25.Januar 2016 (Ride the wind)

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    • 25.Januar 2016 (Ride the wind)

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      Ride the wind



      13 Denn ihr seid zur Freiheit berufen, Brüder; nur macht die Freiheit nicht zu einem Vorwand für das Fleisch, sondern dient einander durch die Liebe. (Galater 5:13)

      Natürlich meint Paulus hier nicht nur die Brüder, sondern auch die Schwestern, denn zur Freiheit sind wir alle berufen, die sich von ganzem Herzen danach ausstrecken, sich in ihrem Leben vom Heiligen Geist leiten zu lassen. Das hört sich so easy an und ist doch so schwer getan. Aber es ist für Paulus und auch die anderen Apostel von ungemeiner Wichtigkeit, das immer wieder zu betonen:

      „Der Herr aber ist der Geist; und wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.“ (2.Korinther 3:17)

      Schlagt dazu bitte auch Römer 8:21; Galater 5:1; Jakobus 2:12; 1.Petrus 2:16 nach. Für uns stellt sich die Frage, was die Apostel unter Freiheit verstehen, was also der Heilige Geist darunter versteht, denn er ist ja derjenige, der die Apostel inspiriert hat, diese zu leben und darüber zu schreiben. Ich empfing dazu vor einiger Zeit ein Bild, das ich hier gern wiedergeben möchte.

      Ich sah in Gedanken einen Adler am Himmel seine Kreise ziehn, hoch oben, kaum mehr zu sehen. Da oben ist sonst kein anderes Lebewesen, also auch keine Feinde, die er am Boden durchaus hat. Das ist also Freiheit. Wieso kann er so hoch fliegen? Wieso können es andere Vögel nicht? Der Grund ist, dass sich seine Technik von den Flugtechniken der anderen Vögel unterscheidet. Er flattert nicht wie wild, um höher zu kommen, sondern er sitzt auf seinem Horst und wartet auf einen Aufwind. Sobald er ihn spürt, stößt er sich vom Nest ab, legt sich mit ein paar Flügelschlägen auf den Wind und lässt sich von diesem Wind mit ausgebreiteten Flügeln in ungeahnte Regionen treiben. Er kann das, weil er diesem Aufwind vertraut, kein anderer Vogel macht das.

      Dieser Aufwind ist in unserem Leben der Heilige Geist. Wir können ihn studieren oder auch an anderen eventuell beobachten, aber solange wir ihn nicht erleben, bringt uns das keinen Meter weiter und ihn zu erleben, diesem Wind zu vertrauen, dass er uns auch trägt, erfordert Mut, den wir meist nicht haben, weil sich dieser Wind des Geistes völlig unserer eigenen Kontrolle entzieht. Das deutete auch Jesus an:

      „Der Wind weht, wo er will, und du hörst sein Sausen; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht. So ist jeder, der aus dem Geist geboren ist.“ (Johannes 3:8)

      Warum tun wir uns so schwer, unsere eigene Kontrolle aufzugeben? Die Antwort ist ganz einfach: Weil wir Angst davor haben, ja es ist unserem Fleisch - und zu dem gehört ja auch unsere Seele mit Verstand, Gefühlen und Willen - ein Gräuel, etwas nicht mehr unter Kontrolle zu haben. Dahinter steht die Furcht, auf die Schnauze zu fallen, zu versagen, sich lächerlich zu machen und auch die Angst vor dem Fremdem, Ungewohntem. Paulus schreibt ein paar Verse weiter:

      „Ich sage aber: Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lust des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch gelüstet gegen den Geist und der Geist gegen das Fleisch; und diese widerstreben einander, so dass ihr nicht das tut, was ihr wollt.“ (Galater 5:16+17)

      Mit anderen Worten sagt uns Paulus hier: Schwingt euch auf den Wind des Heiligen Geistes, vertraut seiner Tragkraft, dann werdet ihr eure sündige Eigenkontrolle überwinden, die letztendlich Rebellion gegen Gott ist, weil wir eigener Kraft mehr vertrauen als seiner, auch wenn wir das vor uns selbst und anderen niemals zugeben. In unseren Gebeten und Liedern sagen und singen wir: „Herr, ich vertraue dir!“ Die Realität sieht leider meist ganz anders aus. Wir machen ein frommes Gesicht und kontrollieren, kontrollieren und kontrollieren und vertrauen unserer eigenen Kraft, obwohl wir alle die Bibelstellen kennen:

      „Vertraue auf den Herrn von ganzem Herzen und verlass dich nicht auf deinen Verstand“ (Sprüche 3:5)

      „So spricht der Herr: Verflucht ist der Mann, der auf Menschen vertraut und Fleisch zu seinem Arm macht, und dessen Herz vom Herrn weicht!“ (Jeremia 17:5)

      Nach meinem Verständnis sagt uns Gott durch den Propheten mit diesem Satz, dass unser eigenes Bestreben, alles im Griff zu haben zur Folge hat, dass unsere Beziehung zum Vater gestört, blockiert oder verhindert wird und das ist eine derart ernste Angelegenheit, dass er das hier als „Fluch“ bezeichnet.

      Wir werden uns in den nächsten Andachten damit beschäftigen, wie wir in das kindliche Vertrauen finden können, damit wir aus dem „Fluch“ der „Eigenkontrolle“ in den Segen und die Freiheit der „Geistkontrolle“ finden können. Für heute scheint es mir wichtig, dass wir den Heiligen Geist im Gebet bitten, den Finger auf all die Dinge zu legen, wo wir selbst kontrollieren, denn das ist der erste Schritt in die Wahrheit. Ohne diese Erkenntnis werden wir ein Leben lang rumflattern wie die Spatzen und uns über die paar Meter, die wir fliegen können freuen oder uns stolz sogar was darauf einbilden, aber in die Freiheit, zu der wir berufen sind, werden wir niemals selbst hineinflattern können. Solange wir flattern, haben wir uns nicht hingegeben. Solange wir flattern, werden wir nie erfahren, welche Kraft darin liegt, geduldig auf den Herrn zu warten, also auf den Wind des Geistes. An dieser Eigenkontrolle in unserem Leben können wir erkennen, wie arm wir im Geist sind und diese Erkenntnis führt uns in Demut und totale Abhängigkeit von Gott und genau in dieser Abhängigkeit liegt unsere Freiheit, so entgegengesetzt sich das auch anhört. Unabhängigkeit ist für einen wiedergeborenen Sohn/Tochter unseres himmlischen Vaters niemals der Weg in die Freiheit, sondern der Weg in Rebellion und Gefangenschaft. Auch hier müssen wir, wie Paulus schreibt, unseren Denksinn erneuern (Römer 12:2).

      Eine Lobpreisgruppe gläubig gewordener Indianer, „Broken Walls“ hat einen Song veröffentlich, der mir in diesem Zusammenhang immer wieder in den Sinn kommt (Youtube) :

      „When the wind of the spirit blows, warrior, come on ride the wind.“
      (Wenn der Wind des Geistes weht, Kämpfer, auf geht’s, reite diesen Wind)

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