10.Februar 2016 (Ich SELBST oder Jesus?)

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    • 10.Februar 2016 (Ich SELBST oder Jesus?)

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      Ich SELBST oder Jesus?

      Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, welche sind: Ehebruch, Unzucht, Unreinheit, Zügellosigkeit; Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Streit, Eifersucht, Zorn, Selbstsucht, Zwietracht, Parteiungen; Neid, Mord, Trunkenheit, Gelage und dergleichen, wovon ich euch voraussage, wie ich schon zuvor gesagt habe, daß die, welche solche Dinge tun, das Reich Gottes nicht erben werden. (Galater 5:19+20)

      Als die frommen Pharisäer, die moralisch total anständig lebten und die sich in den Schriften besser auskannten, als alle anderen, miterleben mussten, wie die Jünger Jesu sich vor dem Essen nicht die Finger wuschen, nahmen sie Jesus zur Seite und sagten ihm: "Weshalb benehmen sich Deine Jünger so daneben. Du weißt doch, das man so etwas nicht tut!" Daraufhin macht Jesus ihnen deutlich, dass es nicht auf die äußere Reinheit ankommt, sondern auf die innere Reinheit. Nicht was man isst und wie man isst und ob man sich vorher den Waschungen unterzogen hat, macht unrein, sondern was aus dem Menschen herauskommt, macht unrein.

      „Seid auch ihr so unverständig? Begreift ihr nicht, dass alles, was von außen in den Menschen hineingeht, ihn nicht verunreinigen kann? Denn es geht nicht in sein Herz hinein, sondern in den Bauch, und es geht heraus in den Abort. Damit erklärte er alle Speisen für rein. Er sagte aber: Was aus dem Menschen herauskommt, das verunreinigt den Menschen. Denn von innen aus dem Herzen der Menschen kommen die bösen Gedanken hervor: Unzucht, Dieberei, Mord, Ehebruch, Habsucht, Bosheit, Arglist, Ausschweifung, Neid, Lästerung, Hochmut, Torheit; alle diese bösen Dinge kommen von innen heraus und verunreinigen den Menschen.“ (Markus 7:18-23)

      Der Mensch ist laut Bibel durch und durch verdorben. Im Menschen ist kein "guter Kern" - kein Rest vom Paradies - zu finden. Das schreibt Paulus auch der Gemeinde in Rom:


      „Sie sind alle abgewichen, sie taugen alle zusammen nichts; da ist keiner, der Gutes tut, da ist auch nicht einer!“ (Römer 31:2)

      Alle haben den rechten Weg verlassen; verdorben sind sie alle, ausnahmslos. Niemand ist da, der Gutes tut, nicht einer. Fleisch bleibt eben Fleisch und kann nur dementsprechende Werke hervorbringen. Es geht also nicht um die Restauration unseres Lebens, sondern wirklich um einen Herrschaftswechsel. Es geht um die Frage, wer unser Leben bestimmt. An unserem Fahrstil ist eindeutig zu erkennen, wer gefahren ist. An unserem Lebensstil wird deutlich, wer in unserem Leben das Sagen hat.

      Wie gesagt: Paulus hält hier keine evangelistische Ansprache, sondern er spricht zu gestandenen Christen und warnt sie eindringlich, Vers 21: Wer so etwas tut, wird das Reich Gottes nicht erben. Nun ist das nicht gerade eine gute Nachricht für eine Andacht. Was heißt, wer so etwas tut? Wer das alles tut oder wer auch nur etwas davon tut?

      Es geht bei dieser Aussage nicht um eine einzelne Tat, sondern es geht tatsächlich um einen Lebensstil. "Der so etwas Tuende" müssen wir richtig übersetzen, oder derjenige, der diese Dinge alle oder einen Teil davon in sinem Leben kultiviert. Hier werden diejenigen gewarnt, deren Lebensstil die Haltung ihres Herzens offenbart, es geht nicht um diese Werke des Fleisches, sondern um ein Festhalten an diesen gegen den Heiligen Geist gerichteten Herzenshaltungen. Wir können das in der Bibel am Umgang Jesu mit den Pharisäern erkennen. Das waren allesamt „gute“ Menschen, die die Gebote genauer befolgten als alle anderen und trotzdem musste Jesus ihnen sagen:

      „Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, dass ihr getünchten Gräbern gleicht, die äußerlich zwar schön scheinen, inwendig aber voller Totengebeine und aller Unreinheit sind!“ (Matthäus 23:27)

      Nochmals: Es geht nicht um einzelne Sünden und dass dieser Katalog uns jetzt die so genannten „Todsünden“ offenbart, die uns geradewegs in die Hölle katapultieren, sondern es geht um einen praktizierenden Lebensstil in einem dieser 15 oder mehreren Bereiche, durch den ablesbar ist, dass uns nicht der Heilige Geist, sondern unser Fleisch bestimmt. Menschen aus Fleisch und Blut können eben nicht in Gottes Reich kommen. Nichts Vergängliches wird in Gottes Ewigkeit Platz haben, schreibt Paulus im 1.Korinther 15:50. An der Art und Weise wie wir leben ist erkennbar, ob uns der Geist Gottes regiert, oder ob wir über unser Leben selbst bestimmen.

