9.Febraur 2016 (Die Werke des Fleisches)

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    • 9.Febraur 2016 (Die Werke des Fleisches)

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      Die Werke des Fleisches

      Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, welche sind: Ehebruch, Unzucht, Unreinheit, Zügellosigkeit; Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Streit, Eifersucht, Zorn, Selbstsucht, Zwietracht, Parteiungen; Neid, Mord, Trunkenheit, Gelage und dergleichen, wovon ich euch voraussage, wie ich schon zuvor gesagt habe, daß die, welche solche Dinge tun, das Reich Gottes nicht erben werden. (Galater 5:19+20)

      Bleiben wir am Besten beim Bild unseres Lebensautos. Der Weg des Fleisches wäre dann selbst zu fahren! Der Weg des Gesetzes wäre: moralisch anständig zu fahren, es stellt dann also nur einen moralisch verbesserten fleischlichen Weg dar, denn immer noch sitze ja ich am Steuer und habe Gaspedal und Bremse unter Kontrolle (oder meine es unter Kontrolle zu haben). Der Weg des Glaubens allerdings bedeutet: ich lasse mich von Jesus fahren.

      Mit diesen 15 unterschiedlichen Werken des Fleisches bekommen wir also weder eine vollständige, noch eine aus eigener Kraft zu erfüllende Liste an die Hand, an der wir ablesen können, wie gut oder schlecht, geistlich oder ungeistlich wir sind wir sind. Paulus gebraucht diese Auflistung lediglich um seine These aus den vorangehenden Versen zu erhärten: Nur, wenn der Heilige Geist uns bestimmt, sind wir frei vom Gesetz und auch von den Forderungen des Fleisches. Aus uns heraus und mit unserer Kraft können wir weder das Gesetz erfüllen, noch gegen den "alten Adam" in uns etwas ausrichten. Er schreibt in etwa: “Schaut doch hin, was passiert, wenn man selbst bestimmt, die Folgen - die Werke des Fleisches - sind doch ganz offensichtlich.“ Und dann legt Paulus los und nennt 15 verschiedene Beispiele, die man vier verschiedenen Beziehungsebenen zuordnen kann:

      • 1. Sexualität
      - jede Art illegitimen Geschlechtsverkehrs (Prostitution, Unzucht, Hurerei)
      - Unreinheit (Unreinigkeit, Unsauberkeit, Schmutz, Unrat)
      - Lüsternheit (Zügellosigkeit, Üppigkeit, Schwelgerei, Ausschweifung, Lüsternheit)


      • 2. Glaube
      - Götzendienst
      - Zauberei (Giftmischerei, Zauberei, Magie, Manipulation, Kontrolle)

      • 3. Gemeinschaft / Beziehungen
      - Feindschaften (PLURAL Feindseligkeit)
      - Streit (Streit, Hader, Zwiespalt)
      - Eifersucht
      - Wutausbrüche (PLURAL Zorn, Grimm, Wut, Wutausbruch, Leidenschaft)
      - Selbstsucht (PLURAL Streitsucht; Selbstsucht, Eigennutz)
      - Uneinigkeit (PLURAL Spaltung, Zwist, Abgrenzung)
      - Parteiungen (PLURAL Partei, Spaltung, Sekte)
      - Neid (PLURAL Neid, Missgunst)


      • 4. Essen und Trinken
      - Trinkgelage (PLURAL Trunkenheit, Alkoholismus)
      - Essgelage (PLURAL Gelage, Völlerei, Fresssucht)



      Diese 15 genannte Werken des Fleisches sind das genaue Gegenteil von Vers 14:

      „Denn das ganze Gesetz ist in dem einen Wort zusammengefasst: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“

      Wenn wir selbst bestimmen, geht es eben nur um uns und der andere verkommt zu unserem Objekt der Lust, der Verehrung oder der Aggression. Letztendlich und meist ohne dass wir es realisieren ist der Andere oder Gegenüber dann nur noch unser Objekt der Begierde.


      Genauso pervertiert der Glaube zum Mittel zum Zweck. Dort wo wir Gott nicht als Schöpfer und Herrn unseres Lebens anerkennen, werden wir uns eigene Götter schaffen, wie Römer 1:23-28 deutlich macht:

      Die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes vertauschten sie mit Bildern von sterblichen Menschen, mit Abbildern von Vögeln, vierfüßigen und kriechenden Tieren. Darum hat Gott sie den Begierden ihrer Herzen ausgeliefert; er hat sie ihrer Unsittlichkeit preisgegeben, so dass sie ihre eigenen Körper schändeten. Sie vertauschten die Wahrheit Gottes mit der Lüge. Sie beteten die Geschöpfe an und verehrten sie anstelle des Schöpfers, der doch für immer und ewig zu preisen ist. Amen! Darum hat Gott sie entehrenden Leidenschaften ausgeliefert. Ihre Frauen vertauschten den natürlichen Geschlechtsverkehr mit dem widernatürlichen, und ihre Männer machten es genauso. Sie gaben den natürlichen Verkehr mit den Frauen auf und wurden von wildem Verlangen zueinander gepackt. Männer trieben es schamlos mit Männern. So empfingen sie den gebührenden Lohn für ihre Verirrung an sich selbst. Und weil sie es nicht für gut hielten, Gott anzuerkennen, lieferte Gott sie einem verworfenen Denken aus, so dass sie tun, was man nicht tun darf.


