      In diesem Zusammenhang möchte ich auch auf den christlich-psychologischen Begriff „Selbstannahme“ eingehn, der zur Zeit durch unsere Gemeinden geistert:
      1. Das Wort „Selbstannahme“ kommt ebenso wie das Wort „Selbstliebe“ in der Bibel nicht vor (außer in 2.Timotheus 3:2 als „Autophileo“, was Paulus in diesem Vers als die Sünde „der letzten Tage“ schlechthin bezeichnet). Wir sollten diese Begriffe daher auch nicht verwenden, da sie einseitig humanistisch gefüllt sind und allgemein ganz anders verstanden werden, wie wir sie vielleicht meinen.
      2. Selbstannahme bedeutet in der Psychologie das uneingeschränkte Ja zu sich selbst, inklusive aller Sünden, Schwächen, Neigungen und Verhaltensweisen. Dieses Brutto-Ja zum gefallenen, sündigen Menschen kennt die Bibel für Söhne und Töchter Gottes allerdings nicht.
      3. Wir müssen hier unbedingt differenzieren:

      Wozu darf und soll ich "Ja" sagen?
      • zu meinem von Gott gewollten Leben
      • zu den von Gott bestimmten Grundgegebenheiten meines Körpers, inklusive des Aussehens, des Geschlechts und der Sexualität
      • zu meinen von Gott gegebenen Eltern, Geschwistern und Kindern etc.
      • zu meinen von Gott gegebenen Gaben, Fähigkeiten und Grenzen
      • zu meinem (unverschuldeten) Gesundheitszustand und Lebensalter
      • zu Gottes göttlicher in mich ausgegossener Liebe

      Wozu darf ich nicht "Ja", sondern soll ich konsequent "Nein" sagen?
      • zu meiner alten, von der Sünde vergifteten Natur (Fleisch)
      • zu allen bösen Gedanken, Worten, Taten und Unterlassungen, die aus dem alten (pervertierten) Menschen kommen
      • zur Herrschaft dieses alten Menschen über mich
      „Die aber Christus angehören, die haben das Fleisch gekreuzigt samt den Leidenschaften und Lüsten“ (Galatern 5:24)

      Als Eva von Thiele-Winkler ihr Leben dem Herrn und dem Dienst am Nächsten weihte, und ihr Liebeswerk an Armen, Kranken und Waisenkindern begann, da betete sie, „dass der Dämon der Selbstliebe keine Gewalt über sie gewinnen möge.“ Sie hatte hier eine Macht erkannt, die den Psycho-Christen leider die Augen zuhält, denn die Art von Selbstliebe und Selbstannahme, die sie lehren, ist Götzendienst in Reinkultur. Da will ich lieber mit dem Apostel Paulus von Herzen bekennen könnten:

      „...nicht mehr lebe ich, sondern Christus lebt in mir; was ich aber jetzt im Fleisch lebe, lebe ich im Glauben, und zwar im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat“ (Galater 2:20).


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