12.Februar 2016 (Agape-Liebe)

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    • 12.Februar 2016 (Agape-Liebe)

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      Agape-Liebe


      „Geliebte, lasst uns einander lieben! Denn die Liebe ist aus Gott, und jeder, der liebt, ist aus Gott geboren und erkennt Gott. Wer nicht liebt, der hat Gott nicht erkannt; denn Gott ist Liebe.“ (1.Johannes 4:7+8)

      Ich sollte auf diesen Satz des Johannes in einem kleinen Abstecher näher eingehn, sonst reden wir hier eventuell aneinander vorbei. Johannes schreibt hier nicht: Wer die anderen umarmt, oder wer gerne Küsschen gibt, oder wer den andern Komplimente macht, er schreibt wer den andern liebt und zwar mit der Liebe, die von Gott ist, der „Agape“-Liebe, der ist in enger Beziehung mit Gott, andere nicht. Viele Christen sagen und lehren, dass diese Agape, wie sie in 1.Korinther 13 beschrieben ist göttliche Liebe sei, die wir Menschen eh nie hinbekämen und mit dem 2.Teil dieses Statements haben sie sicher auch Recht. Unser Fleisch kann nur mit seiner eigenen, zweckgebundenen oder affinitätsgesteuerten Liebe lieben, also auf der Grundlage von gefühls- oder verstandesmäßiger Sympathie, aber Gottes Liebe ist ganz anders.

      Gott hat nicht Ausschau gehalten, wo sind Menschen, für die es sich lohnt das Leben meines Sohnes zu geben, die würdig genug sind, die es zu schätzen wissen und mit Gegenliebe reagieren, sondern er handelte eben nur nach dem einen Gesichtspunkt, dass es nötig war, dass es nur diese eine Hilfe durch ihn, den Gott der Liebe gab um Menschen vor dem ewigen Verderben zu retten, das sie doch auf Grund ihres Verhaltens verdient hätten, denn sie wollten schließlich ohne Gott leben! Und wenn wir heute als Gläubiggewordene sagen können, dass wir Gott lieben, dann ist es gut wenn wir uns gleichzeitig das Wort in Erinnerung rufen:

      „Lasset uns [oder: wir wollen] lieben, denn ER hat uns zuerst geliebt!“ (1.Johannes 4:19)

      Wir sehen hier deutlich, dass dies eine ganz andere Liebe ist, als sie in Eros und Philia praktiziert wird. Nur so war es möglich, dass Jesus sich verspotten, schmähen, schlagen und schließlich kreuzigen ließ für uns, weil er erfüllt war mit dieser Agape-Liebe Gottes, ja mehr noch, weil er selbst diese Liebe war und ist. Und auch jetzt noch ist die Welt durchdrungen von dieser göttlichen Liebe, die ohne Voraussetzungen gibt, indem Jesu Angebot immer noch gilt, dass Gott diese Welt und seine Menschen erhält ohne Unterschied ob sie ihn lieben oder hassen. Er lässt seine Sonne scheinen und es regnen über Gerechte und Ungerechte, wie es in seinem Wort heißt. Wer tut unter Menschen auch nur etwas ähnliches? Natürlich hat das für uns entsprechende Konsequenzen. Denn wenn Gottes Wort uns auffordert:

      „Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebet, wie ich euch geliebt habe, damit auch ihr einander lieb habt.“ (Johannes 13:34)

      und wenn es weiter heißt: „...habt die Brüder lieb!“ (1.Petrus 2:7) und: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ (Matthäus 22:39) dann müsste uns eigentlich klar werden, dass dies nur möglich ist, wenn wir das mit der Agape-Liebe tun, mit der göttlichen Liebe. Denn weder unser Nächster noch alle Brüder - und Schwestern - sind so geartet, dass man sie ohne weiteres lieben könnte, dass sie liebenswert sind in dem Sinne, dass sie gut zu mir passen, vieles mit mir gemeinsam hätten und es uns immer leicht fällt, ihnen gute Gefühle entgegenzubringen. Ich glaube jedenfalls nicht, dass ich als Bruder jedem passe und gefalle, möchte aber dennoch angenommen und geliebt, zumindest aber akzeptiert werden.


      Einen Bruder, eine Schwester, kann man sich im geistlichen Leben so wenig wie im natürlichen Leben aussuchen. Geschwister werden einem gegeben, und mit dem Nächsten verhält es sich ebenso. Im Gleichnis vom barmherzigen Samariter ist der unter die Räuber Gefallene dem Samariter völlig unbekannt. Er hilft ihm nur deshalb, weil er menschliche Zuwendung, also Liebe und Hilfe nötig hat.

      Darum fällt uns das Lieben ja oft so schwer, weil wir meinen, im allgemeinen Sinn lieben zu müssen. Manche ehrliche Christen sagen das auch: ich kann nicht alle Menschen lieben, ich kann nicht alle Geschwister lieben, so wie Gott das sieht und möchte. So ehrlich diese Aussagen sind, lassen sie aber doch erkennen, dass hier nicht begriffen worden ist, was göttliche Liebe ist. Göttliche Liebe sagt nicht ich kann nicht lieben, sondern ich will lieben! Das ist ein wichtiger Unterschied, denn was man nicht kann aber will, kann man lernen.

