16.Februar 2016 (Die Frucht des Geistes (3)

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    • 16.Februar 2016 (Die Frucht des Geistes (3)

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      Die Frucht des Geistes (III)

      1 Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Weingärtner. 2 Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, nimmt er weg; jede aber, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt.
      3 Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe.
      4 Bleibt in mir, und ich [bleibe] in euch! Gleichwie die Rebe nicht von sich selbst aus Frucht bringen kann, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht in mir bleibt.
      5 Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun.
      6 Wenn jemand nicht in mir bleibt, so wird er weggeworfen wie die Rebe und verdorrt; und solche sammelt man und wirft sie ins Feuer, und sie brennen.
      7 Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, so werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch zuteil werden.
      8 Dadurch wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und meine Jünger werdet.
      9 Gleichwie mich der Vater liebt, so liebe ich euch; bleibt in meiner Liebe!
      10 Wenn ihr meine Gebote haltet, so bleibt ihr in meiner Liebe, gleichwie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe geblieben bin.

      11 Dies habe ich zu euch geredet, damit meine Freude in euch bleibe und eure Freude völlig werde.“ (Johannes 15:1-11)

      Die Agape-Liebe, die wir als Frucht des Heiligen Geistes mit all ihren Facetten (hoffentlich) erkennen konnten, können wir also nicht selbst aus uns hervorbringen, weil jeder Same nach seiner Art produziert. Was wir aus uns selbst tun, ist fleischlich und bleibt fleischlich, auch wenn es oftmals nach außen hin genauso gut aussieht, wie die Frucht, die der Heilige Geist in uns bewirkt, denn der Same bestimmt die Frucht. Willi Hofsümmer erzählt im Band 1 seiner „Kurzgeschichten“:

      „Ein junger Mann betrat im Traum einen Laden. Hinter der Theke stand ein Engel. Hastig fragte er ihn: "Was verkaufen Sie, mein Herr?" Der Engel antwortete freundlich: "Alles, was Sie wollen." Der junge Mann begann aufzuzählen: "Dann hätte ich gerne das Ende aller Kriege in der Welt, bessere Bedingungen für die Randgruppen der Gesellschaft, Beseitigung der Elendsviertel in Lateinamerika, Arbeit für die Arbeitslosen, mehr Gemeinschaft und Liebe in der Kirche und ... und..."


      Da fiel ihm der Engel ins Wort: "Entschuldigen Sie, junger Mann, Sie haben mich falsch verstanden. Wir verkaufen keine Früchte, wir verkaufen nur den Samen.“

      Wir hätten so gerne die Frucht, aber Gott stellt uns nur den Samen zur Verfügung. Das ist die Liebe, die in uns ausgegossen wurde (Römer 5:1). Nicht die Frucht wurde uns von Gott gegeben, sondern den Samen und dieser Same produziert göttliche Früchte, weil er göttlicher Same ist. Die Agape-Liebe ist das Ergebnis und nicht auf Knopfdruck und sofort verfügbar. Sie ist wie Blumensamen, der in unserem Leben aufgeht, wenn wir Jesus das Drehbuch unseres Lebens schreiben lassen. Wenn wir Jesus wirklich auf den Fahrersitz unseres Lebens lassen, wird die Liebe als Frucht in unserem Leben entstehen.

      Aber zuerst einmal ist nur der unscheinbare Samen vorhanden. Das daraus Blumen werden, braucht Zeit und kostet Mühe. Jeder, der einen Garten hat, kann davon ein Lied singen. Wir können die Frucht also nicht machen! Sie ist ein Geschenk und immer Wirkung des Heiligen Geistes. Genauso wie kein Gärtner - weder ein Hobbygärtner noch ein Berufslandwirt - Frucht machen kann, können wir es. Wir können lediglich dem Samen der Liebe Raum geben in unserem Leben, so wie wir den Boden im Garten bearbeiten, damit die Pflanzen aufgehen können.

