27.Januar 2016 (Freiheit - Unabhängigkeit - Kontrolle)

    • 27.Januar 2016 (Freiheit - Unabhängigkeit - Kontrolle)

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      Freiheit – Unabhängigkeit – Kontrolle


      1 Jesus aber, voll Heiligen Geistes, kehrte vom Jordan zurück und wurde vom Geist in die Wüste geführt
      2 und 40 Tage vom Teufel versucht. Und er aß nichts in jenen Tagen; und zuletzt, als sie zu Ende waren, war er hungrig.
      3 Und der Teufel sprach zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so sprich zu diesem Stein, dass er Brot werde!

      4 Und Jesus antwortete ihm und sprach: Es steht geschrieben: »Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeglichen Wort Gottes«. (Lukas 4:1-4)


      In den letzten paar Jahren habe ich im Leben der meisten Christen ein bestimmtes Muster beobachtet. Fast unmittelbar, nachdem Gott uns rettet, führt er uns in eine Wüste der Erprobung. So war es selbst im Leben Jesu. Als unser Herr aus dem Wasser der Taufe stieg, wo er die Bestätigung Gottes in vollendeter Form erlebt hatte, wurde er vom Geist in die Wüste geführt, wo er einer schlimmen Prüfung unterzogen wurde. Dasselbe geschah bei den Israeliten. Kaum war Gottes Volk aus Ägypten befreit, als es auch schon an den Rand einer Krise in der Wüste geführt wurde. Warum ist das so? Es liegt daran, dass Gott nach Söhnen und Töchtern sucht, die ihm vor den Augen der Welt in allen, auch den unmöglichsten Situationen voll vertrauen.

      Satan sagte hier in etwa zu Jesus: Du kannst dich doch nicht auf diese Stimme vom Himmel, dass du Gottes geliebter Sohn seist verlassen, du hast Hunger? Da kannst du lange warten, bis der da oben dich mit Essen versorgt. Wenn du wirklich Gottes Sohn bist, dann hast doch du die Kontrolle über alles. 40 Tage hast du nun nichts gegessen, weil Gott dir nichts zum Essen gegeben hat. Also ehrlich, wenn einer jemals seine Loyalität gezeigt hat, dann du, aber irgendwann ist mal Schluss mit Lustig. Deshalb nimm das mal selbst in die Hand und mach aus dem Stein da Brot, oder kannst du das etwa nicht? Hast du die Autorität über dein Leben oder nicht? Hilf dir also selbst, dann hilft dir Gott, wie das Sprichwort sagt.

      Wir können anhand diesem und vielen anderen Berichten in der Bibel unschwer erkennen, dass jede Art von Kontrolle Unglaube ist und Unglaube ist die Wurzel aller Sünden, wie wir schon in den Andachten über verhärtete Herzen feststellen konnten. Es ist eine Meisterlüge Satans, dass Freiheit Unabhängigkeit sei, denn wir Menschen können gar nicht unabhängig sein. Dieses Streben nach Unabhängigkeit wurde schon Eva zum Verhängnis.

      Da sprach die Schlange zu der Frau: Keineswegs werdet ihr sterben! Sondern Gott weiß: An dem Tag, da ihr davon esst, werden euch die Augen geöffnet, und ihr werdet sein wie Gott und werdet erkennen, was gut und böse ist! Und die Frau sah, dass von dem Baum gut zu essen wäre, und dass er eine Lust für die Augen und ein begehrenswerter Baum wäre, weil er weise macht; und sie nahm von seiner Frucht und aß, und sie gab davon auch ihrem Mann, der bei ihr war, und er aß.“ (1.Mose 3:4-6)

      Auch hier sagte Satan mit anderen Worten: Wieso lasst ihr euch von dem da oben diktieren, was gut und böse, richtig und falsch ist, Esst von der Frucht, dann wisst ihr das selbst und braucht den gar nicht mehr. Ihr könnt dann selber kontrollieren, was richtig und falsch ist und braucht euch nicht mehr von Gott kontrollieren lassen. Lasst euch doch nicht länger bevormunden sondern werdet endlich unabhängig.