      Hier sehen wir auch den Zusammenhang zwischen sexueller Ausschweifung und Götzendienst. Dort wo ich mich von meinen Trieben bestimmen lasse, will ich auch über den Glauben bestimmen und mittels bestimmter Techniken - Zauberei, eigentlich steht hier Giftmischerei - mir Gott, die Umstände und auch andere Menschen gefügig machen. Auch die Beziehungen untereinander in der Gemeinde und/oder Familie werden dort, wo ich selbst bestimme, zerstört und pervertiert, der andere wird entweder zu meinem Gegner oder zum Mittel zum Zweck. Essen und Trinken hält nicht nur Leib und Seele zusammen, sondern kann dort, wo ich über mein Leben selbst bestimme zur Orgie entarten und wird damit zur Feier meines Bauches.

      Überall dort, wo ich bestimme, wo ich das Subjekt bin, werden andere zum Objekt, zum Gegner, zum Mittel zum Zweck. Dort wo das Fleisch mich regiert wird die Gemeinschaft zerstört: die eheliche Gemeinschaft, die Gemeinschaft mit dem Schöpfer, die Gemeinschaft der Heiligen und ich zerstöre letztendlich mein eigenes Fleisch, meine Seele und auch meinen Leib.Wenn der "alte Adam" fährt, entarten meine Beziehungen und was Gott uns an guten Gaben geschenkt hat, wird ins Gegenteil verkehrt: Die gute Gabe der Sexualität, das großartige Geschenk des Glaubens, die unfassbare Gabe der Gemeinschaft und selbst das gute Essen und Trinken.

      Wenn wir über unser Leben selbst bestimmen, wollen wir das, was uns an guten Gaben anvertraut und gegeben wurde, nicht mehr nur verwalten, sondern besitzen. Das ICH will haben. Dabei werden wir über kurz oder lang von dem, was wir besitzen wollen, letztlich selbst besessen. Ich habe dieses Wort „besessen“ bewusst gewählt, denn wir können unzweifelhaft das Werk Satans hinter diesen Aktionen erkennen. Durch unsere Wiedergeburt und Taufe haben wir ja unseren Besitzer gewechselt. Wir gehören nicht mehr dem Teufel sondern Jesus. Geschickt benutzt der Feind nun unseren „alten Menschen“, unser Fleisch, um uns teilweise wieder unter Kontrolle zu bekommen. Es gibt hier keinen Stillstand oder Status Quo. Entweder wir gehen den Weg des Heiligen Geistes aus dieser dämonischen (Selbst)kontrolle oder seine Kontrolle wird zunehmends Bereich um Bereich unseres Lebens durchdringen und irgendwann können wir durchaus auch als wiedergeborene Christen derart von ihm durchdrungen sein, dass wir wirklich unsere Errettung verlieren.

      Paulus redet hier nicht von der Welt vor der Gemeindetür, sondern von unserem "frommen" Fleisch. Er warnt die Christen in Galatien vor den Folgen eines fleischlichen Lebens. Die Welt sind nicht die anderen, die Welt ist in uns, macht Paulus deutlich, wenn wir die Hingabe an den Heiligen Geist durch gesetzliche Fleischlichkeit ersetzen. Hier können auch keine bösen Geister dauerhaft ausgetrieben werden, denn sie bekommen ja genau durch das Beschreiten dieses falschen, fleischlichen Wegs des Unglaubens Rechte im Leben dieser Christen. Paulus nennt diesen Zustand „verzaubert oder verhext“ und „aus der Gnade gefallen“.

      „O ihr unverständigen Galater, wer hat euch verzaubert, dass ihr der Wahrheit nicht gehorcht, euch, denen Jesus Christus als unter euch gekreuzigt vor die Augen gemalt worden ist? Das allein will ich von euch erfahren: Habt ihr den Geist durch Werke des Gesetzes empfangen oder durch die Verkündigung vom Glauben? Seid ihr so unverständig? Im Geist habt ihr angefangen und wollt es nun im Fleisch vollenden?“ (Galater 3:1-4)

      „Ihr seid losgetrennt von Christus, die ihr durchs Gesetz gerecht werden wollt; ihr seid aus der Gnade gefallen!“ (Galater 5:4)


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