      Was wir im natürlichen Leben und im Garten tun, sollten wir auch im geistlichen Leben nicht vergessen:
      • Umgraben
      • Düngen
      • Bewässern
      • Unkraut entfernen
      • Ungeziefer entfernen
      Nur so entsteht ein gesunder Ackerboden auf dem Frucht entstehen kann. Dieser Ackerboden ist unser Herz, der Sitz unserer Persönlichkeit. Nur wenn wir uns ab und zu mal umgraben lassen von Jesus, indem wir immer wieder Bilanz über unser Leben oder einen Lebensabschnitt vom Heiligen Geist beleuchtet ziehen, und die daraus resultierenden Konsequenzen angehn, kann Frucht wachsen. Nur wenn wir uns düngen und bewässern lassen, indem wir regelmäßig die Bibel lesen, beten und mit anderen Christen Gemeinschaft haben, kann Frucht wachsen. Nur wenn wir auch das Unkraut und das Ungeziefer entfernen, zerstörerische und böse Dinge aufgeben und ausmerzen, kann Frucht entstehen.

      Wir können diese ewige Frucht nicht machen. Aber wir können den Samen - den Gott in unser Leben gelegt hat - zum Wachstum verhelfen oder ersticken. Genauso wie nur auf einem gesunden und bearbeiteten Ackerboden Frucht entsteht, können wir uns dem Wirken des Heiligen Geistes in unserem Leben öffnen oder verschließen. (Lukas 8:5-8)

      Jesus sagt uns in Johannes 15, dass die Liebe als Frucht Gradmesser unserer geistlichen Gesundheit ist und betont dabei: Wo das natürliche im Leben eines Christen nicht geschieht - Liebe als Frucht der Christusbeziehung - wird die Rebe abgeschnitten. Aber Johannes 15 ist uns nicht gegeben, um jetzt den anderen zu bewerten oder gar zu verurteilen. Johannes 15 und auch Galater 5 ist uns gegeben um uns selbst den Puls zu fühlen, um wie in einem Spiegel zu sehen, wo wir stehen und nach Gottes Willen stehen sollten.Wir können uns selbst und unser Leben einschätzen. Wo stehen wir heute und wo soll sich etwas verändern, ganz konkret und ganz praktisch:

      Herrscht in meinem Leben und meinen Beziehungen eher:

      LangeweileoderLiebe
      SchwermutoderFreude
      UnruheoderFrieden
      UngeduldoderGeduld
      BarschheitoderFreundlichkeit
      LaschheitoderGüte
      UnzuverlässigkeitoderTreue
      AuftrumpfenoderBescheidenheit
      DisziplinlosigkeitoderSelbstbeherrschung


      Wo stehe ich jetzt? Wo ist mein schwächster Punkt? Was soll sich in meinem Leben verändern, ganz konkret und ganz praktisch? Wenn wir das wirklich und ehrlich wissen wollen, wird uns der Heilige Geist das zeigen. Hören wir auf, uns hinter der Ausrede zu verschanzen: „So bin ich halt, seit jeher schon.“ Mag sein dass das stimmt, aber deshalb muss (sollte) es ja nicht so bleiben. Wir wissen ja jetzt, wie wir „in Jesus bleiben“ können (Vers 4), nämlich indem wir ihm in immer mehr Bereichen die Kontrolle über unser Leben übergeben, so und in dem Maße, wie uns das der Heilige Geist zeigt. Kann sein, dass es anfangs minikleine Früchtchen sind, die dabei entstehen, aber der Weingärtner und Bigboss Gott wird diese nicht verachten. Er wird sie genauso sammeln wie die größeren, die dann entstehen, wenn wir ihm gestatten, die wilden, selbstproduzierten Triebe bei uns zu beschneiden. Was Gott wirklich verherrlicht sind nicht in erster Linie unsere Worte und Lieder, sondern ist diese Frucht des Heiligen Geistes. Auch wenn einmal alles vergeht, diese Frucht wird als himmlischer Schatz ewig bestehen, denn ihr Same ist ewig.

      „Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo die Motten und der Rost sie fressen und wo die Diebe nachgraben und stehlen. Sammelt euch vielmehr Schätze im Himmel, wo weder die Motten noch der Rost sie fressen und wo die Diebe nicht nachgraben und stehlen! Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.“ (Matthäus 6:19-21)

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