      Wenn wir diesen "Lasterkatalog" mit ähnlichen Listen aus anderen Briefen vergleichen, z.B.: Epheserbrief 5:3-5, oder 1.Korintherbrief 6:9+10, fällt auf, dass hier im Galaterbrief z.B. von der Habgier, der Geldgier und dem Geiz nicht gesprochen wird. Auch nicht von Lügen (Offenbarung 22:15).Wenn man die verschiedenen Listen in den Briefen miteinander vergleicht, wird schnell klar, dass Paulus seine Hand auf bestimmte Schwachstellen in den Gemeinden legte. In Korinth war das der Bereich der Sexualität und hier in Galatien ist es die Gemeinschaft der Christen.


      Mit nur drei Begriffen wendet sich Paulus hier der Sexualität zu und warnt die praktizierenden Ehebrecher, wobei er alle Formen einer entarteten Sexualität in diesen drei Begriffen benennt. Für ihn ist es dabei einerlei, ob jemand regelmäßig zur Prostituierten geht oder permanent bestimmte Internetseiten aufruft. Der Lebensstil verrät wer uns bestimmt: Ich SELBST oder Jesus!

      Zwei Begriffe gebraucht Paulus um einen entarteten Glauben näher zu beschreiben: Götzendienst und Aberglaube. Dabei ist es einerlei, ob jemand ein Bild von Buddha permanent verehrt oder Menschen, Idole, ja selbst die Gesundheit, Erfolg oder Geld anhimmelt. Was wir abgöttisch verehren, verrät wer uns bestimmt: Ich SELBST oder Jesus! Wobei klar sein muss, wer sich hinter diesem SELBST verbirgt, nämlich „Unrat und Totengebein“, also dämonische Mächte.

      Hier bei den Galatern legt Paulus den Schwerpunkt auf den Bereich Beziehungen und Gemeinschaft:
      1. Feindschaften (PLURAL Feindseligkeit)
      2. Streit (Streit, Hader, Zwiespalt)
      3. Eifersucht
      4. Wutausbrüche (PLURAL Zorn, Grimm, Wut, Wutausbruch, Leidenschaft)
      5. Selbstsucht (PLURAL Streitsucht; Selbstsucht, Eigennutz)
      6. Uneinigkeit (PLURAL Spaltung, Zwist, Veruneinigung)
      7. Parteiungen (PLURAL Schule, Partei, Spaltung, Sekte)
      8. Neid (PLURAL Neid, Missgunst)
      Bis auf Streit und Eifersucht werden die sechs anderen Begriffe alle im Plural gebraucht. Diese Verhaltensweisen zerstören die Gemeinschaft mit meinen Brüdern und Schwestern. Bei allen acht Verhaltensweisen geht es nur um mich, um meine Ehre und um mein Recht, um meine Meinung und wie ich dastehe. Der andere ist lediglich mein Gegner oder im besten Fall noch Mittel zum Zweck. Die Gemeinschaft der Christen, die vom gegenseitigen Dienen aus Liebe lebt, ist hier zur Zweckgemeinschaft der übereinander herrschenden verkommen. Dabei ist es einerlei, ob ich mich mit jemandem nicht vertragen will, ob ich ständig streite, eifersüchtig auf den Platz oder die Gaben anderer bin, in Wut gerate, selbstsüchtig um mein Recht kämpfe, mich nicht einordnen oder unterordnen will, meinen eigenen Verein aufmache, oder einfach nur neidisch auf andere sehe. Wie wir miteinander umgehen, verrät wer uns bestimmt: Ich SELBST oder Jesus!

      Wer so etwas, oder ähnliches praktiziert sagt Paulus, wird das Reich Gottes nicht erben. An der Art und Weise wie wir leben, wird nicht nur deutlich, was da in Wahrheit an Abgründen in uns steckt, sondern vor allen Dingen, wer uns bestimmt: Ich SELBST oder Jesus!

      Diese Frage wird nicht durch die Bekehrung abschließend beantwortet, sondern an jedem einzelnen Tag meines Lebens neu entschieden. Täglich neu stellt sich uns die Frage: Wer fährt heute? Die zerstörerischen Wirkungen eines selbstherrlichen Lebens werden nur durch das aufgehoben, was Jesus für uns am Kreuz getan hat. Deshalb ist das von so zentraler Bedeutung, dass Gott in Christus selbst Fleisch wurde:

      „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt, und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit.“ (Johannes 1:3)

      Jesus hat uns nicht nur gezeigt, wie der "neue Adam" - der Mensch, wie Gott ihn wirklich gemeint hat, leben soll, sondern durch Jesus und in der Kraft seines Heiligen Geistes - können wir auch anders leben. Die Frage ist, ob wir das auch glauben.

      Deshalb stellt sich auch uns die Frage der Praxis täglich neu: Wer fährt heute? Wer bestimmt? Ich SELBST oder Jesus?


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