15.Februar 2016 (Die Frucht des Geistes 2)

    • 15.Februar 2016 (Die Frucht des Geistes 2)

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      Die Frucht des Geistes (II)


      Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung. Gegen solche Dinge gibt es kein Gesetz. (Galater 5:22+23)


      Wieder zurück zur Frucht des Heiligen Geistes. Es gibt nur eine Frucht des Heiligen Geistes und die entspricht dem Wesen Gottes und das ist Liebe. Diese Liebe, die sich in Jesus für uns verschwendet hat, geht laut Paulus niemals der Atem aus: sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles und hält allem stand (1.Korinther 13:8). Die Frucht des Geistes ist Liebe - ist wie Gott selbst - denn Gott ist Liebe. Die Frucht des Geistes zeigt sich an Jesus - der sich totgeliebt hat für uns. Wo sein Geist - der Heilige Geist - uns regiert, werden wir dazu befähigt - wie Jesus - zu lieben.

      Diese Liebe - die Frucht des Heiligen Geistes - hat also nichts mit Bravsein und falscher Harmonie zu tun. Sie ist wie Jesus selbst, voller Leidenschaft und Hingabe. Sie ist weder berechnend, noch abwartend. Sie lebt weder von der Sympathie des Anderen, noch erwartet sie eine Gegenleistung. Christian Schwarz schreibt in seinem Buch „Der Liebe-Lern-Prozess“:“Liebe ist der bewusste, schöpferische Akt der Zuwendung zu einem Menschen, um ihm im Namen Jesu zu helfen oder eine Freude zu machen, ohne dafür Bedingungen zu stellen.“

      Die anderen 8. Begriffe sind wie die Blätter dieser einen Blume oder Teilaspekte der Liebe und wenn wir die Frucht des Geistes in Galater 5 (blau) mit der Beschreibung der Agape-Liebe in 1.Korinther 13 (rot) vergleichen, bekommen wir die Bestätigung dafür:

      • Freude
      Diese Freude ist losgelöst von den äußeren Lebensumständen. Es geht um eine Freude, die sich allein in Jesus gründet - um "die Freude am Herrn". Diese Freude trotzt den äußeren Umständen und zeigt sich - laut Bibel - oft gerade mitten im Leid. Und gerade dort bleibt sie gelassen. Sie lässt sich nicht verbergen und auf andere wirkt sie ansteckend
      Vers 6: Sie freut sich nicht über das Unrecht, sondern freut sich an der Wahrheit.

      • Frieden
      Im Neuen Testament wird uns der Frieden mit drei verschiedenen Aspekten beschrieben: Als einen inneren Frieden, eine Art Gemütsruhe. Daneben als den Frieden mit Gott. Darüber hinaus als das Heilsein des ganzen Menschen - dem Schalom Gottes - aus dem das Miteinander der Menschen erwächst
      Vers 5: Sie läßt sich nicht zum Zorn reizen, trägt das Böse nicht nach.


      • Geduld
      Damit ist eine Beharrlichkeit gemeint, die sich nicht so leicht durch widrige Umstände erschüttern lässt. Sie gründet in der Geduld Gottes, die keinen Menschen aufgibt. Es geht um Zielstrebigkeit, die mit Nachsicht Hand in Hand geht
      Vers 4 und 7: Die Liebe ist langmütig. Sie hofft alles, hält allem stand.


      • Freundlichkeit
      Es geht hierbei um die aktive Zuwendung zum Anderen, die sich durch Aufmerksamkeiten in Form von Zuwendung, Geschenken, Zuhören, oder einfach einem Lächeln zeigt
      Vers 5: Sie handelt nicht ungehörig.


      • Güte
      Dieser Begriff ist eher mit "Gutheit" wiederzugeben. Es geht um eine Haltung, die kompromisslos nach dem fragt, was Gott will und dabei dem Bösen im eigenen Leben und im Leben anderer widersteht.
      Vers 4: Die Liebe ist gütig.


      • Treue
      Dieses Wort lässt sich auch mit Glauben übersetzen und bedeutet Zuverlässigkeit und Vertrauen. Ich vertraue anderen und bin selbst vertrauenswürdig
      Vers 7: Sie glaubt alles.


      • Bescheidenheit
      Hiermit ist das Gegenteil von streitender eifernder Rechthaberei gemeint. Bescheidene oder sanftmütige Menschen haben keine Probleme damit, sich anderen unterzuordnen. Sie reagieren nicht so schnell zornig, sondern haben eine milde, wohlwollende und duldsame Ausstrahlung.
      Vers 4: Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf.


      • Selbstbeherrschung
      Es geht hierbei um Nüchternheit, Maß halten und Mäßigung in allen Lebensbereichen. Es geht um Disziplin auf den verschiedensten Gebieten unseres Lebens
      Vers 5 und 7: Sie sucht nicht ihren Vorteil. Sie erträgt alles.



      So wie es nur diese eine Frucht des Geistes - die Liebe - in diesen acht Facetten gibt, so ist diese Frucht zugleich immer das Wirken des Geistes Gottes. Sie ist niemals unser Verdienst. Sie ist das Ergebnis, wenn Jesus auf dem Fahrersitz unseres Lebens sitzt. Die Liebe entsteht also automatisch als Frucht, wenn der Heilige Geist unser Leben regiert.

      Wo die Liebe ihre Frucht bringt, da hat auch das Gesetz seine Aufgabe verloren. Was sollte das Gesetz noch befehlen, wenn doch die Liebe viel mehr tut, als das Gesetz überhaupt fordern kann. So nimmt Paulus die gesetzlichen Galater an die Hand und führt sie auf den Boden des Evangeliums zurück. Denn das Gesetz herrscht, indem es ausschließlich fordert. Die Liebe kann nicht herrschen, sie lebt dadurch, dass sie dient.

      Mit seinen Ausführungen über die Liebe als Frucht des Heiligen Geistes bekräftigt Paulus, was er bereits im 13. Vers andeutete: Dient einander in Liebe! Darum geht's! Dort wo wir Jesus wirklich das Steuer unseres Lebens überlassen, breitet sich die Liebe als Folge dessen in unseren Lebensbeziehungen aus. Deshalb ist auch diese Liebe sichtbares Indiz dafür, ob wir wirklich in einer Liebesbeziehung mit Gott leben oder nicht.
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