      Als ich mit 14 Jahren damals mitten in der Pubertät steckte, waren meine Idole die Beatles, die Rolling Stones und andere Musiker und ich wollte unbedingt so Gitarre spielen können wie George Harrison oder Jimy Hendrix. Also übte und übte ich. Aber mir wurde sehr schnell klar, dass ich ihre Klasse niemals erreichen werde. Habe ich deshalb meine Gitarre verbrannt? Nein. Ich hab weiter geübt und wurde ein ganz ordentlicher Hobby-Gitarrist. Noch heute übe ich fast täglich und mache immer noch ständig kleine Fortschritte, auch wenn ich von einem Richie Blackmore oder selbst Lothar Kosse noch meilenweit entfernt bin.

      Aber natürlich wird die Frage aufkommen, sind wir als Menschen, selbst wenn wir willige und hingegebene Christen sind, überhaupt in der Lage, mit dieser göttlichen Liebe zu lieben? Sicherlich nicht aus uns heraus. Aber was schrieb Paulus den Römern?

      „Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unser Herz, durch den Heiligen Geist, welcher uns gegeben ist.“ (Römer 5:7)

      Dabei hat mich besonders beeindruckt die Formulierung „ausgegossen“. Das sagt doch aus, dass diese Liebe Gottes im reichen Maße gegeben ist, nicht getröpfelt, sondern eben gegossen, wobei ich unwillkürlich an ein Bild denke, wo mit Eimern etwas ausgegossen wird. Das bedeutet doch, dass wir diese Liebe Gottes reichlich zur Verfügung haben, wenn wir nur bereit sind, sie weiterzugeben. Weiterzugeben eben auch an Menschen, die nicht unbedingt unsere Sympathie und guten Gefühle haben, aber Liebe brauchen... und Liebe braucht jeder von uns! Hier wird oft gefragt, wie solch eine Liebe wohl praktiziert werden könne. Denn, so sagt man, ich kann doch dem anderen nicht etwas vortäuschen, was ich ich gar nicht habe. Das wäre doch unehrlich und letztlich auch nicht in Liebe gehandelt. Dazu wollen wir uns in Erinnerung rufen, dass die göttliche Liebe sich eben nicht auf positive Gefühle und nicht auf schöne Worte gründet. So heißt es auch:

      „Lasset uns lieben nicht mit Worten ... sondern mit der Tat.“ (1.Johannes 3:18)

      Nicht die Frage des Könnens steht hier im Vordergrund, sondern die Frage des Wollens! Denn wenn wir sagen, wir können das nicht, dann sagen wir, dass wir nicht glauben, was im Wort Gottes geschrieben steht (Römer 5:7). Ich denke, dass der Liederdichter etwas davon begriffen hatte, der das Lied schrieb:


      Ich will dich lieben meine Stärke,
      ich will dich lieben meine Zier.
      Ich will dich lieben mit dem Werke
      und immerwährender Begier.
      Ich will dich lieben, schönstes Licht,
      bis mir das Herze bricht.

      Viermal ist allein in er ersten Strophe gesagt: Ich will dich lieben. Und man spürt es deutlich, auch an den weiteren Strophen, dass er das nicht mehr aus einer bloßen Pflichterfüllung heraus singt, sondern weil der Dichter erkannt hat: ich will diesen Gott lieben, der mich in Jesus unendlich liebt und weil ich durch seine Liebe befähigt werde, auch die vorbehaltlos zu lieben, mit denen ich dieses Leben teile.


      Damit wäre auch die Frage beantwortet: Warum geht es in der Bibel dauernd um die Liebe? Liebe ist für den Menschen das, was Wasser, Licht und Wärme für eine Pflanze ist. Ohne diese geht sie ein, kann sie nicht gedeihen, stirbt sie ab. Ein Mensch ohne Liebe verkümmert, kommt nie zu einem lebenswerten Leben. Wie gut, dass Gott seine Liebe ohne Voraussetzungen in Jesus gegeben hat, weil wir sie brauchen und ohne sie kein wirkliches Leben leben können! Und wer das erkannt und erfahren hat, der wird auch göttliche Liebe weitergeben und praktizieren können an andere. Und wenn das in der Gemeinde geschieht, dann wird sie innerlich und äußerlich aufblühen zu einem lebendigen Zeugnis in der Welt. Und wenn wir es auch in der Welt praktizieren, dann werden auch die Menschen um uns wieder fragend werden nach diesem Gott, nach Jesus, dem Heiland der Liebe!

      „Ich bitte aber nicht für diese allein, sondern auch für die, welche durch ihr Wort an mich glauben werden, auf dass sie alle eins seien, gleichwie du, Vater, in mir und ich in dir; auf dass auch sie in uns eins seien, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast. Und ich habe die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, ihnen gegeben, auf dass sie eins seien, gleichwie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir, damit sie zu vollendeter Einheit gelangen, und damit die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst, gleichwie du mich liebst. Vater, ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebt vor Grundlegung der Welt. Gerechter Vater, die Welt erkennt dich nicht; ich aber erkenne dich, und diese erkennen, dass du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen deinen Namen verkündet und werde ihn verkünden, damit die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen.“ (Johannes 17:20-26)

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