2.Februar 2016 (Liebesfluss)

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    • 2.Februar 2016 (Liebesfluss)

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      Liebesfluss

      13 Denn ihr seid zur Freiheit berufen, Brüder; nur macht die Freiheit nicht zu einem Vorwand für das Fleisch, sondern dient einander durch die Liebe.
      14 Denn das ganze Gesetz wird in einem Wort erfüllt, in dem: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
      15 Wenn ihr einander aber beißt und fresst, so habt acht, dass ihr nicht voneinander aufgezehrt werdet! (Galater 5:13-15)

      Dass Paulus trotz der Ernsthaftigkeit seiner Arbeit ein humorvoller Mensch war, können wir am Vers 15 sehen, anscheinend war dieses „beißen und fressen“ auch schon in diesen ersten Gemeinden stark vorhanden. Aber es geht in diesem Brief ja eigentlich um Freiheit contra Gesetzlichkeit. Die meisten gehen davon aus, dass Paulus hier Jesus zitiert, wenn er schreibt: „du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“, aber es gab die Bibel damals noch nicht und die Evangelien waren wahrscheinlich noch nicht mal geschrieben, als Paulus das den Galatern geschrieben hatte. Paulus zitiert das alte Testament und zwar den, der das Gesetz als Mittler zwischen Gott und den Menschen vom Sinai mitbrachte, also Mose selbst und sagt denen, die Gesetzlichkeit unter die Galater bringen wollten, dass wenn schon Gesetze, dann das ganze Gesetz und das ist in dem Satz zusammengefasst:

      „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ (3.Mose 19:18)

      Damit befindet sich Paulus in Übereinstimmung mit den anderen Aposteln, denn auch Jakobus (als ihr Leiter) schrieb:

      „Wenn ihr das königliche Gesetz erfüllt nach dem Schriftwort: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!«, so handelt ihr recht;“ (Jakobus 2:9)

      Jesus sagt es uns noch genauer und klarer:

      „Jesus aber antwortete ihm: Das erste Gebot unter allen ist: »Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist Herr allein; und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft. Dies ist das erste Gebot. Und das zweite ist [ihm] vergleichbar, nämlich dies: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!« Größer als dieses ist kein anderes Gebot.“ (Markus 12:29-31)

      Voraussetzung ist also die Liebe zu Gott, die wir ihm eigentlich nur zurückgeben können, denn alle wirkliche Liebe kommt von Gott, denn er ist Liebe und er hat uns zuerst geliebt.

      „Wir lieben ihn [oder: „Lasst uns Ihn lieben] weil er uns zuerst geliebt hat.“ (1.Johannes 4:19)

      unsere Liebe zeigt sich darin, dass wir ihm und seinem Wort vertrauen, dass wir vor seiner Weisheit und Allmacht kapitulieren und Jesus als unseren Herrn und Heiland freimütig bekennen:

      „Wer nun bekennt, dass Jesus der Sohn Gottes ist, in dem bleibt Gott und er in Gott. Und wir haben die Liebe erkannt und geglaubt, die Gott zu uns hat. Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.“ (1.Johannes 4:15+16)

      Nur in dieser Liebe von Gott und zu Gott („in ihm bleiben“) können wir uns selbst wirklich lieben, denn die natürliche Selbstliebe des Menschen ist fleischlich, also eine egoistische, oftmals narzistische Eigenliebe, die durch unsere Begierden dominiert bzw. pervertiert wird. Deshalb schreibt Paulus hier auch „ nur macht die Freiheit nicht zu einem Vorwand für das Fleisch, sondern dient einander durch die Liebe“. Diese Liebe ist ein nie endender Fluss, sie fließt vom Thron Gottes in uns, von uns zu unserem Nächsten und zu Gott zurück, Wir sind die Gefäße der Barmherzigkeit (Römer 9:23), die Gott mit seiner Liebe zum Überlaufen füllt und unsern Wert bekommen wir als Gefäß einzig und allein durch den Inhalt, durch diese Liebe Gottes.

      „Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen, damit die überragende Kraft von Gott sei und nicht von uns.“ (2.Korinther 4:7)

      Den Fluss dieser Liebe vom und zum Thron Gottes, nennt Jakobus „das königliche Gesetz“. Die Art und Weise, wie wir mit unseren Nächsten, vornehmlich den Geschwister im Herrn umgehen, zeigt, in wie weit wir bereits in diesem Liebesstrom angekommen sind und sagt auch viel über unsere Beziehung zu Gott aus:

      „Wenn jemand sagt: »Ich liebe Gott«, und hasst doch seinen Bruder, so ist er ein Lügner; denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, wie kann der Gott lieben, den er nicht sieht? Und dieses Gebot haben wir von ihm [Jesus], dass, wer Gott liebt, auch seinen Bruder lieben soll.“ (1.Johannes 4:20+21)

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