      Wer das Sagen hat, hat auch die Kontrolle.Wer prüft, hat die Autorität, nicht der Prüfling. Das wusste schon David sehr genau. Deshalb sang er in seinen Psalmen:

      „Prüfe mich, Herr, und erprobe mich; läutere meine Nieren und mein Herz!“ (Psalm 26:2)

      „Erforsche mich,o Gott,und erkenne mein Herz;prüfe mich und erkenne,wie ich es meine;“ (Psalm 139:23)

      Er prüft sich nicht selbst, sondern er lässt den prüfen, der Autorität über sein Leben hat. Einmal allerdings, als es um die Stärke und Schlagkraft seiner Armee ging, verstieß er gegen diesen Grundsatz. David wurde von Satan versucht, indem er die Rekrutierten Israel zählen sollte. Gott ließ dies zu, denn sein Zorn war gegen Israel entbrannt, obwohl uns der Grund dafür nicht berichtet ist. Kaum erfuhr David die Zahl der Kriegsmänner, als ihm das Herz schlug und er bekannte, dass er gesündigt hatte. Für Gott war es keine Kleinigkeit, dass David ihm hier nicht vertraute, sondern die Stärke der Armee anhand der Anzahl der Soldaten kontrollierte: die Pest breitete sich aus und 70.000 Männer fielen ihr zum Opfer. (2.Samuel 24)

      Kontrolle ist immer ein Zeichen von Unglauben und mangelndem Vertrauen. Sie ist im Bezug auf unsere Mitmenschen ein Zeichen dafür, dass wir uns über sie stellen und im Bezug auf Gott ein Zeichen der Rebellion. Ich spreche hier nicht von einem kontrollierenden verstockten Sünder. Der Unglaube eines Verlorenen, eines Agnostikers oder eines Atheisten erschüttert Gott keineswegs. Nein, was Gott mehr als alles andere erzürnt sind der Unglaube und die Zweifel derer, die sich nach Seinem Namen nennen! Wer Sein Kind ist und sagt: "Ich gehöre Jesus", aber dennoch im Herzen Zweifel, Angst und Unglauben hegt und infolge dessen die Dinge selbst in die Hand nimmt, betrübt Ihn mehr als irgendetwas sonst.

      Eigene Kontrolle ist das Gegenteil von kindlichem Glauben, sie wird in Folge von Zweifeln, Ängsten und Unglauben vom Feind in uns installiert, um uns dann darin gefangen zu halten, damit wir ja niemals in die Freiheit kommen, zu der wir berufen sind. Dass er allein dahinter steckt erkennen wir leicht, wenn sein Einfluss, den er dadurch in unserem Leben bekommt so stark wird, dass wir selbst ganz offensichtlich darunter zu leiden beginnen, wenn Kontrolle zum Zwang wird. Die meisten Christen geben das nicht zu, in seelsorgerlichen Gesprächen kann man aber dann doch oftmals folgende Statements hören:
      • „Werde schon immer richtig sauer, wenn ich abends schlafen gehe, weil ich immer noch alles kontrollieren muss. Oder ob mein Auto zu ist. Renne bestimmt 5 mal drumrum und teste, ob alle Fenster zu sind,... „
      • „Ich muss auch ständig an die Heizung fassen. Wenn es um schlimmere Sachen wie Herd anlassen oder Bügeleisen geht ist es auch schon vorgekommen dass ich aus dem Bus aussteige und wieder zurückgehe um zu schaue ob auch alles aus ist...“
      • „Das Problem belastet mich ganz schön, mein Mann und ich kontrollieren immer früh und abends alles zusammen, wenn er aber mal eher einschläft, bekomm ich schon die Krise.. Ich weiß gar nicht was ich machen soll, aber diese Problem schränkt mich schon sehr ein. Teilweise auch im Büro, in meiner Arbeit. Da fang ich auch schon an alles doppelt zu kontrollieren...“
      Spätestens hier erkennt man, dass eine Macht im Spiel ist, der diese Menschen ausgeliefert sind, auch wenn sie bekehrt sind. Aber soweit muss es ja nicht kommen. Wenn wir zur Freiheit berufen sind, wäre es doch fatal, wenn wir in Gefangenschaft enden.


      „Fangt uns die Füchse, die kleinen Füchse, welche die Weinberge verderben; denn unsere Weinberge stehen in Blüte!“ (Hohelied 2:15)


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